Nicht sehen…

Selig die, die nicht sehen 
Aber glauben -
Der Glaube geht
  auf dem Wasser
  Sinkt nicht
  Schaut auf zu IHM
Hält sich nicht am trügerischen Grund
Baut auf Fels
Hält fest an dem nicht sichtbaren, doch ewig treuen Gott
Sucht Halt
Erhält ewige Sicherheit in den starken Vaterarmen:
  Geborgenheit
  Heimat
  Nähe
  Liebe
  Wärme
Nur in dir!

© 2006 Katharina Kopp

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In Gefahr

Herbst 1982

Wir waren 10 Jahre alt und gingen in die 5. Klasse in Tübingen ins Wildermuth Gymnasium. Zwei kleine, relativ unbedarfte Schulmädels auf dem Heimweg von der Schule. Unser Sportunterricht endete Freitagnachmittags um 18 Uhr. So war es in diesem Spätherbst bereits dunkel, als wir die Straße entlang gingen, vorbei an zwei weiteren großen Gymnasien. Normalerweise ging ich durch den Anlagenpark, um meinen Bus zu erreichen. Aber abends war es dort dunkel. Meine Freundin Kerstin lebte ca 15 Gehminuten von der Schule entfernt. So gingen wir den ersten Teil des Heimwegs gemeinsam, bevor sich unsere Wege am Bahnhof trennten.

An diesem Abend waren wir im Gespräch, daher bemerkte ich erst nichts. Kerstin wies mich dann darauf hin, dass ein Mann hinter uns aus dem Gebüsch gesprungen war und uns seither hinterherlief. Jetzt wurde es mir auch klar, dass wir wohl in Gefahr waren, denn er schien es auf uns abgesehen zu haben. Bereits damals hörte man immer wieder von Kindern, die auf mysteriöse Weise verschwanden. Was sollten wir tun? Handys gab es noch nicht, es hätte auch nicht unbedingt genützt. Weit und breit war kein Mensch und es war stockfinster. Wir hatten beide entschieden, zu Jesus gehören zu wollen und wussten, dass er immer bei uns ist. So war es für mich selbstverständlich, ihr vorzuschlagen, gemeinsam zu beten. Wir baten Gott um seinen Schutz in dieser gefährlichen Lage, während wir weiterliefen, im Vertrauen auf Gott, aber auch mit verzagten Herzen. Nach einiger Zeit überholte uns der Mann, wartete in einer Einfahrt, um dann wieder hinter uns her zu laufen. Was würde er mit uns machen? Dann kam der Punkt, wo ich nach rechts zur Unterführung und zu meinem Bus abbiegen musste. Ihr Heimweg  führte weiterhin geradeaus, und dann nach links auf die Neckarbrücke. Wir trennten uns bangen Herzens. Der Mann entschied, meiner Freundin nachzugehen, während ich zu meinem Bus eilte. Was würde wohl mit ihr passieren? Diese Frage stellte ich mir unentwegt auf der circa 30 minütigen Fahrt nach Hause. Es war ein langer Weg, auf dem ich betend und hoffend im Bus saß.

Endlich kam ich zu Hause an. Meine Eltern erwarteten mich besorgt. Kerstins Eltern hatte bereits angerufen. Was war mit ihr passiert?, war meine größte Frage. Jetzt erst hörte ich die zweite Hälfte der Geschichte und staunte. Als der Mann gemerkt hatte, dass sie auf die belebte Neckarbrücke abbog, war er umgekehrt, vermutlich um nach mir zu schauen. So hatte sie sich dieselbe Frage gestellt. Doch ich hatte zu diesem Zeitpunkt bereits im Bus gesessen.

Für mich war dieses Erlebnis eine der ersten sehr konkreten Gebetserhöhungen, die mir zeigte, dass Jesus immer auf mich aufpasst. Wahrscheinlich hat diese sehr konkrete Erfahrung maßgeblich dazu beigetragen, dass ich lernte, in allen Lagen auf Gottes Schutz zu vertrauen.

„Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück. Denn du bist bei mir.“ Psalm 23, 4

Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, da bin ich mitten unter ihnen. Matthäus 18, 20

(c) Katharina Kopp

Kommunikation

Gespräch 
Du redest
Hört jemand zu?
Gibt es eine Reaktion?
Schweigen!
Mitteilungsbedürfnis 
Deine Sehnsucht
Gehört zu werden
Gesehen in dem Eigenen
Resonanz?
Zuhören 
Zeit geben
Das Gegenüber wahrnehmen
Das Gesagte vorsichtig aufnehmen
Nachdenken
Interesse 
Ehrliche Anteilnahme
Tiefes, ehrfürchtiges Hören
Raum zur Resonanz gestalten
Beziehung?
Schweigen 
Wortlose Begegnung
Mit den Augen
Ohne Worte alles gesagt!
Tiefe.

© Katharina Kopp

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Lebensjubel

Zerstört 
Alles verbrannt
Weit und breit
Gibt es noch Hoffnung?
Feuerblume!
Tod 
Gewaltiger Herrscher
Neues bricht durch
Jetzt sprosst Hoffnung auf
Lebensjubel!

© Katharina Kopp

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Nicht dein Zuhause

Diese Welt ist nicht dein Zuhause. 
Was dir gehört ist nur gelieh'n.

Die Menschen, die du liebst,
erwidern dies nicht immer.
Und sowieso nicht so,
wie du's grad brauchst.

Für manche bist du Zaungast,
für andere Besucher nur auf Zeit,
leicht austauschbar gegen was Besseres.
Ne Zeitlang bist du in und interessant,
dann geh'n sie achtlos weiter.

Und du? Machst du es anders?
Bleibst du steh'n, wenn es schwer wird
oder gehst auch du weiter?
Hältst du fest an Menschen, die verzweifelt um sich schlagen?
Hältst du ihren Schmerz aus?
Oder spürst du nur die Schläge,
die dich treffen?

Kannst du dankbar sein für das, was du empfängst
oder wartest du immer noch
auf ein größeres Geschenk?
Wann ist es genug?

Du suchst nach Liebe und bleibst leer?
Gib deine Sehnsucht ihm,
er ist dein allergrößtes Geschenk!
Er stillt die Sehnsucht und er liebt dich nach Hause.
Dort bei ihm
ist dein ewiges Zuhause!

© Katharina Kopp

Das Gedicht klingt etwas fatal. Natürlich genieße ich diese Welt auch und ich bin dankbar, dass es Menschen darin gibt,  die mir immer mal ein Gefühl von „Zuhause“ geben. Aber meine endgültige Heimat ist bei ihm und in ihm. Wo ich hier bereits einen Vorgeschmack davon bekomme, nehme ich dies dankbar wahr und an. Ich darf schon jetzt Gottes Mitbewohner sein und bin verbunden mit allen anderen, die zu ihm gehören. Gehörst du auch dazu? Oder würdest du gerne dazugehören? Sprich mich an oder jemand anders, der dazu gehört. Warte nicht zu lange!

So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Bürger mit den Heiligen und Gottes Hausgenossen,
Epheser 2:19 DELUT
https://bible.com/bible/51/eph.2.19.DELUT

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Ein Gebet

Du hast nicht gezählt 
die Jahre meiner Schuld.

Du hast nicht gefragt
ob ich dich lieben würde.

Doch als ich am Abgrund stand
hast du nach mir gegriffen
in deiner großen Liebe.

Du hast mich gewählt,
mich erkauft noch eh' ich dich wollte.

Du hast nicht gewartet bis ich kam,
sondern hast für mich bezahlt -
den ganzen Preis.

Gewartet, gesehnt hat sich dein Herz bis ich kam.

Du hast mich nicht gezwungen
dein Kind zu werden,
doch aus freien Stücken
folge ich dir jetzt nach.

© Katharina Kopp

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Unkraut

Löwenzahn ist ein hübsches und durchaus nützliches Unkraut. Aber das Unkraut, das sich im Leben ansammelt und es verunreinigen kann, hat einen Ort, damit es im Leben keine Wurzeln schlägt.

„Sehet darauf, daß nicht jemand Gottes Gnade versäume; dass nicht etwa eine bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte und viele durch dieselbe verunreinigt werden.“
Hebräer 12, 15

Schau, am Kreuz von Golgatha! 
Unser Unkraut landet da,
denn dieser Mann, er kam für dich,
nahm all dein Elend gern auf sich.
Die bitt're Wurzel landet dort, 
er wäscht das Leid einst alles fort.
Auch meine übergroße Schuld,
die trug er mit unendlicher Geduld.
Es ist an dir, das anzunehmen. 
Dafür sollst du dich niemals schämen.
Versöhnlich reicht er dir die Hand -
Du darfst jetzt gehen ins verheiß'ne Land.

© Katharina Kopp

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Quarantäne

Überrascht starr' ich den Schnelltest an: 
ein dicker roter Strich, o Mann!
1000 Gedanken treiben ihren Hohn:
wen hatt' ich noch getroffen,
wer ist davon betroffen?
So setz' ich mich ans Telefon
und informier' die Leute:
Wie jedes Treffen mich jetzt reute!
Der Auftritt der Symptome dann erst richtig startet, 
als hätten sie auf Legitimation gewartet:
"endlich geht es los, wir dürfen!"
Husten, Schnupfen, Heiserkeit,
Kopfweh, Halsweh, Übelkeit,
Durchfall, Fieber, Apetitlosigkeit...
Mir bleibt nur Pillen schlucken und Tee schlürfen...
Dass ich nicht versauert bin, 
liegt auch an meiner Helferin,
die einkaufte und für mich kochte,
auch als ich nicht recht essen mochte,
an Freunden in der Näh' und Fern,
Die brachten mich vor unsern Herrn!
Seine Näh' bringt Kraft und Zuversicht,
erhellt mein Dunkel mit seinem Licht.
Nach diesem Vorbericht,
mein Quarantäne-Gedicht:
Q.  uatsch, mich erwischt das scheinbar nicht!
U. nd plötzlich doch ans Haus gefesselt.
A. llein im Zimmer eingekesselt.
R. ückzug ist jetzt höchste Pflicht!
A. bgesondert bleibt nur die Aussicht
(aus dem Fenster).
N. ach drei Tagen Fieber der Triumph:
T. auch' auf aus meinem Fiebersumpf!
Ä. tzend - dennoch positiv!
(in dem Fall eher negativ!)
N. och immer hüte ich das Haus!
E. ndlich will ich doch mal wieder raus!

© Katharina Kopp

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Handy spurlos verschwunden

Eben hatte ich es noch in der Hand, war im Gespräch mit Kollegen gewesen und hatte etwas nachgeschaut. Aber als ich zuhause ankam, war es weg. Ich ging alle möglichen (und unmöglichen) Orte durch, wo ich es beim Nachhausekommen abgelegt haben könnte. Auch draußen im Gebüsch neben dem Parkplatz suchte ich. Erfolglos!! Dummerweise hatte ich es auf lautlos gestellt gehabt. Also half anrufen auch nicht. Meine Internet Recherche ergab eine Möglichkeit, es 5 Minuten klingeln zu lassen trotz lautlos Einstellung. Aber es ließ sich nicht orten. Diese Option entfiel also auch.

„Oh nein“, dachte ich, „wahrscheinlich ist die Batterie leer.“ Da war guter Rat teuer. Irgendwann fand ich mich damit ab und wartete den nächsten Tag ab, vielleicht hatte ich es ja doch bei der Arbeit liegen lassen. Aber auch die Kollegen hatten es nicht gesehen. Also musste es irgendwo zuhause sein. Zurück von der Arbeit nochmal alles durchsucht –  nichts! Und dann nochmal die Suchfunktion von android genutzt: dieses Mal ergab sich die Info: 54% geladen und bei Joy Box, meinem heimischen Netzwerk angemeldet. Aber wo war es?

Also aktivierte ich jetzt die 5 Minuten Klingelfunktion, und meine WG Mitbewohnerin und ich machten uns auf die Suche. „Ich höre was!“, rief sie aufgeregt. Gespannt eilte ich nach draußen wo das Klingeln herkam. Und dann der erstaunte Griff in den Busch, wo es tatsächlich wohlerhalten auf mich wartete. Es nusste auf dem Weg vom Auto zum Haus aus der Tasche gefallen sein.

Der Prozess hat in mir aber auch noch anderes ausgelöst: Wie sehr habe ich mich von diesem kleinen Gerät abhängig gemacht? Das Leben funktioniert kaum noch ohne. Überweisungen, Authentifizierungen um Zugang zu Arbeitsprogrammen zu erhalten, Kommunikation mit Freunden, nützliche und überflüssige Informationen… So viele Lebensprozesse scheinen nur noch mit Handy zu laufen. Aber die 22 Stunden haben mich gelehrt, dass es auch mal ohne geht. Und trotzdem bin ich jetzt sehr dankbar, es wiederzuhaben. Dies gilt umso mehr, da ich einen Tag später von Corona in die Quarantäne gezwungen wurde.

(c) Katharina Kopp

Der Wind

Das leise Säuseln seines Windes - 
Du kennst es wohl.
Das herannahende Sausen, das kräftige Blasen und Blustern...
Hörst du es rauschen?
Spürst du den Wind in allen Gliedern?
Siehst du wie die Palmen sich biegen im Wind?
Sie beugen sich sanft, geben nach.
Doch stehen sie fest, sind unbeugsam in jeder Lage.
Sag, kennst du auch das leise Säuseln seines Geistes?
... das stärker werdende Drängen?
Bist du bereit zu stehen wie die Palmen:
Seinem Drängen nachzugeben
und doch: niemals dich den Situationen zu beugen.
Niemals aufzugeben.
Der den Wind schickt 
ist Derselbe, der auch dir die Kraft gibt zu stehen.
Er wird nicht zulassen, dass der Wind zu stark wird.
Gib dich in seine Hand 
und vertraue:
Er wird nicht zulassen, dass du zerbrichst.
So, wie er die Palmen hält,
wird er auch dich halten und bewahren.
Und du kannst stehen
In Sturm und Wind.

Die Widerstandskraft der Palmen bei starkem Wind oder Sturm während meiner Zeit in Tonga veranlasste mich zu diesem Gedicht! Manchmal gab es ziemlich heftige Stürme, denen ich auf dieser flachen Insel ausgesetzt war, zumal mein Häuschen zwischen Seitenwand und Dach recht durchlässig war. Dabei beobachtete ich, dass Palmen selten abbrechen, weil sie solch eine Biegsamkeit besitzen. Mögest du genauso wie diese Palmen in jedem Sturm standhaft bleiben! Mir hilft dazu die Verankerung in meinem Schöpfer, der mich immer hält und mich vor dem Zerbrechen bewahrt.

© Katharina Kopp, August 1999

Kathakritzelt.com hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht.

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