Er sorgt – He cares

„Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“ 1 .Petrus 5, 7

Das ist gar nicht so einfach. Jemand anderem die Verantwortung für meine Sorgen überlassen, den ich womöglich gar nicht so gut kenne. Gott möchte für mich sorgen, das ist ja ein schönes Angebot! Doch woher wissen wir, dass er auch vertrauenswürdig ist? Das passiert, indem wir es ausprobieren und erleben. Mittlerweile habe ich das ziemlich oft erlebt, manchmal aber auch nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Eine solche Situation passierte mir gestern abend.

Auf dem Nachhauseweg hielt ich noch kurz an, um mir etwas zu essen zu kaufen. Als ich zum Auto zurückkam, sprang es trotz mehrmaliger Versuche nicht an. Also lief ich den kurzen Weg an der Kander entlang nach Hause, um mein Hähnchen warm zu verzehren. Danach hatte ich Physiotherapie (auch in Kandern) und fragte mich, wie ich wohl mein Auto wieder gestartet bringe. Als ich es mit Gott besprach, was ich tun solle, kam dieser Gedanke, einfach zum Auto zu gehen und es nach Hause zu fahren. Ich habe gelernt, dass solche Gedanken oft von Gott kommen und so gehorchte ich. Ehrlich gesagt, glaubte ich überhaupt nicht, dass das Auto jetzt starten sollte. Ich hatte es ja bereits mehrfach probiert. So war ich absolut überrascht, als es einfach beim ersten Versuch startete.

Einmal mehr hatte er sich als treu erwiesen – ein anderes Mal braucht es vielleicht länger und zusätzliche Unterstützung. Manchmal ist es auch eher spannend. Aber wir dürfen sicher sein, dass unsere Sorgen bei ihm gut aufgehoben sind.

Lieber Vater, danke, dass du versprochen hast, für uns zu sorgen. Manchmal zweifeln wir daran, weil es nicht in unsere Vorstellung passt. Aber du bis treu und hast versprochen, dass wir unsere Sorgen bei dir abladen dürfen. Das tun wir auch heute und danken dir, dass du für uns sorgst in kleinen und großen Dingen. Amen.



„Cast all your cares upon him, for he cares for you.“ 1 Peter 5:7

That’s not always easy. Let someone else take charge of my troubles, someone I may not even know that well. God wants to take care of me, that’s a nice offer! But how do we know that he is trustworthy? This happens by trying it out and experiencing it. By now, I have experienced this quite often, but sometimes not as I had imagined it.

One such situation happened to me last night. On the way home I stopped briefly to buy something to eat. When I got back to the car, it did not start despite several attempts. So I walked the short distance along the Kander to my house. Afterwards I had physiotherapy (also in Kandern) and asked myself how to get my car started again. When I discussed with God what I should do, this thought came up to just go to the car and drive it home. I learned that such thoughts often come from God and so I obeyed. Honestly, I didn’t believe at all that the car would start now. I had already tried several times. So I was absolutely surprised when it simply started on the first attempt. Once again God had proved to be faithful – another time it might take longer and need additional action. Sometimes it can be rather tiring. But we can be sure that our worries are in good hands with him.

Dear Father, thank you for promising to take care of us. Sometimes we doubt, because it doesn’t fit into our imagination. But you are faithful and have promised to let us cast our burdens on you. We do so today and thank you for taking care of us in small and big things. Amen.

Gottes Führung – God’s Guidance

„Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten.“ Psalm 32, 8

Wie schön! Gott selbst verspricht hier, dass er uns leiten wird auf dem Weg, den wir gehen sollen. Dies gilt ganz persönlich für jeden Einzelnen. Ich hatte das große Glück, in einer Familie aufzuwachsen, wo ich schon früh auf Gott hingewiesen wurde. In allen herausfordernden Situationen des Lebens wusste ich mich immer in seiner Hand geborgen, das gibt mir bis heute Sicherheit und Halt. Oft waren es gerade diese Schwierigkeiten, die mich näher zu ihm brachten und die meinen Glauben und mein Leben stärkten. Aber dies geschah nicht automatisch. Es war die bewusste Erkenntnis als Teenager, dass ich selbst zwar einen kleinen Teil von mir kenne, aber dass Gott mich viel besser kennt und weiß, was er in mich hineingelegt hat. So legte ich bewusst mein Leben in seine Hand und entschied mich, ihm die Führung zu überlassen für das, was er mit mir vorhat. Es waren teilweise ungewohnte und überraschende Wege und es lief auch nicht alles rund, aber ich habe immer erlebt, dass er es am Ende gut macht. Und – wenn es nicht gut war, dann war es noch nicht das Ende. Ganz am Ende wird auch alles gut sein. Mir helfen diese Tage auch, zu realisieren, dass Leid, Not und Sorge zum Leben hier auf unserer Erde dazu gehören. Erst wenn wir in seiner Ewigkeit sind, werden wir erlöst sein von all dem. So freue ich mich noch mehr auf Gottes ewige Welt. Paulus schreibt es treffend: „Denn ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.“ (Römer 8, 18)

Wer mag, darf gerne mitbeten – oder eigene Worte finden, mit Gott ins Gespräch zu kommen: Lieber Vater, wir freuen uns, dass du unser Leben in deiner Hand hast. Heute freuen wir uns auch, dass es einen Schritt weitergeht in der Öffnung unserer Schule. Wir danken dir, dass du uns dieses Leben geschenkt hast und wir wollen es unter deiner Führung leben. Amen.

„I will instruct you and teach you in the way you should go; I will counsel you with my eye upon you.“ Psalm 32:8

How awesome! God himself promises here that he will guide us on the path we are to take. This applies personally to each one of us. I had the great fortune to grow up in a family where I was pointed to God at an early age. In all the challenging situations of life I always knew that I was safe in His hand, which gives me security and support to this day. Often it was exactly these difficulties that brought me closer to him and strengthened my faith and my life. But this did not happen automatically. It was the conscious realization as a teenager that I know only a small part of myself, but that God knows me much better and knows what He has put into me. So I consciously put my life into his hands and decided to let him take the lead for what he wanted to do with me. Sometimes there were unusual and surprising ways and not everything went well, but I always experienced that he makes all things well in the end. And – if it was not yet good, then it was not the end yet. At the very end everything will be good, as well. These days also help me to realize that suffering, pain and worries are part of life here on our earth. Only when we are in his eternity will we be redeemed from all this, and so I look forward even more to God’s eternal world. Apostle Paul writes ist aptly: „I consider that our present sufferings are not worth comparing with the glory that will be revealed in us.“ (Römer 8: 18)

If you like, you are welcome to join in our prayer – or find your own words to enter into conversation with God: Dear Father, we are glad that you have our lives in your hands. Today we are also glad that we can go one step further in the opening of our school. We thank you for giving us this life and we want to live it under your guidance. Amen.​

Umkehr – Repentance

„Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!“ Matthäus 3, 2

Ist das noch zeitgemäß? Buße tun? Umkehren? Wenn man Fehler gemacht hat, offen dazu stehen und mit anderen und Gott ins Reine zu kommen? Darf man über so etwas überhaupt reden – oder schreiben? Ich meine, ja. Wenn Jesus und Johannes der Täufer bereits in der Bibel darüber reden, dass Gottes Himmelreich nahe ist, dann ist es heute auf jeden Fall näher als damals. Das sagt noch nichts darüber, wie nahe oder weit entfernt es noch ist. In dieser Welt passiert dieser Tage Vieles, die Meldungen und Meinungen sind sehr vielfältig und jeder hat sicher eine verschiedene Sicht darauf, wie die Ereignisse zu deuten sind und was als nächstes passiert oder passieren sollte. Aber eines ist sicher: Jesus wird wiederkommen und sein ewiges Reich aufrichten, in dem es kein Leid und kein Geschrei gibt. Wenn wir auf ihn schauen und uns zu ihm hinwenden, umkehren von allem Bösen, dürfen wir in seinem Himmelreich leben.*

Lieber Gott, wir möchten Teil dieses Himmelreiches sein und du redest von Buße und Umkehr. Zeige uns, was das für uns ganz konkret bedeutet. Wo und wie sollen wir umkehren? Heute schauen wir ganz bewusst auf dich und wenden uns zu dir. Wir wenden uns ab von allem Bösen. Hilf uns dabei! Amen.

* Übrigens: Wenn man auf www.bibleserver.com das Wort „Himmelreich“ eingibt, findet man noch darüber, was die Bibel dazu sagt. Dort kann man die Bibel in sehr vielen verschiedenen Bibelübersetzungen lesen.

„Repent, for the kingdom of heaven is at hand!“ Matthew 3, 2

Is that still valid today? Repent? If we have made mistakes, to be open about it and make things right with others and God? Is it allowed to talk – or write – about such things at all? In my opinion, yes. If Jesus and John the Baptist already talk about the fact that God’s Kingdom of Heaven is near in the Bible times, then it is definitely nearer today than it was then. That says nothing about how near or how far away it still is. A lot is happening in the world these days, the reports and opinions are diverse and everyone may have a different view on how to interpret the events and what happens or should happen next. But one thing is certain: Jesus will come again and establish his eternal kingdom where there is no suffering and no crying. If we look to him and turn to him, repent of all evil, we may live in his kingdom of heaven.*

Dear God, we want to be part of this Kingdom of Heaven and you talk about repentance and conversion. Show us what this means for us today. Where and how should we repent? Today we turn to you and turn away from all evil. Help us to do so! Amen.

* By the way: If you type in the word „kingdom of heaven“ on http://www.bibleserver.com, you can still find out what the bible says about it. There you can also read the Bible in many different translations.

Gott trägt mit – He carries our burden

„Gelobt sei der Herr täglich. Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch.“
Psalm 68, 20

Manchmal werden die Lasten ziemlich schwer und es fällt uns nicht leicht, dabei noch Gott zu loben. Dass der Psalmist das einfach so schreibt, ärgert uns vielleicht. Wie sollen wir Gott loben, wenn die Lasten immer schwerer werden und die Lastenträger immer weniger? David schreibt diesen Psalm nachdem er Gottes Hilfe wieder einmal erlebt hatte. Aber es gibt auch Zeiten, da klagt er über sein Schicksal. Oft musste er fliehen und war in ständiger Hut vor seinen Feinden. Auch wir dürfen Gott unser Leid klagen, wir dürfen unsere Fragen und Anklagen an ihn richten, er hält das aus. Und vielleicht erleben wir dann auch wie David, dass Gott uns hilft, unsere Last zu tragen. So werfen wir auch heute diese Lasten bei ihm ab und vertrauen, dass er mit uns ist und wir ihn am Ende des Tages vielleicht sogar preisen können.

Lieber Vater, manchmal scheint uns die Last, die du auflegst ziemlich schwer. Bei dir dürfen wir alle diese Lasten und Nöte ausdrücken und dir vertrauen, dass du uns hilfst, sie zu tragen. Wir danken dir, dass du unsere Last kennst und bei uns bist. Sei du auch heute da. Amen.

„Praise be to the Lord, to God our Savior, who daily bears our burdens.“
Psalm 68:19

Sometimes the burdens become quite heavy and it is not easy for us to praise God in the process. It may annoy us that the psalmist writes it just like that. How can we praise God when the burdens become heavier and heavier and the bearers of the burdens less and less? David writes this psalm after he had experienced God’s help once again. But there are also times when he laments about his fate. Often he had to flee and was in constant guard against his enemies. We too may lament our suffering before God, we may direct our questions and accusations to him, he can manage that. And perhaps we will then also experience, like David, that God helps us to carry our burden. So today, we also throw off these burdens before him and trust that he is with us and that we might even be able to praise him at the end of the day.

Dear Father, sometimes the burden you lay on us seems quite heavy. Before you we may express all these burdens and needs and trust you to help us carry them. We thank you for knowing our burden and being with us. Be with us today. Amen.

Zuversicht

„Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“ Hebräer 11,1

Manchmal ist es gar nicht so einfach zu glauben. Wenn Dinge nicht so laufen, wie wir erhofft und erbeten haben, wenn wir vor unüberwindbaren Herauforderungen stehen, möchten wir vielleicht manchmal am liebsten aufgeben. Martin Luther prägte den Satz „Wir brauchen nicht einen großen Glauben, sondern einen Glauben an einen großen Gott.“ Ist das nicht tröstlich? Es kommt nicht auf meinen Glauben an, sondern auf Gottes Größe. Er ist der Große, an den ich glauben darf und der mir immer neu die Zuversicht schenkt, an seine Größe glauben zu dürfen, auch wenn mein Glaube manchmal ganz schwach oder fast nicht vorhanden ist. Auf das zu hoffen, was noch nicht zu sehen ist, ist gar nicht so einfach. Wir erahnen es, können es aber noch nicht sehen. So geht es uns mit Gottes neuer Welt. Wie es genau sein wird, können wir nicht wissen, aber wir dürfen gewiss sein, dass sie weit über das hinausgeht, was wir uns vorstellen können.

Lieber himmlischer Vater, du ermutigst uns immer wieder zum Glauben. Unser Glaube ist manchmal klein und schwach, aber du lädst uns ein, auf dich zu vertrauen. Zu vertrauen, dass du es gut machst, auch wenn es nicht immer gut aussieht. So beten wir „Ich glaube, hilf meinem Unglauben.“ (Mk 9,24) Amen.

„Now faith is the assurance of things hoped for, the conviction of things not seen.“ Hebrews 11:1

Sometimes it’s not so easy to have faith. When things don’t go as we have hoped and prayed for, when we are faced with insurmountable challenges, we may sometimes want to give up. Martin Luther coined the phrase „We do not need a great faith, but faith in a great God.“ Isn’t that comforting? It’s not my faith that matters, but God’s greatness. He is the great one in whom I may believe and who repeatedly gives me the confidence to believe in his greatness, even if my faith is sometimes very weak or almost non-existent.  To hope for that which is not yet to be seen is not so easy. We vaguely perceive it, but cannot see it yet. This is how we feel about God’s new world. We cannot know exactly how it will be, but we can be sure that it will go far beyond what we can imagine.

Dear heavenly Father, you encourage us to believe again and again. Our faith is sometimes small and weak, but you invite us to trust in you. To trust that you will do well, even if it doesn’t always look good. So we pray „I believe, help my unbelief.“ (Mark 9:24) Amen.

Überlebt! (1)

3. Januar 2000 Tonga

Wir waren auf dem Rückweg von der tonganischen Insel Eua. Dort waren wir zwei Wochen lang gewesen und hatten den Menschen von Jesus erzählt. Das Boot startete frühmorgens und es war rappelvoll. Der Tongagraben ist eine der tiefsten Stellen im Meer, deswegen ist die See dort oft sehr unruhig. Auch an diesem Morgen im Januar 2000 war es recht windig und regnerisch. Im Bootsinneren war es sehr voll und stickig, so ging ich nach oben an die frische Luft. Ich setzte mich dort auf eine große Metallbox, da es nicht genug Bänke gab. Als es stürmischer wurde, hielt ich mich an dieser Box fest, um nicht runterzufallen. Das Boot schwankte hin und her und plötzlich begann meine Box sich in Richtung Abgrund zu bewegen, wo es kein Geländer gab. Einen Augenblick lang war ich schockiert, aber irgendwie wusste ich auch, dass ich in Gottes Händen bin. Es gelang mir, von der Box abzuspringen und sie landete auch nicht im Meer. Danach hielt ich mich am Geländer des Schiffes fest, obwohl sie die Box mittlerweile ans Boot geknotet hatten. Ich bin sehr froh, dass mein Leben verschont wurde und wir heil in Nukualofa, der Hauptstadt Tongas ankamen.

(Kein) „Totensonntag“

26.11.2000 „Totensonntag“ – so stand es im Kalender für das evangelische Kirchenjahr für diesen Tag. Ein Tag, an dem man der Gestorbenen des vergangenen Jahres gedenkt. Was mir an diesem Tag hätte passieren können, daran will ich lieber nicht denken. Eine andere Bezeichnung für diesen Tag ist „Ewigkeitssonntag“, das erinnert uns daran, dass diese Menschen bereits in der Ewigkeit sind. Aber für mich war dieser Tag, der eine große Gefahr barg, noch nicht die Zeit dorthin zu gelangen.

Es war bereits Abend, ungefähr 19 Uhr. Ich fuhr mit meinem Auto zurück von einem Besuch bei meinen Eltern bei Plochingen wieder nach Lörrach, wo ich seit September als Lehrerin arbeitete. Es war bereits dunkel und regnete leicht. Da ich außerdem einiges an Gepäck geladen hatte, fuhr ich eher langsam auf der rechten Spur. Da sah ich an einem kleinen Parkplatz ein Auto warten. Die Ausfahrt hatte keinen Beschleunigungsstreifen und so wagte die Fahrerin es auf gut Glück. Ohne Vorwarnung fuhr sie ihr Auto knapp vor mir auf meine Fahrspur. Ich bremste scharf und schlingerte auf beiden Spuren der Autobahn hin und her. Dass ich dabei mit keinem anderen Auto kollidierte, war ein Wunder, denn die Autobahn war an diesem Sonntag Abend gut befahren. Schließlich kam mein Auto zum Stehen – es hatte sich bei der Bremsaktion gedreht, ohne dass ich es bemerkt hätte und stand nun auf der Überholspur in umgekehrter Fahrtrichtung. Der Motor war aus, die rechte Seite meines Autos hatte die Leitplanke gerammt. Ich zitterte und schaute schockiert in zwei Spuren von Autos, die mich mit ihren Lichtern blendeten. Was tun? Das war eine ziemlich gefährliche Position, noch dazu als Frau allein im Dunkeln auf der Autobahn. Schnell weg hier! So wagte ich den Versuch, ob der Motor noch anging. Oh Wunder! Es gelang mir tatsächlich, das Auto zu starten. Da alle Autos angehalten hatten, wagte ich es, vorsichtig in den Parkplatz zu fahren. Dort wendete ich und erholte mich erstmal von dem Schock. Doch dieser kleine, unbeleuchtete Parkplatz war auch kein sicherer Ort. So fuhr ich vorsichtig weiter bis zur Autobahnraststätte Pforzheim, rief die Polizei an und besorgte mir etwas zu essen, während ich überlegte, wie es weitergehen konnte. Der Weg nach Hause war noch ziemlich weit, wie sollte ich heimkommen? Nach einiger Zeit kam die Polizei und fragte, ob ich der Unfallwagen wäre. Sie nahmen meine Daten auf und gingen weiter. Eine Untersuchung meines Autos ergab, dass ein Rad nicht mehr brauchbar war und so musste ich es auswechseln. Es dauerte einige Zeit, bis ich das Ersatzrad unter dem Gepäck herausgeholt und ausgewechselt hatte. Bei Tempo 80 fuhr ich also nach Hause. Aber ich kam an diesem Abend mit meinem Auto unversehrt nach Hause. Was für ein Abenteuer!

Mein Auto war allerdings an der rechten Seite ziemlich angeschrammt. Wer sollte den Schaden bezahlen? Wie sollte ich herausfinden, wer der Autofahrer war, der in meine Fahrbahn eingefahren war? Ich kam jedoch nicht nur mit dem Leben davon, sondern es war noch ein weiteres Wunder geschehen: jemand hatte das Autokennzeichen notiert und die Fahrerin wurde angezeigt. Zweimal durfte ich auf Staatskosten nach Karlsruhe, um bei Gericht auszusagen und bekam die Kosten für den entstandenen Totalschaden von der gegnerischen Versicherung erstattet. Die Staatsanwaltschaft hatte klar entschieden, dass die Frau zu knapp vor meinem Auto in die Autobahn eingefahren war. Gott hatte wirklich dafür gesorgt, dass ich bei diesem Abenteuer mit dem Schrecken davonkam.

(c) Katharina Kopp

Mein Licht

„Der Herr ist mein Licht, mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen?“ Psalm 27,1

Es gibt verschiedene Dinge, vor denen wir Angst haben können: Dunkelheit, Krankheit, Verlust lieber Menschen, vor der Zukunft ganz allgemein, aber niemand kann uns dazu verpflichten, vor irgendetwas Angst zu haben. Wer sein Leben in Gott gründet, darf sich geborgen wissen, selbst in dunklen Zeiten. Er gibt Licht, auch wenn es manchmal nur für einen Tag ist. So, wie die Sonne jeden Tag neu aufgeht, so scheint auch sein Licht täglich neu in unser Leben. Er ist es, der uns Heil gibt, es liegt nicht in menschlichen Errungenschaften, auch nicht in den Errungenschaften der Medizin, die nicht immer die erwünschten Resultate bringen. Unser Gott gibt uns auch in Zeiten der Not Sicherheit und Kraft, sodass wir keine Angst haben müssen. Vielleicht neigen wir Deutschen besonders dazu, uns von Angst bestimmen zu lassen, aber es wird unser Leben nicht besser machen. Durch Ängste oder Sorgen können wir unserem Leben nichts hinzufügen, es wird uns Kraft rauben. Vertrauen wir heute unserem Herrn, der unseres Lebens Kraft ist und uns sein Licht gibt für den neuen Tag.

Lieber Vater, sei du heute mein Licht und mein Heil. Hilf mir, mich nicht zu fürchten, sondern in dir geborgen zu sein. Sei du meines Lebens Kraft. Lehre mich, auf dich zu schauen und dir zu vertrauen in allem. Alle meine Ängste und Sorgen lege ich bei dir ab. Amen.

Einen guten Tag im Vertrauen auf unseren Herrn!

Nicht aufgeben!

Station von JMEM in Tonga

März 1999

Meine Zeit in Tonga war sehr abwechslungsreich. Morgens fuhr ich mit dem Fahrrad in das Dorf Mua (ungefähr 3 km entfernt), dort unterrichtete ich die beiden Missionarskinder. Nachmittags half ich auf der Station von JMEM mit oder arbeitete in einem Kinderprogramm in den ärmeren Dörfern mit. Nach einigen Wochen kamen meine Freunde am Sonntag vorbei und nahmen mich mit zu einem Spaziergang am Meer. Sie hatten sich zum Ziel gesetzt, während ihrer Zeit in Tonga etappenweise die Insel zu umrunden. Es war ein schöner Spaziergang. Da der Sand am Meer piekste, entschied ich, auf den angenehm flachen Steinen zu laufen. Dass diese auch ziemlich glitschig waren, merkte ich erst, als ich ausrutschte und auf meiner linken Hand landete. Diese tat höllisch weh und es war klar, das ist etwas Ernstes. So fuhren wir ins einzige Krankenhaus der Insel. Nach langem Warten wurde uns mitgeteilt, dass es erst am kommenden Tag mit einer Untersuchung klappen konnte. Handgelenk gebrochen, so war dann die Diagnose. Ein Gips wurde angebracht, der von den Fingern bis zur Schulter alles einpackte. Sicher ist sicher! Der einzige operierende Arzt der Insel hatte sein Bestes gegeben, Chirurg war er natürlich nicht. Ein weiteres Röntgenbild ca 12 Tage später ergab einen kleinen Spalt zwischen den Knochen. Der Privatarzt, den wir nun aufsuchten, empfahl mir dringend, nach Neuseeland zu fliegen und es anständig richten zu lassen, sonst liefe ich in Gefahr Arthritis zu bekommen. Gesagt, getan! Die Untersuchung im Middlemore Hospital ergab, dass es sich um eine Retardierung handelt, das heißt, die Knochen waren bereits falsch zusammengewachsen. Der Arm wurde also geöffnet, der Karpaltunnel freigelegt, weitere Details erspare ich. Aber der Arzt hatte seinen Job gut gemacht, wie sich nach und nach herausstellte.

Bei der Rückkehr nach Tonga erfuhr ich, dass im Haus neben mir eine deutsche Familie eingezogen waren. Die Frau war Physiotherapeutin. Und so hatte ich eine erstklassige, täglich verfügbare Behandlung, als der Gips endlich ab war. Es war sehr herausfordernd, weil mein Unterarm sehr lange lahmgelegt war und überhaupt keine Kraft mehr hatte. Es kostete mich Überwindung, den Arm immer wieder zu trainieren, weil er so schwach war. Aber da lernte ich kämpfen. Ich wusste, wenn ich jetzt nicht meinen Arm trainiere, werde ich zeitlebens geschwächt sein. Das wollte ich nicht. „60-70% sind jetzt bereits wieder da“, sagte mir der Arzt, „20-30% kommen noch dazu.“ Ich entschied mich, die 70 und die 30 zu nehmen, um auf 100% zu kommen und das ist tatsächlich gelungen. Man merkt heute kaum einen Unterschied zwischen meiner linken und meiner rechten Hand – bis auf eine große Narbe am linken Handgelenk. Auch Gitarre spielen funktioniert ebenso wie Vieles andere. Dass mein linker Arm voll funktionstüchtig ist, ist für mich ein sehr großes Geschenk meines himmlischen Vaters.

Mission in Samoa

Mit solchen Booten fuhren die ersten Missionare auf die pazifischen Inseln. Als sie im Jahr 1830 in Samoa landeten, kamen sie auf der Insel Savaii an. Dort gingen gerade große Stammeskämpfe zu Ende, bei denen etliche Dörfer in Flammen aufgingen. Eine alte Prophetin Nafanua hatte das Wort, dass diese Kämpfe erst durch eine neue Herrschaft beendet würden. So fanden die Missionare unter Leitung von John Williams „Ioane Uiliamu“ sehr offene Ohren. Innerhalb von 20 Monaten wurden damals 80 Kirchen gebaut, weil die Bevölkerung von Samoa unbedingt Lehrer und Pfarrer in ihren Dörfern willkommen heißen wollten, um das Wort Gottes aus der Bibel zu hören. Heute gibt es dort sehr viele Kirchen.

Das polynesische Dreieck
Kirche in Samoa