Zuversicht

„Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“ Hebräer 11,1

Manchmal ist es gar nicht so einfach zu glauben. Wenn Dinge nicht so laufen, wie wir erhofft und erbeten haben, wenn wir vor unüberwindbaren Herauforderungen stehen, möchten wir vielleicht manchmal am liebsten aufgeben. Martin Luther prägte den Satz „Wir brauchen nicht einen großen Glauben, sondern einen Glauben an einen großen Gott.“ Ist das nicht tröstlich? Es kommt nicht auf meinen Glauben an, sondern auf Gottes Größe. Er ist der Große, an den ich glauben darf und der mir immer neu die Zuversicht schenkt, an seine Größe glauben zu dürfen, auch wenn mein Glaube manchmal ganz schwach oder fast nicht vorhanden ist. Auf das zu hoffen, was noch nicht zu sehen ist, ist gar nicht so einfach. Wir erahnen es, können es aber noch nicht sehen. So geht es uns mit Gottes neuer Welt. Wie es genau sein wird, können wir nicht wissen, aber wir dürfen gewiss sein, dass sie weit über das hinausgeht, was wir uns vorstellen können.

Lieber himmlischer Vater, du ermutigst uns immer wieder zum Glauben. Unser Glaube ist manchmal klein und schwach, aber du lädst uns ein, auf dich zu vertrauen. Zu vertrauen, dass du es gut machst, auch wenn es nicht immer gut aussieht. So beten wir „Ich glaube, hilf meinem Unglauben.“ (Mk 9,24) Amen.

„Now faith is the assurance of things hoped for, the conviction of things not seen.“ Hebrews 11:1

Sometimes it’s not so easy to have faith. When things don’t go as we have hoped and prayed for, when we are faced with insurmountable challenges, we may sometimes want to give up. Martin Luther coined the phrase „We do not need a great faith, but faith in a great God.“ Isn’t that comforting? It’s not my faith that matters, but God’s greatness. He is the great one in whom I may believe and who repeatedly gives me the confidence to believe in his greatness, even if my faith is sometimes very weak or almost non-existent.  To hope for that which is not yet to be seen is not so easy. We vaguely perceive it, but cannot see it yet. This is how we feel about God’s new world. We cannot know exactly how it will be, but we can be sure that it will go far beyond what we can imagine.

Dear heavenly Father, you encourage us to believe again and again. Our faith is sometimes small and weak, but you invite us to trust in you. To trust that you will do well, even if it doesn’t always look good. So we pray „I believe, help my unbelief.“ (Mark 9:24) Amen.

Überlebt! (1)

3. Januar 2000 Tonga

Wir waren auf dem Rückweg von der tonganischen Insel Eua. Dort waren wir zwei Wochen lang gewesen und hatten den Menschen von Jesus erzählt. Das Boot startete frühmorgens und es war rappelvoll. Der Tongagraben ist eine der tiefsten Stellen im Meer, deswegen ist die See dort oft sehr unruhig. Auch an diesem Morgen im Januar 2000 war es recht windig und regnerisch. Im Bootsinneren war es sehr voll und stickig, so ging ich nach oben an die frische Luft. Ich setzte mich dort auf eine große Metallbox, da es nicht genug Bänke gab. Als es stürmischer wurde, hielt ich mich an dieser Box fest, um nicht runterzufallen. Das Boot schwankte hin und her und plötzlich begann meine Box sich in Richtung Abgrund zu bewegen, wo es kein Geländer gab. Einen Augenblick lang war ich schockiert, aber irgendwie wusste ich auch, dass ich in Gottes Händen bin. Es gelang mir, von der Box abzuspringen und sie landete auch nicht im Meer. Danach hielt ich mich am Geländer des Schiffes fest, obwohl sie die Box mittlerweile ans Boot geknotet hatten. Ich bin sehr froh, dass mein Leben verschont wurde und wir heil in Nukualofa, der Hauptstadt Tongas ankamen.

(Kein) „Totensonntag“

26.11.2000 „Totensonntag“ – so stand es im Kalender für das evangelische Kirchenjahr für diesen Tag. Ein Tag, an dem man der Gestorbenen des vergangenen Jahres gedenkt. Was mir an diesem Tag hätte passieren können, daran will ich lieber nicht denken. Eine andere Bezeichnung für diesen Tag ist „Ewigkeitssonntag“, das erinnert uns daran, dass diese Menschen bereits in der Ewigkeit sind. Aber für mich war dieser Tag, der eine große Gefahr barg, noch nicht die Zeit dorthin zu gelangen.

Es war bereits Abend, ungefähr 19 Uhr. Ich fuhr mit meinem Auto zurück von einem Besuch bei meinen Eltern bei Plochingen wieder nach Lörrach, wo ich seit September als Lehrerin arbeitete. Es war bereits dunkel und regnete leicht. Da ich außerdem einiges an Gepäck geladen hatte, fuhr ich eher langsam auf der rechten Spur. Da sah ich an einem kleinen Parkplatz ein Auto warten. Die Ausfahrt hatte keinen Beschleunigungsstreifen und so wagte die Fahrerin es auf gut Glück. Ohne Vorwarnung fuhr sie ihr Auto knapp vor mir auf meine Fahrspur. Ich bremste scharf und schlingerte auf beiden Spuren der Autobahn hin und her. Dass ich dabei mit keinem anderen Auto kollidierte, war ein Wunder, denn die Autobahn war an diesem Sonntag Abend gut befahren. Schließlich kam mein Auto zum Stehen – es hatte sich bei der Bremsaktion gedreht, ohne dass ich es bemerkt hätte und stand nun auf der Überholspur in umgekehrter Fahrtrichtung. Der Motor war aus, die rechte Seite meines Autos hatte die Leitplanke gerammt. Ich zitterte und schaute schockiert in zwei Spuren von Autos, die mich mit ihren Lichtern blendeten. Was tun? Das war eine ziemlich gefährliche Position, noch dazu als Frau allein im Dunkeln auf der Autobahn. Schnell weg hier! So wagte ich den Versuch, ob der Motor noch anging. Oh Wunder! Es gelang mir tatsächlich, das Auto zu starten. Da alle Autos angehalten hatten, wagte ich es, vorsichtig in den Parkplatz zu fahren. Dort wendete ich und erholte mich erstmal von dem Schock. Doch dieser kleine, unbeleuchtete Parkplatz war auch kein sicherer Ort. So fuhr ich vorsichtig weiter bis zur Autobahnraststätte Pforzheim, rief die Polizei an und besorgte mir etwas zu essen, während ich überlegte, wie es weitergehen konnte. Der Weg nach Hause war noch ziemlich weit, wie sollte ich heimkommen? Nach einiger Zeit kam die Polizei und fragte, ob ich der Unfallwagen wäre. Sie nahmen meine Daten auf und gingen weiter. Eine Untersuchung meines Autos ergab, dass ein Rad nicht mehr brauchbar war und so musste ich es auswechseln. Es dauerte einige Zeit, bis ich das Ersatzrad unter dem Gepäck herausgeholt und ausgewechselt hatte. Bei Tempo 80 fuhr ich also nach Hause. Aber ich kam an diesem Abend mit meinem Auto unversehrt nach Hause. Was für ein Abenteuer!

Mein Auto war allerdings an der rechten Seite ziemlich angeschrammt. Wer sollte den Schaden bezahlen? Wie sollte ich herausfinden, wer der Autofahrer war, der in meine Fahrbahn eingefahren war? Ich kam jedoch nicht nur mit dem Leben davon, sondern es war noch ein weiteres Wunder geschehen: jemand hatte das Autokennzeichen notiert und die Fahrerin wurde angezeigt. Zweimal durfte ich auf Staatskosten nach Karlsruhe, um bei Gericht auszusagen und bekam die Kosten für den entstandenen Totalschaden von der gegnerischen Versicherung erstattet. Die Staatsanwaltschaft hatte klar entschieden, dass die Frau zu knapp vor meinem Auto in die Autobahn eingefahren war. Gott hatte wirklich dafür gesorgt, dass ich bei diesem Abenteuer mit dem Schrecken davonkam.

(c) Katharina Kopp

Mein Licht

„Der Herr ist mein Licht, mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen?“ Psalm 27,1

Es gibt verschiedene Dinge, vor denen wir Angst haben können: Dunkelheit, Krankheit, Verlust lieber Menschen, vor der Zukunft ganz allgemein, aber niemand kann uns dazu verpflichten, vor irgendetwas Angst zu haben. Wer sein Leben in Gott gründet, darf sich geborgen wissen, selbst in dunklen Zeiten. Er gibt Licht, auch wenn es manchmal nur für einen Tag ist. So, wie die Sonne jeden Tag neu aufgeht, so scheint auch sein Licht täglich neu in unser Leben. Er ist es, der uns Heil gibt, es liegt nicht in menschlichen Errungenschaften, auch nicht in den Errungenschaften der Medizin, die nicht immer die erwünschten Resultate bringen. Unser Gott gibt uns auch in Zeiten der Not Sicherheit und Kraft, sodass wir keine Angst haben müssen. Vielleicht neigen wir Deutschen besonders dazu, uns von Angst bestimmen zu lassen, aber es wird unser Leben nicht besser machen. Durch Ängste oder Sorgen können wir unserem Leben nichts hinzufügen, es wird uns Kraft rauben. Vertrauen wir heute unserem Herrn, der unseres Lebens Kraft ist und uns sein Licht gibt für den neuen Tag.

Lieber Vater, sei du heute mein Licht und mein Heil. Hilf mir, mich nicht zu fürchten, sondern in dir geborgen zu sein. Sei du meines Lebens Kraft. Lehre mich, auf dich zu schauen und dir zu vertrauen in allem. Alle meine Ängste und Sorgen lege ich bei dir ab. Amen.

Einen guten Tag im Vertrauen auf unseren Herrn!

(c) Katharina Kopp

Noch ein kleiner Videoimpuls zu diesem Vers: https://youtu.be/6ZFneSF8a7M?si=Xk1WfO2hocwkxkhc

Nicht aufgeben!

Station von JMEM in Tonga

März 1999

Meine Zeit in Tonga war sehr abwechslungsreich. Morgens fuhr ich mit dem Fahrrad in das Dorf Mua (ungefähr 3 km entfernt), dort unterrichtete ich die beiden Missionarskinder. Nachmittags half ich auf der Station von JMEM mit oder arbeitete in einem Kinderprogramm in den ärmeren Dörfern mit. Nach einigen Wochen kamen meine Freunde am Sonntag vorbei und nahmen mich mit zu einem Spaziergang am Meer. Sie hatten sich zum Ziel gesetzt, während ihrer Zeit in Tonga etappenweise die Insel zu umrunden. Es war ein schöner Spaziergang. Da der Sand am Meer piekste, entschied ich, auf den angenehm flachen Steinen zu laufen. Dass diese auch ziemlich glitschig waren, merkte ich erst, als ich ausrutschte und auf meiner linken Hand landete. Diese tat höllisch weh und es war klar, das ist etwas Ernstes. So fuhren wir ins einzige Krankenhaus der Insel. Nach langem Warten wurde uns mitgeteilt, dass es erst am kommenden Tag mit einer Untersuchung klappen konnte. Handgelenk gebrochen, so war dann die Diagnose. Ein Gips wurde angebracht, der von den Fingern bis zur Schulter alles einpackte. Sicher ist sicher! Der einzige operierende Arzt der Insel hatte sein Bestes gegeben, Chirurg war er natürlich nicht. Ein weiteres Röntgenbild ca 12 Tage später ergab einen kleinen Spalt zwischen den Knochen. Der Privatarzt, den wir nun aufsuchten, empfahl mir dringend, nach Neuseeland zu fliegen und es anständig richten zu lassen, sonst liefe ich in Gefahr Arthritis zu bekommen. Gesagt, getan! Die Untersuchung im Middlemore Hospital ergab, dass es sich um eine Retardierung handelt, das heißt, die Knochen waren bereits falsch zusammengewachsen. Der Arm wurde also geöffnet, der Karpaltunnel freigelegt, weitere Details erspare ich. Aber der Arzt hatte seinen Job gut gemacht, wie sich nach und nach herausstellte.

Bei der Rückkehr nach Tonga erfuhr ich, dass im Haus neben mir eine deutsche Familie eingezogen waren. Die Frau war Physiotherapeutin. Und so hatte ich eine erstklassige, täglich verfügbare Behandlung, als der Gips endlich ab war. Es war sehr herausfordernd, weil mein Unterarm sehr lange lahmgelegt war und überhaupt keine Kraft mehr hatte. Es kostete mich Überwindung, den Arm immer wieder zu trainieren, weil er so schwach war. Aber da lernte ich kämpfen. Ich wusste, wenn ich jetzt nicht meinen Arm trainiere, werde ich zeitlebens geschwächt sein. Das wollte ich nicht. „60-70% sind jetzt bereits wieder da“, sagte mir der Arzt, „20-30% kommen noch dazu.“ Ich entschied mich, die 70 und die 30 zu nehmen, um auf 100% zu kommen und das ist tatsächlich gelungen. Man merkt heute kaum einen Unterschied zwischen meiner linken und meiner rechten Hand – bis auf eine große Narbe am linken Handgelenk. Auch Gitarre spielen funktioniert ebenso wie Vieles andere. Dass mein linker Arm voll funktionstüchtig ist, ist für mich ein sehr großes Geschenk meines himmlischen Vaters.

Mission in Samoa

Mit solchen Booten fuhren die ersten Missionare auf die pazifischen Inseln. Als sie im Jahr 1830 in Samoa landeten, kamen sie auf der Insel Savaii an. Dort gingen gerade große Stammeskämpfe zu Ende, bei denen etliche Dörfer in Flammen aufgingen. Eine alte Prophetin Nafanua hatte das Wort, dass diese Kämpfe erst durch eine neue Herrschaft beendet würden. So fanden die Missionare unter Leitung von John Williams „Ioane Uiliamu“ sehr offene Ohren. Innerhalb von 20 Monaten wurden damals 80 Kirchen gebaut, weil die Bevölkerung von Samoa unbedingt Lehrer und Pfarrer in ihren Dörfern willkommen heißen wollten, um das Wort Gottes aus der Bibel zu hören. Heute gibt es dort sehr viele Kirchen.

Das polynesische Dreieck
Kirche in Samoa

Warum ein Blog?

Mein Wunsch war es, das was ich mit Gott erlebte weiterzugeben, um andere zu ermutigen.

„Fang mit nem Blog an“ – so der Rat – und dann?

Das war im April 2020. Vieles habe ich seither geschrieben. Nachdenkliches, Heiteres, Gedichte, Geschichten und Bilder. Es tut gut, eine Plattform zu haben, wo ich das weitergeben kann, was ich mit Gott erlebte. Ziel ist, dich zu ermutigen, deine eigene Geschichte zu schreiben und deine erlebten Geschichten weiterzugeben.

Das Erstellen einer eigenen Webseite kostet viel Arbeit, v.a. wenn man – wie ich – ziemlich unbedarft reinschlittert. Andererseits macht es mir Freude, ahnungslos anzufangen und mich langsam aber sicher mit der Materie vertraut zu machen. Die Freude des Erfolgs gleicht den Ärger und die Frustration aus, die man Anfangs hatte. Sicher ist das auch Typsache. Manche wagen nichts Neues und haben dann auch nie die Chance neue Erkenntnisse zu gewinnen. Ich will mich immer wieder neu auf den Weg machen und Neues ausprobieren. „Wer immer nur das macht, was er immer gemacht hat und dorthin geht, wo er schon immer hinging, wird nie zu neuen Ufern aufbrechen, sondern immer nur im Vertrauten bleiben.“ Ich bin ein Mensch, der immer wieder neu aufbricht. So habe ich mich auf den Weg gemacht, diese Seite zu gestalten.

Ein Engel?

Meine erste große Reise alleine über den großen Teich begann abenteuerlich. Das Ziel war, in Tonga, einer kleinen Südseeinsel Missionarskinder zu unterrichten.

Eine Zwischenstation musste ich machen, da es keinen direkten Flug gab. Hawaii klang sehr viel angenehmer als Los Angeles, eine Großstadt, in der man sich gut verirren kann. Bekannte meiner Freunde sollten mich dort abholen, damit ich zwei Tage auf der Station von Jugend mit einer Mission (JMEM) bleiben konnte, bevor mein Flug nach Tonga ging. Geplante Ankunft des Fluges war 1.30 nachts. Der Flieger hatte zwei Stunden Verspätung und so fand ich mich am 17. Januar 1999 vor dem Flughafen in Oahu, darauf wartend, dass mich jemand abholt.

Irgendwann hatte auch das letzte Taxi und der letzte Bus die Gäste in ihre Hotels gebracht, während ich alleine mit meinem Gepäck auf einem Mäuerchen außerhalb des Flughafens saß. Da kam wohl auch niemand mehr. So machte ich mich auf die Suche nach dem kleinen Flughafenhotel, von dem man mir erzählt hatte. Es dauerte etwas, aber ich fand es und checkte bis 8 Uhr morgens dort ein. Dieser Tag war ein Sonntag. Nach dem Frühstück versuchte ich, die Leute von JMEM oder YWAM zu erreichen. Aber unter der Büronummer, die ich hatte, war niemand zu erreichen, klar, war ja auch ein Sonntag! Facebook und Whatsapp waren damals noch nicht erfunden, was also tun?

Da es mir zu dumm war, alle die vielen Menschen anzusprechen, schrieb ich ein Schild ‚YWAM“ und setzte mich wieder auf das mir nun gut vertraute Mäuerchen. Nach einiger Zeit kam eine Frau vorbei – oder war es ein Engel? Sie meinte, sie könne mich vielleicht mitnehmen und wisse, wo die Station/Base von YWAM (JMEM) ist. Aber sie hatte dann doch keinen Platz für mein Gepäck in ihrem Auto. So schrieb sie mir einen Zettel, auf dem sie genau die Wegbeschreibung zum Zentrum von YWAM aufschrieb und drückte mir 30 $ in die Hand fürs Taxi. Mehr solle ich nicht bezahlen. Ich war sprachlos. Dem Taxifahrer konnte ich auf diese Weise genau erklären, wie er fahren musste, er fragte ein paarmal nach und schien erstaunt, wie klar ich ihm den Weg erklären konnte, obwohl ich noch nie dagewesen war. Ohne die Wegbeschreibung hätte das wohl kaum geklappt. Angekommen bei YWAM Honolulu stellte sich heraus, dass die Email mit meiner Ankunft nur teilweise angekommen war und ich gar nicht erwartet worden war. Trotzdem erhielt ich ein Bett und wurde willkommen geheißen. Damals wurden Emails im Südpazifik über die Telefonleitung per Modem verschickt und das war nicht immer zuverlässig, wie ich gelegentlich erleben durfte. Aber Gott war zuverlässig, wie immer. Er wusste genau, wo ich war und wie ich an meinen Bestimmungsort kommen konnte. In Tonga wurde ich von meinen Freunden erwartet und erlebte dort weitere Abenteuer.

(c) Katharina Kopp

Gott hört

„Rufe mich an, so will ich dir antworten und will dir kundtun große und unfassbare Dinge, von denen du nichts weißt.“ Jeremia 33, 3

Wenn wir uns auf unsere eigene Stärke oder auf andere Menschen verlassen, werden wir oft enttäuscht. Aber wenn wir auf Gott vertrauen, wird er uns hören und wird uns antworten. Wir dürfen ihn anrufen und er verspricht, dass er uns antworten wird. Er kennt uns durch und durch und wird sich um unsere Anliegen kümmern. Dabei hat er immer das große Ganze im Blick und möchte uns in unserer Beziehung mit ihm stärken. Er ist kein Automaten-Gott, wo ich oben ein Gebet einwerfen und unten kommt die erwünschte Antwort raus. Oft dauern schwierige Zeiten durchaus länger als uns dies recht ist und wir sehen erst im Nachhinein, wie diese Situationen uns in unserem Glauben stärkten. Ich wünsche uns allen, dass wir durch diese Situation, durch die wir gerade gehen, gestärkt werden und unser Vertrauen auf Gott setzen können.

Lieber Vater, wir rufen zu dir, weil wir wissen, dass du hörst. Wir bitten dich, dass du uns trägst in allem, was geschieht. Wir wollen diese großen und unfassbaren Dinge sehen, von denen wir noch nichts wissen. Danke, dass wir auf dich vertrauen dürfen in allen Umständen. Amen.

Sucht Gott

„So richtet nun euer Herz und euren Sinn darauf, den HERRN, euren Gott, zu suchen.“ 1. Chronik 22,19
Der König Salomo baute Gott ein Haus, in dem er wohnen sollte. An diesem Ort sollte Gott angebetet werden, im jüdischen Tempel in Jerusalem. Später wurde dieser Tempel zerstört und die Juden ins Exil nach Babylon geführt. Sie mussten andere Wege finden, Gott zu suchen. So begannen sie, Synagogen zu bauen, um dort Gott anzubeten und die Thora, die alttestamentlichen Schriften zu studieren. Diese Synagogen dienten dann als Vorbild für die ersten Kirchen, Orte, an denen Christen zusammenkommen, um Gott zu suchen. Auch heute sind wir gefragt, andere Orte, andere Formen der Anbetung und der Suche nach der Begegnung mit Gott zu finden. Jeremia (29,13) ermutigt uns mit Gottes Wort: „Wenn ihr mich von ganzem Herzen sucht, so werde ich mich von euch finden lassen.“ Gott zu suchen in unserem Alltag ist täglich neu eine Aufgabe. Aber er hat uns versprochen, dass wir ihn auch finden dürfen, wenn wir ihn suchen.

Lieber Vater, heute wollen wir dich suchen an dem Ort, an den du uns gestellt hast. Begegne du uns in allen kleinen und großen Fragen des Alltags. Unsere Kirchen sind geschlossen, aber du hast versprochen, dass wir dich finden werden, wenn wir dich von ganzem Herzen suchen. Amen.

(c) Katharina Kopp