Letzter Abend am See

Ein wunderschöner Urlaub in Binz geht zu Ende. Den letzten Sonnenuntergang möchte ich am See genießen. Nachdem wir ein paar Bilder machten, geht meine Bekannte zurück zum Haus. Ich möchte noch den Vögeln zuschauen, die in der Dämmerung über dem See fliegen bevor sie sich für die Nacht ins Schilf zurückziehen. So setze ich mich auf die Stufen am See. Dabei übersehe ich, dass in meiner Nähe ein rauchendes und trinkendes Paar sitzt. Da ich Zigarettenrauch nicht mag, möchte ich mich entfernen. Sie gehören auch nicht zu der Art Mensch, mit denen ich oft Kontakt habe. Doch die Frau neben mir dreht sich um und meint, sie haben eine Ehekrise – obwohl sie nicht verheiratet sind. Gut, ich bleibe und erlebe mit, wie sie ihren Partner unsanft wegschickt. Innerlich bete ich um Weisheit. So kommen wir ins Gespräch und sie erzählt von ihrer Misere. Krebskrank, offensichtlich ein Alkoholproblem, ebenso wie ihr Lebenspartner, beide arbeiten, aber haben nicht genug Geld. S. schaut mich ergriffen an und fragt, wer mich geschickt habe. Vermutlich war das mein himmlischer Vater, der wusste, dass hier jemand sehr verzweifelt ist. Das gebe ich ihr auch so weiter.

Sie ist sehr nteressiert und fragt nach. Ich erkläre ihr, dass sie ein geliebtes Kind ihres himmlischen Vaters ist. Eine Beziehung mit Gott kann real werden, wenn sie Gott den traurigen Film ihres Lebens gibt. Jesus ist für ihre Schuld gestorben und möchte sie reinwaschen. Wir reden noch eine Zeitlang, sie weint und zeigt ihr Erstaunen über unsere Begegnung. Dann habe ich Gelegenheit, ihr ein kleines ‚wortloses Büchlein‘ zu erklären, das schildert, wie man eine Beziehung mit Jesus aufbauen kann. Zufällig habe ich eines dabei und gebe es ihr mit, damit sie sich später an das erinnern kann, was ich ihr erzähle.

Dann bete ich für sie und mit ihr. Sie betet innerlich mit, bittet Gott ihr zu helfen und bekräftigt mit einem lauten Amen. Ihr stehen Tränen in den Augen. Möge diese Begegnung in ihr nachklingen. Was genau geschehen ist in ihrem Herzen werde ich vielleicht nie erfahren. Aber ich bin sicher, das war eine geplante Begegnung. Hoffentlich erlebt sie Befreiung durch Jesus und inneren Frieden in ihrer herausfordernden Lebenssituation.

Jesus ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren ist. Ich bete, dass S und jeder, der hier liest ein Leben im echten Frieden Gottes führt. Wenn du magst, kommentiere gerne, wie der Friede mit Gott in deinem Leben aussieht oder wo du dir mehr Frieden wünschst.

(c) Katharina Kopp

Kreidefelsen

Mächtig liegen sie. 
Jedes Jahr bricht ein Stück ab,
rutscht hinab ins Meer.
Ein Buchenwald als Dach, 
Uralte Wege schlängeln
durch den hellen Wald.
Nach ein paar Schritten - 
Ich halte inne - achtsam!
Taste mich voran.
Mein Blick öffnet sich, 
Gleitet durch ein Fenster
hinab in die Tiefe.
Blick in unendliche Tiefe
Begreifen geht nicht, 
doch die Schönheit ergreift mich,
rührt an meinem Sinn.
Bewundert und bestaunt, 
von allen Seiten erfasst.
Doch nicht durchdrungen.
Woher kommt diese Pracht? 
Die Ahnung der Ewigkeit
haucht in meine Zeit.
Jahrhundertalte Felsen 
So schön, doch haben nicht Bestand -
Sie geben keinen Halt!
Majestätische Wände! 
Doch kommt der nächste Sturm,
Stürzen sie hinab.
Was gibt echten Halt? 
Die Kreidefelsen geben nach!
Bau auf nen Fels, der sicher hält!

© Katharina Kopp

Kathakritzelt.com hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht.

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Viel Freude bei allen Besuchen!

Meeresrauschen

M   al wieder an der Küste! 
E   ndlose Weite,
E   in Blick in die Ferne.
R   auschende Wellen,
E   rreichen das Ufer, prallen ab,
S   chlagen gegen Felsen.
R   ichten sich hoch auf, brechen,
A   m Strand verlieren sie sich,
U   nentwegt kommen neue,
S   chaum und Gischt spritzt hoch, vergeht.
C arpe diem!
H   üte den Tag!
E   r kommt niemals zurück!
N   och ist Zeit!

© Katharina Kopp

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Reise von Burbach nach Binz (Rügen) – Teil 2

11. Juli 2021: Auch dieser Tag startet früh – ein Frühstück mit Tante und Onkel… und dann radle ich die Strecke nach Hamburg-Harburg zurück!! Dieses Mal entkommt mir der Zug in Hamburg nicht. Es kostet mich ziemlich Überwindung, aber ich bitte den Kollegen an Gleis 7, seiner Kollegin von gestern eine Entschuldigungskarte zu geben. Meine scharfen Worte waren nicht in Ordnung und ich möchte gerne mit anderen Menschen im Frieden leben, auch wenn ich ihnen nicht wieder begegnen werde. Er nimmt die Karte an und verspricht, sie weiterzugeben. Erleichtert gehe ich zu meinem Zug.

Dieses Mal entkommt mir der Zug nicht.

Die Fahrt von Hamburg bis Binz verläuft ruhig und ohne weitere Zwischenfälle. Mit dem Rad fahre ich zum Haus Königseck, wo ich die nächsten beiden Wochen verbringen werde.

Angekommen in Haus Königseck

Jetzt bin ich doch erschöpft und dankbar für einen ruhigen Nachmittag und Abend. Schön, dass ein paar nette Leute dabei sind. Jetzt kann ich richtig im Urlaub ankommen.

(c) Katharina Kopp

Elfchen

Sommerreise 
bringt Freude.
Erholen und Abschalten.
Reisen kann anstrengend sein.
Regeneration.

(c) Katharina Kopp

Die Aktion Elfchen zum Elften komm von DeinPoet.

Die Einladung zum Elfchenschreiben findest Du hier.

Die Einladung nehme ich gerne an.

Mit an Bord sind bereits:
Brigwords
Heidi Maria Stadler
Silbenton
Zauberei mit Buchstaben
Www.Wortverdr3her.wordpress.com

Reise von Burbach nach Binz (Rügen) – Teil 1

10. Juli 2021: Der Tag startet früh – wie jeder Reisetag bei mir. 5 Uhr bin ich wach, letzte Kleinigkeiten erledigen, die Wohnung soll ja auch einigermaßen ordentlich und sauber sein… und dann geht’s los!! Mal wieder ein Abenteuer!!

So befinde ich mich um 6.50 in Burbach am Bahnhof. Strahlende Sonne empfängt mich und meine Reisefreude ist noch frisch und unverbraucht. Mal sehen, was mich noch so erwartet!

Im ICE nach Hamburg sitze ich dann erst mal ein paar Stunden und hole etwas Schlaf nach. Nicht ahnend, was mich noch erwarten würde.

Als Ungeimpfte brauche ich für meine Unterkunft einen höchstens 24h alten negativen C-test. Die Umsteigezeit in Hamburg sollte reichen. Da lasse ich es drauf ankommen. Ich warte… und bin fast an der Reihe. Unten am Bahnsteig sehe ich meinen Zug – auch der macht sich bereit zur Abfahrt. Das wird knapp – doch jetzt bin ich endlich an der Reihe getestet zu werden. So schnell es geht bringen wir die Prozedur hinter uns – und ich eile zum Aufzug, dann rase ich mit dem Rad über den leeren Bahnsteig. Geschafft!! Mit dem Rad im Zug und völlig außer Puste gerade noch den Zug erreicht!! Was ein Glück!

Doch zu früh gefreut! Denn es ist verboten auf dem Bahnsteig Fahrrad zu fahren. Die Bahnmitarbeiterin nimmt ihren Job sehr genau. Sie kommt extra und befiehlt mir unter Androhung der Polizei, aus dem abfahrbereiten Zug auszusteigen. Es sei keine Rennstrecke. Meine Entschuldigung interessiert sie wenig. So ausschließlich nur freundliche Worte kommen auch aus meinem Mund nicht. Und ich tue wie befohle und steige aus dem Zug – innerlich ziemlich geladen.

Was nun!! Der nächste Zug soll eine Stunde später fahren. So radle ich nach Hamburg rein und erhole mich etwas von den bisherigen Strapazen. Im Lauf der Zeit wird mir jedoch klar, dass es viele Zugverbindungen gibt, die ich gar nicht nehmen kann. Da meine Weiterfahrt keine Reservierung hat, darf ich nur Nahverkehrszüge nehmen, Busse gehen mit dem Rad auch nicht. Meine einzige Option: 17.05 Abfahrt – 22.55 Ankunft in Binz/Rügen inklusive viermal umsteigen. 😐🤨

Da merke ich, dass ich die 20 längst überschritten habe und meine Kraft nicht mehr für weitere unvorhersehbare Situationen reicht. Ich entscheide  meine Weiterreise auf den nächsten Tag zu verschieben. Nach einigem Überlegen fällt mir die Lösung ein:

Eine liebe Tante und ihr Mann leben nicht weit von Hamburg. Sie rufe ich an und kann bei ihnen übernachten. Wir sehen uns selten und freuen uns an dem unverhofften Wiedersehen.

Müde sinke ich später in ein liebevoll gemachtes Bett. Wie gut, dass ich den Zug verpasst habe und dadurch Gelegenheit zu diesem Besuch habe. Morgen kann ich dann mit neuer Kraft weiterfahren.

(c) Katharina Kopp

Das Paradies…

beginnt direkt vor deiner Tür. 
Vielleicht hast du es ja geahnt?
Nicht irgendwo weit weg!
Gerade hier, wo du jetzt bist!
Sieh zu, dass du es nicht verpasst!
Mach Herz und Sinne auf!
Und lass der Schönheit ihren Lauf!
Halt inne...
Und achte auf die leise Stimme!

© Katharina Kopp

Vielleicht ist das der Eingang?

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EINSAMKEIT

Eigentlich saß ich nur so da, um den Tag ausklingen zu lassen. Und plötzlich kommt da mal wieder ein alt vertrautes, aber wenig geliebtes Wesen aus der Versenkung und will mir Gesellschaft leisten. Gerufen hatte ich es nicht, willkommen war es eigentlich auch nicht. Aber wo es schon mal da war, machte ich mich mal ans Analysieren.
Her ein paar Gedanken, entstanden aus der heranschleichenden Einsamkeit. Ähnlichkeiten mit noch lebenden oder bereits verstorbenen Personen sind rein zufällig.

E   s schleicht die Stille um dich her. 
I   n dir drin scheint es ganz leer.
N   och immer hoffst du auf ein Wort!
S   o ganz allein bleibt dieser Ort.
A   m Leben geht es g'rad vorbei.
M   anch einem ist das einerlei.
K   ann das denn echt so sein?
E   s ist doch niemand ganz allein!
I   m Herzen spürst du, das ist wahr!
T   rost gibt es, das ist sonnenklar!

Mit diesen ersten Gedanken ist noch nicht alles erfasst. Hier folgen noch ein paar weitere Ermittlungen in dieser Thematik, begonnen mit dem Versuch eines Verhörs mit der Einsamkeit:

Was willst du hier? 
Was hast du noch an mir?
Hast du dich wohl verirrt?
Das macht mich ganz verwirrt.
Eingeladen hab' ich dich doch nicht!
Was rede ich, erwart' ich, dass da jemand spricht?
Doch beim genaueren Betrachten, 
da seh' ich nur nen Schatten,
ein vages, mag'res Grau'n.
Sie ist recht hässlich anzuschau'n.
Sieh' an, was für ein elend' Wesen! 
So mager wie ein alter Besen!
Nicht Haut, noch nicht mal Knochen,
Geschweige denn gar Fleisch zum kochen!

Und greif' ich hin, um sie zu fassen,
Muss ich die Hände sinken lassen,
Denn sie entwindet sich geschwind,
Ist flugs verflogen wie der Wind.
Wo ist sie hin, das kann nicht sein! 
Sie war mir stets verhasst und doch vertraut,
Und irgendwie ins Leben eingebaut.
War sie denn immer nur ein Schein?
Doch jetzt hüllt tiefer Fried' mich ein.
Die Türe schließ' ich leis', 
Und ahne tief in mir, ich weiß:
Sie ist nicht besser dran als ich.
Denn sie hat niemand als nur sich.
Wenn ich es jetzt so recht bedenke, 
Dann tut sie mir auf einmal leid.
So einsam ist sie und alleine.
Drum sucht sie sich stets "arme Schweine"*,
Die suhlen sich im Selbstmitleid.
*Verzeiht, verdient habt ihr Beileid!
So oft fall' selber ich in diese Falle,
Vielleicht tun wir das manchmal alle?
Mein Rat an mich und dich, 
wenn du mit diesem Wesen kämpfst,
Das immer wieder Leben dämpft:
Lass dich nicht länger quälen!
Denn dieser elendige Knilch,
Der wird dir sicher niemals fehlen!
D'rum jenen Wicht ins tiefe Meer versenke, 
Dies' Wesen braucht keine Geschenke.
Doch einer wacht und ruft:
Komm her, ich bin bei dir statt diesem Schuft!!

Was als harmloses Analysieren begann, erwies sich als sehr spannender Vorgang, bei dem  dieses Wesen ‚Einsamkeit‘ sich ganz unerwartet tatsächlich nach und nach verflüchtigte und schließlich in Luft auflöste. Es ließ sich auch nicht mehr greifen, war wie vom Erdboden verschluckt… vielleicht tatsächlich im Meer versenkt? Ob es dort bleiben wird? Spannend, was aus solchen Phänomenen wird, wenn man mal versucht, das scheinbar Ungreifbare zu erforschen!

(c) Katharina Kopp

Hier finden sich noch weitere Gedanken zur Einsamkeit auf Englisch und Französisch: https://wp.me/p4LbRH-5DS

GESUNDHEIT

Meist nimmt man sie für selbstverständlich. Erst wenn sie fehlt, fällt auf, wie wichtig sie ist und wie Vieles sie am Laufen hält. Dieser Tage scheint sich unser ganzes Leben darum zu drehen, sie zu erhalten. Mir selber ist das gerade mal wieder nicht gelungen und ich merke, wie zerbrechlich dieses edle Gut ist, vielleicht wie so ein kleines Pflänzchen, das gut gehütet werden will.

Daher ein paar Gedanken zum Thema, ein Brief an die Gesundheit.

G   ewöhnlich bist du einfach da. 
E   rwartest mich, es dämmert kaum der Tag.
S   o mag ich es, bleib' bitte immer nah!
U   nd halte von mir fern die Plag'!
N   ur leider geht's nicht immer wie ich's mag.
D   enn dieser Bösewicht 'Krankheit' genannt,
H   at wieder mich ins Haus verbannt.
E   rklärtes Ziel, die Freude mir abringen,
I   ch denk', das wird ihm nicht gelingen!
T   rotz allem gilt: die Hoffnung wird gewinnen!

© Katharina Kopp

Kathakritzelt.com hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht.

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Heimat

H   eute hier, morgen dort. 
E ndlich ankommen, nicht wieder fort!
I rgendwo gibt's das an jenem ew'gen Ort!
M anche tragen die Heimat im Herzen,
A ndere sind verwurzelt an einem festen Ort der Zugehörigkeit.
T rau dich zu sein wer du bist, wo du bist!
Heimat ist dort, wo du ankommst und herzlich empfangen wirst!
Verpasse deine ewige Heimat nicht!

Vorwurfsvoll meinte neulich jemand, ich könne doch nicht den Begriff „Heimat“ einfach so umdefinieren. Diese Aussage hinterließ mich mit großen Fragezeichen… die Person hatte das Vorrecht, nach einigen Jahren im Ausland wieder an genau den Ort zurückzukehren, an dem sie aufgewachsen war und zuvor gelebt hatte. Für sie war dies offensichtlich die einzig mögliche Definition des insgesamt stark umstrittenen Begriffs ‚Heimat‘. Ich persönlich war bisher an weit über 10 unterschiedlichen Orten in verschiedenen Ländern mehr oder weniger lange zu Hause. Heißt das, ich habe keine „Heimat“, weil diese öfter mal wechselte? Meine feste, sichere Heimat ist die zukünftige, von der ich nie wieder weg muss. Bis ich dort ankomme, bin ich dankbar für alles, was mir ein Gefühl von Heimat gibt, seien es Menschen oder Orte.

"Home is where the heart is." 
Zuhause ist dort, wo das Herz ist.

(c) Katharina Kopp