Reise von Binz (Rügen) nach Burbach (Kr Siegen)

  • ein Ereignis in mehreren Akten

Vorgeschichte

Rügen mit Rad und Bahn – klingt nach einer guten Idee! Sehr gerne habe ich im Urlaub mein eigenes Rad dabei, da ich mich darauf verlassen kann, dass es funktioniert und unterwegs keine unliebsamen Überraschungen beim Radeln passieren. Andere Überraschungen warten jedoch auf mich, die ich nicht beeinflussen kann

1.  Akt: Reisebuchung und Umbuchung

Im März melde ich mich auf eine zweiwöchige Freizeit von 10.-24.7. in Binz auf Rügen an und buche ein Bahnticket für mein Rad und mich. Relativ einfacher Vorgang, vielfach erprobt! „Erledigt!“ So denke ich.

Einige Wochen später kommt die Mitteilung der DB, meine Verbindung für die Rückfahrt von Binz nach Burbach sei gestrichen, ich möge mir eine neue Verbindung heraussuchen. Beim dem Versuch, stelle ich fest, dass es nicht möglich ist, online eine Alternative zu buchen mit Fahrradmitnahme, die ja reserviert werden muss. Auf weitere Details der Bahn warte ich vergeblich. Schließlich rufe ich bei der Bahn an. Es dauert schlappe 45 Minuten in der Warteschlaufe bis ich endlich einen Mitarbeiter in der Leitung habe. Da er mich weiterverbinden muss warte ich weitere 10 Minuten bis ich einen zuständigen Mitarbeiter in der Leitung habe. Dieser hört sich meine Situation an – und wieder warte ich 10 Minuten bis ich die Information erhalte, ich müsse das Ticket im Reisezentrum ändern. Aha! Endlich eine hilfreiche, wenn auch nicht erfreuliche Information. Die Änderung könne ich ja bei meiner Ankunft in Binz erledigen. Dass bis dahin alle Züge mit IC/ICE mit Fahrradmitnahme bereits vollständig ausgebucht sein werden, wird ignoriert.

Mir ist jetzt aber klar, dass dringender Handlungsbedarf besteht.  Im nächstgelegenen Reisezentrum in Siegen werden mir Möglichkeiten aufgezeigt, wie ich am Samstag Abend in Dillenburg, Haiger oder Gießen sein könne. Bis Burbach gäbe es nichts mehr an dem Tag. Dass ich am Ende meines Urlaubs nachts nicht mit dem Rad und Gepäck bis Burbach radeln kann und will, wird dabei geflissentlich übersehen. Meine Fahrkarte hatte ich bis Burbach gebucht und dort möchte ich auch hin, sonst hätte ich ja anders gebucht. Mit der Zeit bekomme ich das Gefühl, der Bittsteller zu sein, der froh sein kann, überhaupt eine Alternative zu erhalten zu meinem ursprünglich gebuchten und bezahlten Zug. Nach langer Verhandlung findet sich eine Möglichkeit, einen Tag später von Lüneburg nach Frankfurt/M einen ICE zu reservieren mit anschließender Nutzung des Nahverkehrs bis Burbach. Bis Lüneburg kann ich mit Regionalzügen fahren, in Lüneburg bei meinem Bruder übernachten. Soweit der Plan! Mal sehen, ob das klappt!

Wohlvertraute Ortsnamen

2. Akt: Rückreise von Binz nach Lüneburg

Über meine Fahrt von Burbach nach Binz hatte ich bereits geschrieben. Nach zwei wunderschönen Urlaubswochen trete ich also am Samstag, 24.7. die Rückfahrt an, wie geplant mit den Regionalzügen. Auf meine Frage nach Bestätigung des Zugausfalls auf dem Fahrgastrechte – Formular wird mir zunächst mitgeteilt, ich hätte ja gar keine Fahrkarte für den Nahverkehr. Ich staune und bin leicht verwirrt! „Ah, wenn der Zug ausgefallen ist, ist die Zugbindung hinfällig.“, fällt dem Mitarbeiter dann auf. „Da habe ich ja Glück gehabt!“ (Ironie off) Die weitere Fahrt mit Regionalzügen nach Lüneburg über Rostock funktioniert relativ problemlos – außer, dass ich unterwegs mein Fahrradschloss verliere und in Lüneburg ein neues kaufen muss. Erster Teil der Reise geschafft! Die private Übernachtung bei meinem Bruder klappt auch problemlos – Hotel zu finden wäre zur Hochsaison auch problematisch gewesen. Und wer hätte die Rechnung bezahlt? Hotel „Vitamin B“ ist immer noch am besten! Immerhin komme ich so zu einer kurzen, aber sehr netten Begegnung mit meinem Bruder und seiner Frau in ihrem traumhaften neuen Haus.

Zwischenstopp

3. Akt: Werde ich diese Nacht im eigenen Bett schlafen können?

Am 25.7. treffe ich mit ihrer Begleitung rechtzeitig um 13.30 Uhr in Lüneburg ein, um für den Zug um 13.59 rechtzeitig da zu sein. Es kommt zu einer Zugverspätung, weil der Zug nicht rechtzeitig bereitgestellt wurde. „Gut“, denke ich, „in Frankfurt habe ich immerhin 40 Minuten Umsteigezeit.“ Ich kontrolliere online meine Verbindung, die mir im Reisezentrum gegeben wurde – vergeblich! Der für 18.20 Uhr angegebene Zug von Frankfurt nach Dillenburg findet sich nicht. Plötzlich sind alle Verbindungen zwischen Frankfurt und Burbach von 17.50 bis 23.00 gestrichen. Verwirrung macht sich breit. Kann das sein? Softwarefehler? So beginnt die verzweifelte Suche nach einer Verbindung, die mich an demselben Abend nach Burbach führt. Obwohl ich leidenschaftliche und erfahrene Zugfahrerin bin, finde ich keine passende Verbindung. „Na gut“, denke ich, „dafür sind ja Zugbegleiter da.“ So suche ich eine Person mit Bahnuniform und stelle ihr mein Problem vor. Sie recherchiert. Mehr Informationen als ich im Internet finden kann, würde sie auch nicht finden, so die Auskunft. Mir sinkt der Mut und ich frage mich langsam, ob ich hier im falschen Film bin. Sie findet tatsächlich keine Verbindung bis Burbach, nur eine bis Dillenburg und meint beiläufig, sie könne mir da sonst auch nicht weiterhelfen. Ich solle in Frankfurt im Reisezentrum nachfragen. Aha! Aus Erfahrung weiß ich um die Wartezeiten im Reisezentrum und um die hohe Wahrscheinlichkeit, dabei den Zug zu verpassen, den man hätte nehmen können. Auf die Bitte, mit ihrem Chef zu sprechen meint sie, der wäre im anderen Zugteil – für mich also unerreichbar. Dies kümmert sie offensichtlich nicht. Der Fall ist für sie erledigt. Gut, ich setze mich wieder an meinen Platz und recherchiere weiter nach Möglichkeiten, bis Burbach zu kommen. Nichts!!!

Ein weiterer Gang zum Bistro in meiner Nähe. Dieses Mal treffe ich auf eine Mitarbeiterin der Gastronomie, die sich als hilfsbereit und verständnisvoll erweist. Sie recherchiert und findet nochmal dieselbe Verbindung nach Dillenburg. Anschluss nach Burbach wiederum Fehlanzeige. Ich erwähne die Möglichkeit, in dieser Situation dann ausnahmsweise einen IC mit dem Rad zu nutzen, den ich nicht gebucht hatte – nach meinen Recherchen die einzige Möglichkeit, an dem Abend noch nach Burbach zu kommen. Dies wird jedoch ignoriert. Gut, ich ergebe mich in mein Schicksal und rufe meine Freundin an mit der Bitte, mich in Dillenburg abzuholen. Dazu gehe ich erneut Richtung Bistro und nehme mit viel Abstand zu anderen Personen meine Maske ab, um neben den Zuggeräuschen ein verständliches Gespräch führen zu können. Die Bistromitarbeiterin (der meine Lage ja durchaus bekannt ist) weist mich darauf hin, auch zum telefonieren müsse ich die Maske tragen. O ja! „The rules must be obeyed!“ Was wäre Deutschland ohne Regeln!? Schließlich habe ich jetzt eine Möglichkeit gefunden, noch nach Hause zu kommen gefunden.

Über die äußerst unfreundliche Mitarbeiterin, die später mein Ticket kontrolliert, möchte ich eigentlich lieber schweigen. Ich teile ihr mit, dass mein Zug ausgefallen sei und ich wohl zwei Tage später ankomme als geplant. Ihre Antwort: „Ok.“ Ich meine nur: „Nein, das ist nicht ok.“ Darauf beginnt sie, mir Vorwürfe zu machen. Mein eigentliches Anliegen ignoriert sie. Hatte ich etwa auf Unterstützung oder Verständnis gehofft? Vergebens! Bisher kaum ein Mitarbeiter der DB, den es im Geringsten interessiert hat, dass es der Bahn nicht gelungen ist, mich innerhalb von zwei Tagen an meinen Zielort zu bringen.

Oase in Rostock

4. Akt: Frankfurt – ein Hoffnungsschimmer

In Frankfurt trifft mein ICE kurz vor 18 Uhr mit 25 Minuten Verspätung ein. Ich schaue nochmal auf dem Fahrplan nach Zügen in Richtung Dillenburg und kaufe etwas zu essen und zu trinken. Eigentlich soll der Zug um 18.20 fahren, aber auf der Anschlagtafel finde ich ihn nicht. Da sehe ich auf einmal einen Zug mit der Aufschrift „Dillenburg“ – eigentlich mehr zufällig! Ich frage Passanten, wann dieser Zug fährt. „Jetzt“, ist die Auskunft. Ohne lange zu überlegen nehme ich den nächsten Eingang und betrete den Zug mit Fahrrad und Gepäck. Wenig später fährt er los – es ist kurz nach 18 Uhr. War das jetzt klug? Das Radabteil wäre einige Meter weiter vorne gewesen. Mein Rad steht sehr ungünstig mitten im Gang und blockiert den Weg für Passanten. Ständig muss ich es verschieben und festhalten, damit es nicht umfällt. Aber jetzt kann ich nicht einfach den Zug verlassen, um es zum nächsten Eingang zu schieben, womöglich fährt der Zug weiter während ich mit dem Rad draußen bin. Eigentlich wäre der spätere Zug schneller gewesen und früher in Dillenburg gewesen – zumindest laut Fahrplan.

Aber endlich gibt es doch noch einen Hoffnungsschimmer und Aufklärung der Problematik! Ein Mitarbeiter der Bahn erscheint und unterstützt mich dabei, mein Rad am nächsten Halt zum passenden Eingang zu schieben. Dort kann ich es sicher abstellen ohne dabei andere Personen zu behindern. Der Mitarbeiter erklärt mir auch, dass momentan viele Züge tatsächlich nicht fahren oder Schienenersatzverkehr besteht aufgrund von Baustellen. Auch der Zug um 18.20 Uhr wäre nicht gefahren. Aha! Endlich mal eine verlässliche Information an diesem Tag. Es ist aber erstaunlich, wie lange es dauerte, bis solch eine grundlegende Information zum Reiseverlauf bei mir ankommt. Als ich ihm anbiete, ihm noch meine Fahrkarte zu zeigen meint er nur „Die Fahrkarte glaube ich ihnen auch so.“ Wie so ein kleiner Akt der Freundlichkeit doch noch die Situation retten kann!

Sank ju for trafelling wis Deutsche Bahn! – Vielen Dank, dass Sie mit der Deutschen Bahn reisen! … Ich überlege es mir nochmal!

In Dillenburg komme ich tatsächlich auf Gleis 1 an und meine treuen Freunde erwarten mich bereits, um mich nach Hause zu fahren!

Fazit:

  • Den schönen Urlaub lasse ich mir nicht durch eine holprige Heimfahrt nehmen.
  • Es macht einen Unterschied, ob man Menschen freundlich begegnet oder nicht.
  • Wer mit der Bahn fährt, sollte sich immer auf Überraschungen einstellen.
  • Während andere in diesem Sommer ihr Haus in den Fluten verloren haben, ist dieses Erlebnis doch eine relative Bagatelle, die sich in meine übrigen Reiseabenteuer einreiht.
  • Das Wichtigste im Leben sind funktionierende Verbindungen – dabei sind Freunde und Familie meist hilfreicher als Institutionen.
  • Urlaub haben ist schön, aber reisen kann anstrengend und herausfordernd sein.
  • Zu Hause ist es doch am schönsten.

(c) Katharina Kopp

Mitten im Dunkel

Mitten in mein Dunkel 
schickst du ein Licht.

Mitten in meine Zweifel
sprichst du: "Fürchte dich nicht!"

Mitten in meinem Denken
erweist du dein göttliches "Ich bin."

Mitten in meinen Fragen
machen deine Worte Sinn.

Mitten in meine innere Zerrissenheit,
weist du auf deine Ganzheit hin.

Mitten in meiner Nacht
erhellst du meine Sicht.

Mitten in meinem Streit
zeigst du mir, wer ich bin.

(c) Katharina Kopp

Letzter Abend am See

Ein wunderschöner Urlaub in Binz geht zu Ende. Den letzten Sonnenuntergang möchte ich am See genießen. Nachdem wir ein paar Bilder machten, geht meine Bekannte zurück zum Haus. Ich möchte noch den Vögeln zuschauen, die in der Dämmerung über dem See fliegen bevor sie sich für die Nacht ins Schilf zurückziehen. So setze ich mich auf die Stufen am See. Dabei übersehe ich, dass in meiner Nähe ein rauchendes und trinkendes Paar sitzt. Da ich Zigarettenrauch nicht mag, möchte ich mich entfernen. Sie gehören auch nicht zu der Art Mensch, mit denen ich oft Kontakt habe. Doch die Frau neben mir dreht sich um und meint, sie haben eine Ehekrise – obwohl sie nicht verheiratet sind. Gut, ich bleibe und erlebe mit, wie sie ihren Partner unsanft wegschickt. Innerlich bete ich um Weisheit. So kommen wir ins Gespräch und sie erzählt von ihrer Misere. Krebskrank, offensichtlich ein Alkoholproblem, ebenso wie ihr Lebenspartner, beide arbeiten, aber haben nicht genug Geld. S. schaut mich ergriffen an und fragt, wer mich geschickt habe. Vermutlich war das mein himmlischer Vater, der wusste, dass hier jemand sehr verzweifelt ist. Das gebe ich ihr auch so weiter.

Sie ist sehr nteressiert und fragt nach. Ich erkläre ihr, dass sie ein geliebtes Kind ihres himmlischen Vaters ist. Eine Beziehung mit Gott kann real werden, wenn sie Gott den traurigen Film ihres Lebens gibt. Jesus ist für ihre Schuld gestorben und möchte sie reinwaschen. Wir reden noch eine Zeitlang, sie weint und zeigt ihr Erstaunen über unsere Begegnung. Dann habe ich Gelegenheit, ihr ein kleines ‚wortloses Büchlein‘ zu erklären, das schildert, wie man eine Beziehung mit Jesus aufbauen kann. Zufällig habe ich eines dabei und gebe es ihr mit, damit sie sich später an das erinnern kann, was ich ihr erzähle.

Dann bete ich für sie und mit ihr. Sie betet innerlich mit, bittet Gott ihr zu helfen und bekräftigt mit einem lauten Amen. Ihr stehen Tränen in den Augen. Möge diese Begegnung in ihr nachklingen. Was genau geschehen ist in ihrem Herzen werde ich vielleicht nie erfahren. Aber ich bin sicher, das war eine geplante Begegnung. Hoffentlich erlebt sie Befreiung durch Jesus und inneren Frieden in ihrer herausfordernden Lebenssituation.

Jesus ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren ist. Ich bete, dass S und jeder, der hier liest ein Leben im echten Frieden Gottes führt. Wenn du magst, kommentiere gerne, wie der Friede mit Gott in deinem Leben aussieht oder wo du dir mehr Frieden wünschst.

(c) Katharina Kopp

Kreidefelsen

Mächtig liegen sie. 
Jedes Jahr bricht ein Stück ab,
rutscht hinab ins Meer.
Ein Buchenwald als Dach, 
Uralte Wege schlängeln
durch den hellen Wald.
Nach ein paar Schritten - 
Ich halte inne - achtsam!
Taste mich voran.
Mein Blick öffnet sich, 
Gleitet durch ein Fenster
hinab in die Tiefe.
Blick in unendliche Tiefe
Begreifen geht nicht, 
doch die Schönheit ergreift mich,
rührt an meinem Sinn.
Bewundert und bestaunt, 
von allen Seiten erfasst.
Doch nicht durchdrungen.
Woher kommt diese Pracht? 
Die Ahnung der Ewigkeit
haucht in meine Zeit.
Jahrhundertalte Felsen 
So schön, doch haben nicht Bestand -
Sie geben keinen Halt!
Majestätische Wände! 
Doch kommt der nächste Sturm,
Stürzen sie hinab.
Was gibt echten Halt? 
Die Kreidefelsen geben nach!
Bau auf nen Fels, der sicher hält!

© Katharina Kopp

Kathakritzelt.com hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht.

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und Traumspruch sind mit von der Partie.
Viel Freude bei allen Besuchen!

Meeresrauschen

M   al wieder an der Küste! 
E   ndlose Weite,
E   in Blick in die Ferne.
R   auschende Wellen,
E   rreichen das Ufer, prallen ab,
S   chlagen gegen Felsen.
R   ichten sich hoch auf, brechen,
A   m Strand verlieren sie sich,
U   nentwegt kommen neue,
S   chaum und Gischt spritzt hoch, vergeht.
C arpe diem!
H   üte den Tag!
E   r kommt niemals zurück!
N   och ist Zeit!

© Katharina Kopp

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Reise von Burbach nach Binz (Rügen) – Teil 2

11. Juli 2021: Auch dieser Tag startet früh – ein Frühstück mit Tante und Onkel… und dann radle ich die Strecke nach Hamburg-Harburg zurück!! Dieses Mal entkommt mir der Zug in Hamburg nicht. Es kostet mich ziemlich Überwindung, aber ich bitte den Kollegen an Gleis 7, seiner Kollegin von gestern eine Entschuldigungskarte zu geben. Meine scharfen Worte waren nicht in Ordnung und ich möchte gerne mit anderen Menschen im Frieden leben, auch wenn ich ihnen nicht wieder begegnen werde. Er nimmt die Karte an und verspricht, sie weiterzugeben. Erleichtert gehe ich zu meinem Zug.

Dieses Mal entkommt mir der Zug nicht.

Die Fahrt von Hamburg bis Binz verläuft ruhig und ohne weitere Zwischenfälle. Mit dem Rad fahre ich zum Haus Königseck, wo ich die nächsten beiden Wochen verbringen werde.

Angekommen in Haus Königseck

Jetzt bin ich doch erschöpft und dankbar für einen ruhigen Nachmittag und Abend. Schön, dass ein paar nette Leute dabei sind. Jetzt kann ich richtig im Urlaub ankommen.

(c) Katharina Kopp

Elfchen

Sommerreise 
bringt Freude.
Erholen und Abschalten.
Reisen kann anstrengend sein.
Regeneration.

(c) Katharina Kopp

Die Aktion Elfchen zum Elften komm von DeinPoet.

Die Einladung zum Elfchenschreiben findest Du hier.

Die Einladung nehme ich gerne an.

Mit an Bord sind bereits:
Brigwords
Heidi Maria Stadler
Silbenton
Zauberei mit Buchstaben
Www.Wortverdr3her.wordpress.com

Reise von Burbach nach Binz (Rügen) – Teil 1

10. Juli 2021: Der Tag startet früh – wie jeder Reisetag bei mir. 5 Uhr bin ich wach, letzte Kleinigkeiten erledigen, die Wohnung soll ja auch einigermaßen ordentlich und sauber sein… und dann geht’s los!! Mal wieder ein Abenteuer!!

So befinde ich mich um 6.50 in Burbach am Bahnhof. Strahlende Sonne empfängt mich und meine Reisefreude ist noch frisch und unverbraucht. Mal sehen, was mich noch so erwartet!

Im ICE nach Hamburg sitze ich dann erst mal ein paar Stunden und hole etwas Schlaf nach. Nicht ahnend, was mich noch erwarten würde.

Als Ungeimpfte brauche ich für meine Unterkunft einen höchstens 24h alten negativen C-test. Die Umsteigezeit in Hamburg sollte reichen. Da lasse ich es drauf ankommen. Ich warte… und bin fast an der Reihe. Unten am Bahnsteig sehe ich meinen Zug – auch der macht sich bereit zur Abfahrt. Das wird knapp – doch jetzt bin ich endlich an der Reihe getestet zu werden. So schnell es geht bringen wir die Prozedur hinter uns – und ich eile zum Aufzug, dann rase ich mit dem Rad über den leeren Bahnsteig. Geschafft!! Mit dem Rad im Zug und völlig außer Puste gerade noch den Zug erreicht!! Was ein Glück!

Doch zu früh gefreut! Denn es ist verboten auf dem Bahnsteig Fahrrad zu fahren. Die Bahnmitarbeiterin nimmt ihren Job sehr genau. Sie kommt extra und befiehlt mir unter Androhung der Polizei, aus dem abfahrbereiten Zug auszusteigen. Es sei keine Rennstrecke. Meine Entschuldigung interessiert sie wenig. So ausschließlich nur freundliche Worte kommen auch aus meinem Mund nicht. Und ich tue wie befohle und steige aus dem Zug – innerlich ziemlich geladen.

Was nun!! Der nächste Zug soll eine Stunde später fahren. So radle ich nach Hamburg rein und erhole mich etwas von den bisherigen Strapazen. Im Lauf der Zeit wird mir jedoch klar, dass es viele Zugverbindungen gibt, die ich gar nicht nehmen kann. Da meine Weiterfahrt keine Reservierung hat, darf ich nur Nahverkehrszüge nehmen, Busse gehen mit dem Rad auch nicht. Meine einzige Option: 17.05 Abfahrt – 22.55 Ankunft in Binz/Rügen inklusive viermal umsteigen. 😐🤨

Da merke ich, dass ich die 20 längst überschritten habe und meine Kraft nicht mehr für weitere unvorhersehbare Situationen reicht. Ich entscheide  meine Weiterreise auf den nächsten Tag zu verschieben. Nach einigem Überlegen fällt mir die Lösung ein:

Eine liebe Tante und ihr Mann leben nicht weit von Hamburg. Sie rufe ich an und kann bei ihnen übernachten. Wir sehen uns selten und freuen uns an dem unverhofften Wiedersehen.

Müde sinke ich später in ein liebevoll gemachtes Bett. Wie gut, dass ich den Zug verpasst habe und dadurch Gelegenheit zu diesem Besuch habe. Morgen kann ich dann mit neuer Kraft weiterfahren.

(c) Katharina Kopp

Das Paradies…

beginnt direkt vor deiner Tür. 
Vielleicht hast du es ja geahnt?
Nicht irgendwo weit weg!
Gerade hier, wo du jetzt bist!
Sieh zu, dass du es nicht verpasst!
Mach Herz und Sinne auf!
Und lass der Schönheit ihren Lauf!
Halt inne...
Und achte auf die leise Stimme!

© Katharina Kopp

Vielleicht ist das der Eingang?

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Dein Poet

EINSAMKEIT

Eigentlich saß ich nur so da, um den Tag ausklingen zu lassen. Und plötzlich kommt da mal wieder ein alt vertrautes, aber wenig geliebtes Wesen aus der Versenkung und will mir Gesellschaft leisten. Gerufen hatte ich es nicht, willkommen war es eigentlich auch nicht. Aber wo es schon mal da war, machte ich mich mal ans Analysieren.
Her ein paar Gedanken, entstanden aus der heranschleichenden Einsamkeit. Ähnlichkeiten mit noch lebenden oder bereits verstorbenen Personen sind rein zufällig.

E   s schleicht die Stille um dich her. 
I   n dir drin scheint es ganz leer.
N   och immer hoffst du auf ein Wort!
S   o ganz allein bleibt dieser Ort.
A   m Leben geht es g'rad vorbei.
M   anch einem ist das einerlei.
K   ann das denn echt so sein?
E   s ist doch niemand ganz allein!
I   m Herzen spürst du, das ist wahr!
T   rost gibt es, das ist sonnenklar!

Mit diesen ersten Gedanken ist noch nicht alles erfasst. Hier folgen noch ein paar weitere Ermittlungen in dieser Thematik, begonnen mit dem Versuch eines Verhörs mit der Einsamkeit:

Was willst du hier? 
Was hast du noch an mir?
Hast du dich wohl verirrt?
Das macht mich ganz verwirrt.
Eingeladen hab' ich dich doch nicht!
Was rede ich, erwart' ich, dass da jemand spricht?
Doch beim genaueren Betrachten, 
da seh' ich nur nen Schatten,
ein vages, mag'res Grau'n.
Sie ist recht hässlich anzuschau'n.
Sieh' an, was für ein elend' Wesen! 
So mager wie ein alter Besen!
Nicht Haut, noch nicht mal Knochen,
Geschweige denn gar Fleisch zum kochen!

Und greif' ich hin, um sie zu fassen,
Muss ich die Hände sinken lassen,
Denn sie entwindet sich geschwind,
Ist flugs verflogen wie der Wind.
Wo ist sie hin, das kann nicht sein! 
Sie war mir stets verhasst und doch vertraut,
Und irgendwie ins Leben eingebaut.
War sie denn immer nur ein Schein?
Doch jetzt hüllt tiefer Fried' mich ein.
Die Türe schließ' ich leis', 
Und ahne tief in mir, ich weiß:
Sie ist nicht besser dran als ich.
Denn sie hat niemand als nur sich.
Wenn ich es jetzt so recht bedenke, 
Dann tut sie mir auf einmal leid.
So einsam ist sie und alleine.
Drum sucht sie sich stets "arme Schweine"*,
Die suhlen sich im Selbstmitleid.
*Verzeiht, verdient habt ihr Beileid!
So oft fall' selber ich in diese Falle,
Vielleicht tun wir das manchmal alle?
Mein Rat an mich und dich, 
wenn du mit diesem Wesen kämpfst,
Das immer wieder Leben dämpft:
Lass dich nicht länger quälen!
Denn dieser elendige Knilch,
Der wird dir sicher niemals fehlen!
D'rum jenen Wicht ins tiefe Meer versenke, 
Dies' Wesen braucht keine Geschenke.
Doch einer wacht und ruft:
Komm her, ich bin bei dir statt diesem Schuft!!

Was als harmloses Analysieren begann, erwies sich als sehr spannender Vorgang, bei dem  dieses Wesen ‚Einsamkeit‘ sich ganz unerwartet tatsächlich nach und nach verflüchtigte und schließlich in Luft auflöste. Es ließ sich auch nicht mehr greifen, war wie vom Erdboden verschluckt… vielleicht tatsächlich im Meer versenkt? Ob es dort bleiben wird? Spannend, was aus solchen Phänomenen wird, wenn man mal versucht, das scheinbar Ungreifbare zu erforschen!

(c) Katharina Kopp

Hier finden sich noch weitere Gedanken zur Einsamkeit auf Englisch und Französisch: https://wp.me/p4LbRH-5DS