GESUNDHEIT

Meist nimmt man sie für selbstverständlich. Erst wenn sie fehlt, fällt auf, wie wichtig sie ist und wie Vieles sie am Laufen hält. Dieser Tage scheint sich unser ganzes Leben darum zu drehen, sie zu erhalten. Mir selber ist das gerade mal wieder nicht gelungen und ich merke, wie zerbrechlich dieses edle Gut ist, vielleicht wie so ein kleines Pflänzchen, das gut gehütet werden will.

Daher ein paar Gedanken zum Thema, ein Brief an die Gesundheit.

G   ewöhnlich bist du einfach da. 
E   rwartest mich, es dämmert kaum der Tag.
S   o mag ich es, bleib' bitte immer nah!
U   nd halte von mir fern die Plag'!
N   ur leider geht's nicht immer wie ich's mag.
D   enn dieser Bösewicht 'Krankheit' genannt,
H   at wieder mich ins Haus verbannt.
E   rklärtes Ziel, die Freude mir abringen,
I   ch denk', das wird ihm nicht gelingen!
T   rotz allem gilt: die Hoffnung wird gewinnen!

© Katharina Kopp

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Dein Poet

Heimat

H   eute hier, morgen dort. 
E ndlich ankommen, nicht wieder fort!
I rgendwo gibt's das an jenem ew'gen Ort!
M anche tragen die Heimat im Herzen,
A ndere sind verwurzelt an einem festen Ort der Zugehörigkeit.
T rau dich zu sein wer du bist, wo du bist!
Heimat ist dort, wo du ankommst und herzlich empfangen wirst!
Verpasse deine ewige Heimat nicht!

Vorwurfsvoll meinte neulich jemand, ich könne doch nicht den Begriff „Heimat“ einfach so umdefinieren. Diese Aussage hinterließ mich mit großen Fragezeichen… die Person hatte das Vorrecht, nach einigen Jahren im Ausland wieder an genau den Ort zurückzukehren, an dem sie aufgewachsen war und zuvor gelebt hatte. Für sie war dies offensichtlich die einzig mögliche Definition des insgesamt stark umstrittenen Begriffs ‚Heimat‘. Ich persönlich war bisher an weit über 10 unterschiedlichen Orten in verschiedenen Ländern mehr oder weniger lange zu Hause. Heißt das, ich habe keine „Heimat“, weil diese öfter mal wechselte? Meine feste, sichere Heimat ist die zukünftige, von der ich nie wieder weg muss. Bis ich dort ankomme, bin ich dankbar für alles, was mir ein Gefühl von Heimat gibt, seien es Menschen oder Orte.

"Home is where the heart is." 
Zuhause ist dort, wo das Herz ist.

(c) Katharina Kopp

Der Schmetterling

Gelandet. 
Auf einer wunderschönen Blüte!
Nicht einfach irgendwo gestrandet!
Mal wieder angekommen!
Aufbruch kostet ziemlich Mut! 
Zu Hause ankommen tut echt gut.
Die Seele genüsslich baumeln lassen.
Schönheit mit allen Sinnen fassen.
Mit lieben Menschen klönen.  
Mit Gutem sich so recht verwöhnen.
Nach Streit sich zu versöhnen.
Immer wieder innehalten,
Frei sein, sich zu entfalten.
Neu anzufangen braucht viel Kraft. 
Es dauert Zeit bis man die Dinge rafft.
Manchmal ist man auch so recht geschafft.
So viel ist ganz neu zu gestalten.
Die Gänge anders umzuschalten.
Doch ist mein Maß unfassbar voll! 
Das ist in dem Fall richtig toll.
Meist läufts in Dur, nur selten mal in Moll.
Damit die Freude nicht erkaltet,
Ist's gut, wenn man die Hände faltet.
Das Neue lädt zum Bleiben ein. 
Ich freue mich, denn das ist wirklich fein.
Und gibt's auch manchmal bitt're Pein,
der Regen wäscht von allem rein.
Auf Regen folgt dann Sonnenschein!
In allem weiß ich mich stets treu gehalten.
Das will ich nicht für mich behalten.
Der Schmetterling fliegt durch die Zeiten, 
gern würd' er länger hier verweilen,
und diese Blüte noch begleiten.
Was soll's - er muss sich nicht beeilen!
Lebensfreude will er teilen. 
Vielleicht gelingt das diesen Zeilen.
Das Gute meisle ich in Stein.
Das Elend lass' ich hinten sein.

Im vergangenen Jahr war es Zeit, aus meiner langjährigen Heimat im Südschwarzwald/Dreiländereck aufzubrechen. So leicht fiel mir die Vorstellung nicht, auch wenn ich wusste, dass es der richtige Schritt auf meiner Lebensreise war. Solche Aufbrüche bergen viele Ungewissheiten und von außen sieht es oft sehr viel leichter aus als es tatsächlich ist. Neue Menschen – auch wenn in diesem Fall die Sprache theoretisch gleich ist – fordern neu, sich auf sie einzulassen. Mir wurden die Siegerländer nicht sehr positiv beschrieben. Doch nach fast einem Jahr kann ich sagen: Ich wurde sehr freundlich willkommen geheißen, auch wenn die Mentalität anders ist, als ich es gewohnt bin und gewisse Anpassumgshürden zu überwinden sind. Aber ich liebe ja Herausforderungen, weil man an ihnen wachsen kann.

Einige Zeit vor meinem Umzug gab eine Freundin mir ein Bild weiter, das sinnbildlich meinen Wohnortwechsel darstellte und mich sehr ermutigte. Sie meinte, mein Wechsel würde so sein wie ein Schmetterling, der von einer Blüte zur anderen fliegt. Als ich das erste Mal im Garten meiner jetzigen Vermieter saß, flog dort gerade ein Schmetterling und landete auf einer Fliederblüte (siehe Titelbild – was bin ich froh, dass ich ständig fotografiere und die Aufnahme noch fand!). Das Bild vom Schmetterling begleitet mich seither und hat sich voll bestätigt. Ich bin schon sehr oft umgezogen, aber ich kann mich nicht daran erinnern, schon mal so gut wie hier gelandet zu sein.  Dafür bin ich unendlich dankbar. 

Schmetterlinge bleiben oft nicht so lange auf derselben Blüte, es treibt sie schnell weiter. Das hat leider gewisse Ähnlichkeiten mit meinem Schicksal. Doch einer bereitet für mich eine Wohnung, in der ich ewig bleiben darf (Johannes Evangelium 14, 2). Darauf freue ich mich!

Witzigerweise flattern hier ziemlich viele – auch sehr seltene – Schmetterlinge rum, sodass ich oft daran erinnert werde, dass dieser Umbruch von guter Hand geplant war. Darüber freue ich mich sehr.

© Katharina Kopp

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GNADE

G  eschenk. 
N iemals kannst du dafür bezahlen.
A lle deine Schuld ist dir erlassen!
D u bist befreit von deiner Last!
E r hat dafür bezahlt.

(c) Katharina Kopp

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ANBETUNG

An einem besonderen Abend zu Mechthild von Magdeburg schrieben wir Anbetungstexte. Mögen diese Texte etwas in uns zum Klingen bringen und vielleicht entstehen auch beim Leser eigene Worte der Anbetung.

Auf dich Herr schaue ich.
Nur du stillst meine Sehnsucht.
Bedeckst mich mit deiner Liebe.
Erfüllst mich mit deiner Freude
Treu stehst du mir zur Seite.
Unter deinem Schutz bin ich geborgen.
Niemals wirst du mich verlassen.
Großer Gott, dich bete ich an.
Claudia
Allein Dir gebührt die Ehre,
nur Dir allein,
Bleibe in unseren Herzen,
Eine uns Herr in Deiner dreifaltigen Einheit,
Teile Deine Liebe uns mit,
Unter uns lass Deine Liebe und Güte kreisen,
Nähe, nach Deiner Nähe sehnen wir uns,
Güte und Barmherzigkeit lehre uns oh Herr.
Anonym
Auf dich, Herr, traue ich.
Nach dir, Herr, sehne ich mich.
Bereit bin ich, dir nachzufolgen, Herr.
Es ist ein köstlich Ding, dich zu lieben, Herr.
Treue und Barmherzigkeit umgeben dich.
Unfassbar groß und wunderbar ist deine Liebe, Herr.
Nur bei dir, Herr, ist das Leben in Fülle.
Gott, mein Vater, ich liebe dich über alles.
Amen
Susan
Alles in allem bist du,
Nichts und niemand kommt dir jemals gleich,
Beginn und Ende ist in dir - nur in dir,
Erhaben und mächtig bist du,
Teilst deine Güte und Gnade mit mir,
Unendliche, unfassbare Größe und Herrlichkeit,
Noch immer bist du der ewig treue Gott.
Gerecht und wahr bist und bleibst du allein.
Katharina
Auf, meine Seele, suche den Herrn.
Nah ziehst du mich an dein Herz,
Beschirmst mich, du mein Schutz und Hort.
Erste Liebe wünsche ich mir neu – brennend und begeistert.
Trauen will ich auf dich
Und mein Herz dir neu schenken.
Nie will ich von dir weichen, denn:
Gott nahe zu sein ist mein Glück.
Anonym
Herr, du bist der Anker meines Lebens.
Herr, du bist die Nabelschnur, an der ich hänge.
Herr, du bist die Barmherzigkeit, von der ich lebe.
Herr, du bist die Ewigkeit, die in mein Leben taucht.
Herr, du bist die Treue, auch wenn ich untreu bin.
Herr, du bist die Unruhe, in meinem Herzen, wenn ich zu ruhig vor mich hin lebe.
Herr, du bist die Neugier in mir, die sich immer wieder darauf freut, etwas Neues von dir zu entdecken.
Herr, du bist die Gnade, die mich immer wieder zu dir kommen lässt.
Sabine

Suche Freud!

Der Winter ist endgültig vorüber und heute leihe ich einige Worte von Paul Gerhardt, der vor rund 400 Jahren diese Jahreszeit unvergleichlich treffend beschrieben hat und noch immer aktuell sind. Auch er lebte in wirren Zeiten; der dreißigjährige Krieg, andere Religionsstreitigkeiten und der Verlust seiner Arbeit bestimmten sein Leben ebenso wie der Verlust etlicher Kinder und seiner Frau. Dennoch war sein Inneres von etwas anderem geprägt, das er in diesem bekannten Lied und vielen anderen Liedern zum Ausdruck bringt. Auch wir sind immer wieder ermutigt, Freude zu suchen mitten in allem, was unser Herz schwer machen mag. Denn die wahre Freude kommt von innen und wir dürfen mit Paul Gerhardt sagen und auch singen:

Geh aus mein Herz und suche Freud
in dieser lieben Sommerszeit
an deines Gottes Gaben.
Schau an der schönen Gärten Zier
und siehe wie sie mir und dir
sich ausgeschmücket haben.

Die Bäume stehen voller Laub,
das Erdreich decket seinen Staub
mit einem grünen Kleide.
Narzissen und die Tulipan,
die ziehen sich viel schöner an
als Salomonis Seide.

Die Lerche schwingt sich in die Luft,
das Täublein fliegt aus seiner Kluft
und macht sich in die Wälder.
Die hochbegabte Nachtigall
ergötzt und füllt mit ihrem Schall
Berg, Hügel, Tal und Felder.

Die Glucke führt ihr Völklein aus,
der Storch baut und bewohnt sein Haus,
das Schwälblein speist die Jungen,
der schnelle Hirsch, das leichte Reh
ist froh und kommt aus seiner Höh
ins tiefe Gras gesprungen.
Die Bächlein rauschen in dem Sand
und malen sich an ihrem Rand
mit schattenreichen Myrten;
die Wiesen liegen hart dabei
und klingen ganz vom Lustgeschrei
der Schaf und ihrer Hirten.

Die unverdrossne Bienenschar
fliegt hin und her, sucht hier und da
ihr edle Honigspeise;
des süßen Weinstocks starker Saft
bringt täglich neue Stärk und Kraft
in seinem schwachen Reise.

Der Weizen wächset mit Gewalt;
darüber jauchzet jung und alt
und rühmt die große Güte
des, der so überfließend labt,
und mit so manchem Gut begabt
das menschliche Gemüte.

Ich selber kann und mag nicht ruhn;
des großen Gottes großes Tun
erweckt mir alle Sinnen;
ich singe mit, wenn alles singt,
und lasse was dem Höchsten klingt,
aus meinem Herzen rinnen.
Ach, denk ich, bist du hier so schön
und läßt du’s uns so lieblich gehn
auf dieser armen Erden;
was will doch wohl nach dieser Welt
dort in dem reichen Himmelszelt
und güldnen Schlosse werden!

Welch hohe Lust, welch heller Schein
wird wohl in Christi Garten sein!
Wie muß es da wohl klingen,
da so viel tausend Seraphim
mit unverdroßnem Mund und Stimm
ihr Halleluja singen?

O wär ich da! O stünd ich schon,
ach süßer Gott, vor deinem Thron
und trüge meine Palmen:
So wollt ich nach der Engel Weis
erhöhen deines Namens Preis
mit tausend schönen Psalmen.

Doch gleichwohl will ich, weil ich noch
hier trage dieses Leibes Joch,
auch nicht gar stille schweigen;
mein Herze soll sich fort und fort
an diesem und an allem Ort
zu deinem Lobe neigen.

Hilf mir und segne meinen Geist
mit Segen, der vom Himmel fleußt,
daß ich dir stetig blühe;
gib, daß der Sommer deiner Gnad
in meiner Seele früh und spat
viel Glaubensfrüchte ziehe.

Mach in mir deinem Geiste Raum,
daß ich dir werd ein guter Baum,
und laß mich Wurzel treiben.
Verleihe, daß zu deinem Ruhm
ich deines Gartens schöne Blum
und Pflanze möge bleiben.

Erwähle mich zum Paradeis
und laß mich bis zur letzten Reis
an Leib und Seele grünen,
so will ich dir und deiner Ehr
allein und sonsten keinem mehr
hier und dort ewig dienen.

(c) 1653, Paul Gerhardt

Tsunami in Samoa

Dienstag, 28. September 2009:

Kurzer Lagebericht: am Dienstag, 28.9.2009 Morgen um 7 Uhr (samoanische Zeit) war in Samoa ein heftiges Erdbeben zu spüren mit einer Stärke von 8,3. Im Anschluss gab es im Süden Samoas drei Sturmwellen, die ganze Häuser und Dörfer wegrissen. 140 Menschen kamen dabei ums Leben, andere wurden schwer verletzt. Viele haben liebe Angehörige, Häuser und materielle Güter verloren.

Meine persönliche Geschichte mit diesem Ereignis: Am Tag vorher waren die beiden deutschen Mädels, Hilde und Linda zu mir gekommen. Sie waren ungefähr einmal in der Woche jeweils von Nachmittags bis zum Schulstart am nächsten Morgen bei mir. Wir aßen zusammen und machten meist etwas Nettes. Dann gingen wir zu Bett und am nächsten Morgen ging es direkt zur Schule. Soweit die Routine.

Doch dieses Mal war alles anders: am Montag Abend lagen die Mädels im Bett und ich war wohl auch am Schlafen. Da erhielt ich um halb 12 einen Anruf vom Flughafen, wo ich denn bliebe. Die beiden Besucher aus der Schweiz waren angemeldet und es war auch alles für ihre Ankunft am Dienstagabend organisiert. Aber es war erst Montag! Wieder einmal hatte die verwirrende Datumsgrenze zu Verwechslungen geführt. Statt abgeholt zu werden, kamen sie also per Taxi bei mir an. Die Betten waren ja bereits für diese Nacht belegt, also schnell ein paar andere Schaumstoffkissen zusammengesucht und ein Nachtlager für die Geschwister hergerichtet. Und so begann die Nachtruhe spät für uns.

Am Dienstagmorgen war ich gerade dabei, für Hilde und Linda die Pausenbrote zu richten als das (Holz)Haus anfing zu wackeln. Auch die beiden späten Besucher wachten davon auf und erschraken heftig. „Wohin?“ war die große Frage. Als Hausherrin war ich natürlich gefragt. Die Mädels rannten nach draußen, die beiden Schweizer versteckten sich unter dem riesigen massiven Tisch – und ich? Bis ich mich besonnen hatte, dass der Türrahmen auch noch ein sicherer Ort war, hatte das Beben aufgehört. Ca 2 Minuten hatte es gedauert. Außer einem Spiegel war bei mir nichts zu Bruch gegangen – im Holzhaus ist man doch recht sicher und das Beben war auch nicht die große Gefahr – zumindest nicht für uns im Norden der Insel. Das Beben hatte südlich der Insel stattgefunden. Die Katastrophe kam einige Minuten später an der südlichen Seite der Insel an. Dort schlugen dann die entsprechenden Wellen zu und verursachten einigen Schaden.

Unsere Geschichte ging relativ glimplich weiter: Die Mädels kamen heil bei ihrer Mutter an und auch meine Besucher kamen mit dem Schrecken davon.

Ob und wie lange noch Elektrizität und Kommunikation funktionieren würde, war zunächst ungewiss. Es war dann aber nicht so dramatisch und ich hatte noch Gasvorrat zum Kochen und Backen.

Als ich endlich telefonisch zu unserem deutschen Ehrenkonsul durchkam, erfuhr ich, dass einige Deutsche im Krankenhaus waren, die im Süden der Insel „Upolu“ von den Tsunami Wellen erfasst worden waren. Im Krankenhaus begegnete ich einer Deutschen, die diesen Tag bis heute als ihren zweiten Geburtstag feiert. Ich las ihr aus der Bibel vor, tröstete sie und betete mit ihr. Sie hatte einen heftig infizierten Fuß, konnte aber noch an dem Tag in ein Krankenhaus nach Australien geflogen werden.

Was das Beben mit mir machte, davon berichte ich ein anderes Mal. Alles in allem bin ich dankbar, dass keine weitere Flutwelle kam und Apia verschont blieb. Vieles im Leben nehmen wir selbstverständlich, aber so oft werden wir bewahrt, wo es auch anders hätte ausgehen können. Dafür möchte ich sehr dankbar sein.

Meine eigene Herausforderung war eine andere, die spielte sich in den darauffolgenden Wochen und Monaten ab:

Angst – in allen Gliedern…
War das wieder ein Beben?
Wird es stärker? Lässt es nach?
Habe ich das Nötige gepackt?
Muss ich in die Berge rennen oder
bin ich weit genug weg vom Meer?
Schwankt mein Haus nicht schon wieder?

Da: ein Geräusch!
Und wieder ein leichtes Beben.
Wann wird das Elend aufhören?
Wann werde ich nach Hause gehen dürfen
In die himmlische Heimat?
Werde ich jemals wieder ohne diese innere Angst schlafen können?
Bebt es tatsächlich noch
Oder ist das nur meine innere Angst?

Alleine liege ich im Bett in meinem Haus in Alamagoto.
Alle Besucher sind wieder weitergezogen.
Fragen quälen.
Wo geht es hin?
Was wäre gewesen, wenn ich in den Fluten ertrunken wäre?
Nach Hause und aus mit diesem ständigen Kampf
Um Zugehörigkeit, um Menschen, die mir nahe stehen?
Oh Herr, wo gehöre ich hin?

Und dann wieder dieses Bild, dieses Mal plastisch:
Ein Kind spielt mit einem Spielball,
er gleitet unter den Tisch, wird wieder hervorgeholt,
hin und her, doch er entgleitet den Händen des Eigentümers nie.
Gott, bin ich noch in deinen Händen?
Wo geht der nächste Schritt hin?

Furcht sitzt in allen Gliedern,
macht mich stark zum Zeugnis für Ihn,
zwingt mich klar zu sein in meinen Aussagen,
für ihn hinzustehen.
Mit dir will ich leben, für dich will ich alles geben.
Dein bin ich oh Herr, im Leben und im Tod.
Bewahre mich und halte mich in deiner Hand sicher!

Samoa, 4.10.2009

Ja, ich kann wieder in Frieden schlafen, was mich sehr dankbar macht. Und vielleicht haben diese und ähnliche Situationen mich stark gemacht, zu vertrauen, dass nur das Macht über mein Leben hat, dass Gott zulässt.

(c) Katharina Kopp

Heiliger Geist

  • Du begegnest mir und schenkst Gemeinschaft.
  • Du deckst meinen Tisch und schenkst mir voll ein.
  • Du bist das Feuer, das alle Unreinheit wegschmilzt.
  • Du stehst mir bei, wenn ich im Schmelzofen geläutert werde wie Silber.
  • Du ergreifst tröstend meine Hand.
  • Du lässt mich zur Ruhe kommen.
  • Du gibst tiefen Frieden in mein Herz.
  • Du umgürtest mich mit deiner Kraft.
  • Du salbst mein Haupt mit Öl, gibst mir Autorität für meine Aufgaben.
  • Du schenkst Weggefährten, die mit mir gehen.
  • Du begleitest mich auf meinem Weg und du gehst mit auf jede Reise.
  • Du öffnest meinen Blick und führst in die Weite.
  • Du überströmst mich mit frischen Wasser.
  • Du machst mein Herz leicht und froh, denn ich bin nie alleine.
  • Du gestaltest mich um in Jesu‘ Bild.
  • Du jubelst mir zu, weil du dich über mich freust.
  • Du gibst mir neue Kraft, wenn meine Kraft zu Ende ist.
  • Du bewirkst neues Leben wo Tod sich breitgemacht hat.
  • Du schwenkst am Ziel die Siegesfahne.

Meine Zeit und mein Leben möchte ich dir zur Verfügung stellen, damit du all das sein kannst.

Bei einem Stillen Tag am Pfingstwochenende sollten wir ein Bild oder eine Collage zum Thema ‚Heiliger Geist‘ darstellen. Das, was uns bewegte, durfte einfließen. In einigen Magazinen fand ich Bilder, die für mich das darstellten, wie ich den Heiligen Geist wahrnehme und erlebe. So flossen verschiedene Ideen zusammen. Es ist noch sehr viel mehr, weil er einfach nicht zu fassen ist. Aber soweit mal meine Gedanken. Wenn dir noch mehr einfällt, kommentiere gerne.

© Katharina Kopp, Mai 2021