
Cathedral Cove in der Coromandel in Neuseeland: Das Bild erinnert mich immer daran, dass ich auf solch einen starken Felsen gegründet bin. In allen Stürmen bleibt der felsenfest bestehen!!
Was wenn...?
Heute ist
Alles gut.
Soweit.
Aber was kommt?
Morgen?
Übermorgen?
Wie wird es sein?
Ängste?
Sorgen?
Fragen?
Doch heute ist
Alles gut.
Soweit.
Und morgen?
Jeder Tag
Sorgt
Für sich.
Dieser Text lebt von dem, was zwischen den Zeilen geschrieben ist. Wie füllst du die Leerstellen?
(c) Katharina Kopp

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Dein Poet
Die Landschaft ist eigentlich schön. Der Titel „Gott liebt dich“ oder „Genieße dein Leben“ ist offiziell Programm: dort sollte sich das Leben abspielen. Trotz diesem „Programm“ befindest du dich im Kerker: dort sind Worte wie „ungeliebt“, „unfähig“, „unwichtig“, „wertlos“ und andere vernichtende Urteile dein (Lebens-)Programm.
Zusammengefasst klingt das mehr nach Tod als nach Leben. Gefesselt sitzt du dort und stellst dir so manche Fragen: „Wie bin ich hierher gekommen?“, „Warum muss ich hier leben?“, „Gibt es keine andere Möglichkeit?“ und „Wieso spielt sich das Leben dort draußen ab und ich sitze hier in Gefangenschaft gefesselt?“ Lebst du auch mit dieser tiefen Angst, abgelehnt zu werden und sehnst dich nach tiefer Annahme und Verständnis? Der Wunsch nach Leben ist sehr groß, und zwar nach echtem Leben, dem Leben, das von Fülle spricht. Sehnsüchtig versuchst du, einen Blick auf dieses Leben, das sich da draußen abspielt zu erhaschen. Ist es möglich, dorthin zu gelangen? Gibt es einen Weg in diese innere Freiheit.

In der Bibel lesen wir, dass wir bei Gott wertgeachtet sind (Johannes Evangelium Kapitel 1)*, dass seine Liebe in unsere Herzen ausgegossen ist (Römer 5, 5)*, dass er uns tüchtig gemacht hat (2. Korintherbrief 3, 5)*. Vielleicht fällt es dir schwer, das anzunehmen und zu glauben, weil du es anders erlebtest. Menschen zeigten dir Verachtung oder behandelten dich lieblos. Das nahmst du als generelles Werturteil über dein Leben hin, ohne es zu hinterfragen. Hast du für dich geklärt, wessen Aussage über dein Leben letztendliche Gültigkeit hat? In der Bibel ist die Rede von einem liebenden Vater, der sehnsüchtig auf sein Kind wartet, das von ihm weggelaufen ist (Johannes Evangelium Kapitel 15)*. Auch wenn du das Gefühl hast, dass niemand auf dich wartet oder dich wertachtet, so darfst du wissen: es gibt einen Vater, bei dem du jederzeit willkommen bist. Über diese negativen Aussagen in deinem Leben schreibt er sein göttliches „JA“: „geliebt“, „wertvoll“, „fähig“, „Kind“. Ja, du darfst sein Kind sein, er wollte, dass du lebst. Denn er hat diese Welt und damit auch dich so sehr geliebt, dass er sein eigenes Kind, Jesus gegeben hat, damit du, wenn du an ihn glaubst nicht verloren gehst, sondern ewiges Leben hast (Johannes 3, 16)*. Dieses Leben in Fülle wünsche ich dir für jeden neuen Tag! Und dann kann es dir auch gelingen, dieses Leben an andere weiterzugeben.

* Bibelverse können nachgelesen werden in der Bibel. Die erste Zahl bezeichnet das Kapitel, die Zahl nach dem Komma steht für den Vers im entsprechenden Kapitel.
Hier gibt es eine online Bibel Version: https://www.bibleserver.com/
(c) Katharina Kopp
I walked along the beach
climbed over the rocks
and found two broken shells.
The surface is brown - inconspicious.
But where they are broken
you can see inside
and it's shining.
Where the surface broke off
it shines like silver.
It is dark inside the shell
- unless it is broken.
But where it is broken
you can see through
you can see how the light reflects
and shines back to you.

Can these broken shells ever be fixed?
Or do you only see God's glory in broken vessels?
How can I scrape off the surface so the shiny part is seen?
© Katharina Kopp, Tonga, October 1999
Mein Herz ist wie ein off'nes Buch,
in dem ich nach den heilen Seiten such'.
Doch alles ist hier voller Narben,
in ganz verschied'nen trüben Farben.
Die schwimmen wie in einem roten Pool,
dabei tat ich doch immer ach so cool.
So trampelte man auf mir rum,
verkaufte mich auch oft für dumm.
Jetzt liegt es offen wie nach ner OP.
und tut noch so entsetzlich weh.
Will keiner diese Schmerzen teilen,
und helfen, dieses Herz zu heilen?
Ich fürchte, das ist nicht so einfach,
Denn ganz egal, was ich auch mach',
Dies' trotzig' und verdrehte Ding,
ich leider immer mit mir bring.
So suche Antwort ich vergeblich,
und find' nur immer wieder mich.
Mit diesem Herzen voller Schuld und Scham,
und hoff' auf den, der mir die Schuld längst nahm.
Letztendlich reicht ein Blick in meinen Spiegel,
zu seh'n: mein Herz hatt' immer einen Riegel.
Wieso sollt' es sich zeigen, wie es ist,
wenn der and're auf Krawall gebürstet ist?
So acht' ich d'rauf, es zu behüten,
unnöt'ge Schmerzen zu verhüten.
Doch manchmal öffne ich es gerne,
spür' ich Int'resse aus der Ferne.
Letztendlich bleibt doch jedes Herz alleine,
Und sammelt jede Menge Schmerzenssteine.
Die tauchen immer wieder aus der Tiefe auf,
behindern uns im freien Lebenslauf.
So ist das leider Fakt in unserm Leben,
doch hat auch jeder was zu geben.
Wenn wir die Narben teilen,
gibt's uns ne Chance zu heilen.
Die Narben wird man immer wieder spüren,
doch können sie auch trefflich führen:
Ein neues Herz ist uns versprochen,
das heil ist, ganz und ungebrochen.
Verletzlich wird es immer bleiben,
doch will ich noch das Letzte schreiben:
Selbst die allerschlimmsten Wunden,
die hat mein Herr am Kreuz längst überwunden.
Jedoch will ich's nicht unterdrücken,
doch alles in Perspektive rücken.
Dann wird es sicher und auch fest,
wenn ich ihm überlass' den Rest.
*Dieses Bild bewegte mich diese Tage und so versuchte ich, es in Wort und Bild auszudrücken. Ähnlichkeiten mit noch lebenden oder bereits gestorbenen Personen sind nicht vollkommen ausgeschlossen. Vielleicht magst du Rückmeldung geben, wenn du jemanden kennst, der sich mit solchen Gedanken identifizieren kann.
(c) Katharina Kopp
"Für dich ist doch hier kein Platz."
Oh, wie ich ihn hasse, diesen Satz!
"Auf dich wartet hier auch keiner."
"Ehrlich gesagt, dich braucht auch keiner."
Diese Sätze haben soviel Macht,
Ein Feuer ist damit so leicht entfacht.
Dieses brennt ganz tief im Herzen,
verursacht oftmals große Schmerzen.
Ob gesprochen oder nur gedacht,
hab ich leider auch schon oft gemacht.
Diese Worte wirken länger,
Bin ich deren trauriger Empfänger.

Frage ist, wen dieser Sender meint?
Der so redet, dass der and're weint.
So groß ist der Unterschied,
doch hinüber ist der Fried.
Hat er Angst um seinen eig'nen Platz?
Oder wie versteht er diesen Satz?
Kein Platz bleibt für immer fest besteh'n,
Eines Tages müssen alle geh'n.
Dort ist wohl ein Platz bereit,
von dem, der die Seel' befreit.
Der dir deine Wohnung schon gebaut,
die so wunderschön ist, dass es dich glatt umhaut.

Freu' dich drauf, es dauert nicht mehr lange,
ist dir jetzt auch manchmal bange.
Denn dann heißt es, "Du bist angekommen."
Wirst in ew'gen Vaterarmen aufgenommen.
Ein Zuhause hast du dort,
an jenem andern Ort.
Doch noch gilt es hier in dieser Welt,
treu zu sein, wo du bist hingestellt.
Denn du wirst hier noch gebraucht,
wenn dein Kopf auch manchmal raucht.
Arbeit gibt es viel zu tun,
danach ist Zeit um auszuruh'n.
Platz ist nicht die Frage nach nem Ort,
immer ist es dieses eine Wort:
"Sei bei mir willkommner Gast,
mach auf deiner Reise gerne Rast."
Einen Platz an dem die Seele singt,
und wo laut der eine Satz erklingt:
"Auf dich haben wir gewartet.
Jetzt wird unser Fest gestartet."
© Katharina Kopp

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Auch wenn es jetzt schon Mittwoch ist, wollten diese Worte noch ins Netz. Eigentlich wollte ich gar nicht mehr schreiben. Mögen diese Zeilen etwas in dir zum Klingen und vielleicht auch zum Heilen bringen!
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Dein Poet
Ein ruhiger Tag,
vielleicht ein paar Wölkchen in der Ferne.
So, wie man es mag.
Alles ist ruhig, bei Nacht sieht man die Sterne.
Gelassen fuhren sie hinaus mit ihrem Boot. Der Meister war müde und schlief ein. So merkte er nichts von ihrer Not. Denn plötzlich brach ein gewaltiger Sturm los. Der war so heftig, dass selbst diese erfahrenen Fischerleute fürchteten unterzugehen. Das war kein kleiner Sturm, so etwas waren sie auch auf dem See Genezareth in Israel nicht gewohnt. Sie hatten echt und ehrlich Angst in dieser Situation. Und so rüttelten sie Jesus wach. Er stand auf, und fragte sie, »Warum habt ihr Angst? Vertraut ihr mir so wenig?« Er befahl dem Wind und den Wellen und sie legten sich, es wurde ganz still. Erstaunt blieben die Jünger ihren Gedanken überlassen. Der Sturm war vorbei. Aber was war wohl in ihren Herzen los? Erzählt nach der Bibel, Matthäus 8, 23-27.
Soweit die Geschichte, die wahrscheinlich viele kennen. Diese Geschichte fordert mich seit einem guten Jahr immer wieder heraus. Es war Sonntag, der 15. März 2020, ich war damals Leiterin der bilingualen Grundschule in Kandern. Am Freitag, 13. März war entschieden worden, die Schulen in Baden-Württemberg ab Dienstag, 17. März für drei Wochen zu schließen wegen dieses neuartigen Corona-Virus, das die Welt auf Trab hielt. Dieser Montag würde also für einige Zeit die letzte Gelegenheit sein, als Lehrerin vor meinen Schülern und Lehrern zu stehen. Dass es auch mein letztes Schuljahr an dieser Schule sein würde und ich an genau dem Freitag meinen Vertrag für eine neue Arbeitsstelle bei Wycliff eingeworfen hatte, wussten zu diesem Zeitpunkt noch nicht sehr viele.
Ein historischer Moment also, und mir war nicht wohl bei dem Gedanken an die bevorstehende Zeit und besonders den nächsten Tag. Ich fühlte mich absolut überfordert und kraftlos. Was sollte ich in einer solchen Situation weitergeben, wie mich selbst und andere ermutigen? Leer und ratlos legte ich mich ins Bett. „Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf!“, so hatte mein Vater mir noch am Sonntagabend gesagt. So lag ich nachts wach und las dann in meinem Andachtsbuch genau diese Geschichte. Was für ein „Zufall“! Genau wie in dieser Geschichte, so geschah das Wesentliche auch bei mir „im Schlaf“. Auch in mir wurde es ganz still. Getrost und getröstet konnte ich noch eine kurze Runde schlafen, bevor es Zeit war, in die Schule zu gehen.
So hatte ich an diesem Tag etwas zum Weitergeben, Hoffnung in einer dunklen Zeit. Statt des Wortes „Sturm“ setzte ich „Co…rona“ ein, was einerseits etwas humorvoll, aber auch symbolisch war und ist. Die Parallelen sind unverkennbar. Bis heute spüre ich eine tiefe Brisanz, wenn ich an diesen Tag zurückdenke. Es war ein Wissen um einen Halt, der größer war und ist als die gegenwärtige Situation, die damals so ungewiss war wie heute. Dass ich längere Zeit meine Schüler nicht im Klassenzimmer unterrichten würde und die Welt auf lange Zeit eine andere sein würde, wussten wir damals noch nicht so genau. Aber derjenige, der damals den Sturm stillte und den Wellen befahl, ist auch derjenige, der unser aufgewühltes Herz still werden lässt. So schnell wie damals auf dem See Genezareth geht es leider nicht immer. Aber auch dieses Corona-Gewitter wird eines Tages vorbei sein. Vertrauen wir, dass er unser Leben noch in seiner Hand hält!
Das bekannte Lied, das wir an jenem Montag noch passend zur Geschichte sangen, fasst dies gut zusammen.
With Jesus in the boat,
I can smile at the storm.
When I'm sailing home.
Mit Jesus in dem Boot
Kann ich lachen in dem Sturm,
auf dem Weg nach Haus'.
© Katharina Kopp
Im Anblick der verschiedenen Wege, die ich dieses Wochenende mit lieben Freunden ging, ein paar Gedanken zu den Lebenswegen, die ich so gegangen bin und gehe, verbunden mit einem Dank an alle Wegbegleiter.
Viele Wege habe ich schon hinter mir,
Neue Wege hab' ich oft gewagt.
Fragte dann, ob ich mich nicht verirr,
Warum jetzt wieder neu? so hab' ich mich gefragt.
Verworren, felsig, steil oder auch eben,
Immer wieder neu die selbe Frage:
Was gibt sichern Halt in diesem Leben?
Bleibt der Wechsel bis ans Ende meiner Tage?
Gibt es nichts, das niemals fällt,
Etwas, das nicht ständig wandelt?
Einen Wert und einen Halt, der ewig zählt?
Jemanden, der immer für mich handelt?

Doch, ich fand den, der mich niemals lässt!
Und so hab' ich denn nur eine Bitte:
Lad' mich ein zum ew'gen Freudenfest!
Jesus, sei und bleib' du meine Mitte!
Sei und bleib' du mir die Heimat!
Die mir oft so schmerzlich fehlt.
Gib du mir den ew'gen Rat,
Wenn mich diese Frage quält!

Doch auch dieses will ich nicht vergessen:
Menschen, die an meiner Seite steh'n,
Die ein Stück des Weg's mitgeh'n.
Denn ich bin nicht so vermessen,
Deren hohen Wert nicht auch zu seh'n!
Immer wieder neu sich aufzumachen,
Das läuft besser, wenn es and're gibt,
Die bereit sind, gemeinsam zu lachen
Und nette Sachen zu machen,
Die einander zeigen, wie man liebt.
Nein, kein Weg ist immer klar,
Oft entscheidet sich im Gehen erst der Schritt.
Doch das Eine bleibt noch immer wahr,
Alle Höhen, Tiefen, jeden Tritt:
Einer, der geht immer mit!

© Katharina Kopp
In der Bibel wird im Propheten Hesekiel 17, 7 ein Weinstock beschrieben, der seine Wurzeln nicht mehr in die Erde steckt, um von dort Wasser zu bekommen, sondern in die Höhe, um von einem mächtigen Adler Kraft zu erhalten. Uns allen ist klar, was passiert, wenn die Wurzeln nicht mehr in der Erde ankern. Ein Baum, der seine Wurzeln in die Höhe streckt, wird auf Dauer sterben. Er kann nur überleben, wenn er die Kraft aus den Tiefen oder Wasserläufen holt, wo Wasser sich angesammelt hat. Dies gilt auch für uns: wir werden unsere Kraft nicht von außen bekommen, sondern werden aus der Tiefe versorgt:
Tief gegründet in der Erde
So steht er fest ohne Beschwerde.
Seit Jahren oder gar Jahrzehnten
Sehr viele sich schon an ihn lehnten.
Die Wurzeln geben ihm die Kraft,
das, was sonst niemand schafft.
Doch käm' sein Ende schnell herbei,
Streckt er sie hoch wie ein Geweih.
Die Wurzel tief bringt Lebenssaft.
Sie gibt auch uns die Energie und Kraft,
Für unser täglich Leben,
viel mehr als alles eign'ne Streben.
So wie der Baum steht fest und stark,
Sei du auch ganz in dir autark,
Such keine Kraft im Menschenworte,
Sonst bleibst du leer an deinem Orte.
© Katharina Kopp

Wer mehr über Bäume und Wurzeln lesen möchtet, findet hier Anregung: https://www.erf.de/themen/glaube/baeume-in-der-bibel/2803-542-6393
Hörst du noch – oder siehst du schon?
Angeregt durch Ausführungen zu Hiob im Januar bis April 2021 entstanden einige Gedanken in Haiku-Form*. Die Geschichte Hiobs hat gewisse Parallelen mit dem, was im Leben so vor sich geht. So ist dieser Text Hiob nachempfunden, spricht mir aber persönlich aus dem Herzen – dir vielleicht auch?
Hab so viel gehört,
Von dir, dem Weltenschöpfer.
Doch nix verstanden.
Geklagt, gejammert,
Verzweifelt nach dir gesucht.
Hörst du mich, mein Gott?
Du fragtest Vieles,
Doch ich weiß keine Antwort
Auf deine Fragen.
Begreif' es langsam:
Hörensagen reicht nicht aus.
Mein Verstand zu klein.
Staunend bleib' ich steh'n,
Deine Wunder anzuseh'n.
Großes wirkst nur du!
Größer als alles,
Unendliche Weite bist du,
Der alles erdenkt.
Wer gleicht dir jemals?
Ursprung, Anfang und Ende,
Wer kann's ergründen?
Klein bin ich vor dir,
Weich wie Ton in deiner Hand,
So harre ich aus.
Weglaufen geht nicht,
Denn auch dort wartest du schon!
Kein Weg führt vorbei.
Die Enden der Welt,
Gesehen hab' ich sie längst.
Alles ruht in dir!
Der Ozean brodelt,
Wenn der Ewige befiehlt,
Den Tiefen des Meers.
Du redest ein Wort,
Alles entsteht wunderschön,
Fassen kann ich's nicht.
Nichts ist dir zu schwer,
Was du dir vornimmst, geschieht.
Mein Kopf ist zu klein.
Verstehen geht nicht,
Hörensagen reicht nicht aus,
Viel zu groß bist du.
Sehen werd ich dich,
Ergründe deine Tiefe.
Antwort bist nur du!
Satt kann ich werden,
Beim Anschau'n deines Bildes,
Wenn ich erwache.

* Haiku ist eine japanische Gedichtform, die von der Reduktion lebt. Das Reinschema besteht aus 1. Zeile: 5 Silben, 2. Silbe: 7 Zeilen, 3. Zeile: 5 Silben. Da die deutsche Sprache eine andere Struktur hat als die japanische, sind manche Sätze grammatikalisch nicht korrekt. Aber das Wesentliche kann in wenigen Worten ausgedrückt werden. Man kann auch längere Texte so schreiben, indem mehrere Haiku aneinandergereiht werden. Auch können einzelne Haiku aus dem Gedicht einzeln gelesen oder anders kombiniert werden.
(c) Katharina Kopp