Unkraut

Löwenzahn ist ein hübsches und durchaus nützliches Unkraut. Aber das Unkraut, das sich im Leben ansammelt und es verunreinigen kann, hat einen Ort, damit es im Leben keine Wurzeln schlägt.

„Sehet darauf, daß nicht jemand Gottes Gnade versäume; dass nicht etwa eine bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte und viele durch dieselbe verunreinigt werden.“
Hebräer 12, 15

Schau, am Kreuz von Golgatha! 
Unser Unkraut landet da,
denn dieser Mann, er kam für dich,
nahm all dein Elend gern auf sich.
Die bitt're Wurzel landet dort, 
er wäscht das Leid einst alles fort.
Auch meine übergroße Schuld,
die trug er mit unendlicher Geduld.
Es ist an dir, das anzunehmen. 
Dafür sollst du dich niemals schämen.
Versöhnlich reicht er dir die Hand -
Du darfst jetzt gehen ins verheiß'ne Land.

© Katharina Kopp

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Quarantäne

Überrascht starr' ich den Schnelltest an: 
ein dicker roter Strich, o Mann!
1000 Gedanken treiben ihren Hohn:
wen hatt' ich noch getroffen,
wer ist davon betroffen?
So setz' ich mich ans Telefon
und informier' die Leute:
Wie jedes Treffen mich jetzt reute!
Der Auftritt der Symptome dann erst richtig startet, 
als hätten sie auf Legitimation gewartet:
"endlich geht es los, wir dürfen!"
Husten, Schnupfen, Heiserkeit,
Kopfweh, Halsweh, Übelkeit,
Durchfall, Fieber, Apetitlosigkeit...
Mir bleibt nur Pillen schlucken und Tee schlürfen...
Dass ich nicht versauert bin, 
liegt auch an meiner Helferin,
die einkaufte und für mich kochte,
auch als ich nicht recht essen mochte,
an Freunden in der Näh' und Fern,
Die brachten mich vor unsern Herrn!
Seine Näh' bringt Kraft und Zuversicht,
erhellt mein Dunkel mit seinem Licht.
Nach diesem Vorbericht,
mein Quarantäne-Gedicht:
Q.  uatsch, mich erwischt das scheinbar nicht!
U. nd plötzlich doch ans Haus gefesselt.
A. llein im Zimmer eingekesselt.
R. ückzug ist jetzt höchste Pflicht!
A. bgesondert bleibt nur die Aussicht
(aus dem Fenster).
N. ach drei Tagen Fieber der Triumph:
T. auch' auf aus meinem Fiebersumpf!
Ä. tzend - dennoch positiv!
(in dem Fall eher negativ!)
N. och immer hüte ich das Haus!
E. ndlich will ich doch mal wieder raus!

© Katharina Kopp

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Handy spurlos verschwunden

Eben hatte ich es noch in der Hand, war im Gespräch mit Kollegen gewesen und hatte etwas nachgeschaut. Aber als ich zuhause ankam, war es weg. Ich ging alle möglichen (und unmöglichen) Orte durch, wo ich es beim Nachhausekommen abgelegt haben könnte. Auch draußen im Gebüsch neben dem Parkplatz suchte ich. Erfolglos!! Dummerweise hatte ich es auf lautlos gestellt gehabt. Also half anrufen auch nicht. Meine Internet Recherche ergab eine Möglichkeit, es 5 Minuten klingeln zu lassen trotz lautlos Einstellung. Aber es ließ sich nicht orten. Diese Option entfiel also auch.

„Oh nein“, dachte ich, „wahrscheinlich ist die Batterie leer.“ Da war guter Rat teuer. Irgendwann fand ich mich damit ab und wartete den nächsten Tag ab, vielleicht hatte ich es ja doch bei der Arbeit liegen lassen. Aber auch die Kollegen hatten es nicht gesehen. Also musste es irgendwo zuhause sein. Zurück von der Arbeit nochmal alles durchsucht –  nichts! Und dann nochmal die Suchfunktion von android genutzt: dieses Mal ergab sich die Info: 54% geladen und bei Joy Box, meinem heimischen Netzwerk angemeldet. Aber wo war es?

Also aktivierte ich jetzt die 5 Minuten Klingelfunktion, und meine WG Mitbewohnerin und ich machten uns auf die Suche. „Ich höre was!“, rief sie aufgeregt. Gespannt eilte ich nach draußen wo das Klingeln herkam. Und dann der erstaunte Griff in den Busch, wo es tatsächlich wohlerhalten auf mich wartete. Es nusste auf dem Weg vom Auto zum Haus aus der Tasche gefallen sein.

Der Prozess hat in mir aber auch noch anderes ausgelöst: Wie sehr habe ich mich von diesem kleinen Gerät abhängig gemacht? Das Leben funktioniert kaum noch ohne. Überweisungen, Authentifizierungen um Zugang zu Arbeitsprogrammen zu erhalten, Kommunikation mit Freunden, nützliche und überflüssige Informationen… So viele Lebensprozesse scheinen nur noch mit Handy zu laufen. Aber die 22 Stunden haben mich gelehrt, dass es auch mal ohne geht. Und trotzdem bin ich jetzt sehr dankbar, es wiederzuhaben. Dies gilt umso mehr, da ich einen Tag später von Corona in die Quarantäne gezwungen wurde.

(c) Katharina Kopp

Der Wind

Das leise Säuseln seines Windes - 
Du kennst es wohl.
Das herannahende Sausen, das kräftige Blasen und Blustern...
Hörst du es rauschen?
Spürst du den Wind in allen Gliedern?
Siehst du wie die Palmen sich biegen im Wind?
Sie beugen sich sanft, geben nach.
Doch stehen sie fest, sind unbeugsam in jeder Lage.
Sag, kennst du auch das leise Säuseln seines Geistes?
... das stärker werdende Drängen?
Bist du bereit zu stehen wie die Palmen:
Seinem Drängen nachzugeben
und doch: niemals dich den Situationen zu beugen.
Niemals aufzugeben.
Der den Wind schickt 
ist Derselbe, der auch dir die Kraft gibt zu stehen.
Er wird nicht zulassen, dass der Wind zu stark wird.
Gib dich in seine Hand 
und vertraue:
Er wird nicht zulassen, dass du zerbrichst.
So, wie er die Palmen hält,
wird er auch dich halten und bewahren.
Und du kannst stehen
In Sturm und Wind.

Die Widerstandskraft der Palmen bei starkem Wind oder Sturm während meiner Zeit in Tonga veranlasste mich zu diesem Gedicht! Manchmal gab es ziemlich heftige Stürme, denen ich auf dieser flachen Insel ausgesetzt war, zumal mein Häuschen zwischen Seitenwand und Dach recht durchlässig war. Dabei beobachtete ich, dass Palmen selten abbrechen, weil sie solch eine Biegsamkeit besitzen. Mögest du genauso wie diese Palmen in jedem Sturm standhaft bleiben! Mir hilft dazu die Verankerung in meinem Schöpfer, der mich immer hält und mich vor dem Zerbrechen bewahrt.

© Katharina Kopp, August 1999

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Zwei Elfchen zum Zweiundzwanzigsten

Sommer! 
Endlich da!
Erst drückend heiß,
Dann Blitz und Donner!
Gewitter.
Schuhwahl?
Sommerlich leicht?
Oder lieber regendicht?
Wie wird das Wetter?
Unbeständig!

© Katharina Kopp

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Autotausch

Die letzte Fahrt mit meinem geliebten Auto „Löwe“ war schon etwas traurig. 8 Jahre lang hatte er mich meist treu begleitet. Aber es war Zeit für ein anderes Auto. Einer Mitarbeiterin kaufte ich ihren Corsa ab, den sie ins Ausland nicht mitnehmen konnte. 

Dann hatte ich plötzlich zwei Autos. Was sollte ich mit meinem Astra machen? Ich hatte auf dem Herzen ihn günstig abzugeben an Menschen, die sich für Gottes Reich einsetzen. Aber an wen? Beim Nachdenken fielen mir zwei Kollegen aus meiner alten Heimat ein, die meist sehr alte Autos fuhren und demnächst in die Gegend kommen würden. Als ich sie anrief, meinten sie, es wäre erstaunlich. Sie hatten gerade überlegt, dass sie doch ein neues Auto brauchten, doch nicht so viel Geld investieren könnten. Beim Anblick des 16-jährigen Astra erschien ihnen dieser wie neu – gegenüber ihrem 33 Jahre alten VW. Über den Preis waren wir schnell einig. So fuhren sie ihn zurück in den Kreis Lörrach.

Wieder einmal bin ich fasziniert über Gottes Timing. Und hoffentlich dient das Auto ihnen noch ein paar Jahre. Und das hoffe ich auch für meinen roten Corsa.

Mein neuer Flitzer

Eine witzige Begebenheit: die Vorbesitzerin hatte ziemlich viele fromme Aufkleber auf dem Auto. Einige hatte ich entfernt, auch das große Kreuz auf der Motorhaube wollte ich noch entfernen. Nachdem ich das Auto zum ersten Mal beim Büro geparkt hatte und wieder rauskam, ging spontan ein Leuchten über mein Gesicht…

„Wie cool! Ein Auto mit nem Kreuz!“

Im nächsten Moment wurde mir bewusst, dass das ja meins war und ich gerade im Begriff war, das Kreuz zu entfernen. Tja, das wollte nicht mehr so recht passen. Als dann noch meine beiden kleinen Freunde vorbeikamen und die coolen Aufkleber bestaunten, war die Entscheidung gefallen: die Aufkleber bleiben! So fahre ich stolz mit diesem Zeugnis durch die Gegend: Jesus Christus – Liebe, Hoffnung, Rettung. Wie könnte ich das Kreuz aus meinem Leben entfernen, wo es doch die Basis meiner Hoffnung ist? Und mal wieder hörte ich das Lob aus dem Mund der Kinder – wie so ein Kind möchte ich sein und mich an Gottes Wirken freuen!!

(c) Katharina Kopp Juni 2022

Schlüssel auf dem Autodach…

Irgendwie war der Wurm drin. Am Mittwoch, 24.5. wollte ich mit zwei Kolleginnen im Dienstwagen zum Christival fahren. Doch einige Tage vorher wurde ein Schaden bekannt und das Auto musste repariert werden. Es war lange unklar, ob wir mit dem Auto fahren könnten. Viele Emails gingen hin und her.

Als wir dann am Mittwoch um 9 Uhr das Auto laden wollten, war nochmal etwas zu reparieren, sodass wir erst verspätet alles einpacken konnten. Der Ersatzschlüssel wurde aufs Dach gelegt. Mit viel Verzögerung kamen wir um 10 Uhr dann endlich los. Nachdem wir den Berg runter gefahren waren, bogen wir vom Kreisverkehr ab in Richtung Haiger. Plötzlich klapperte etwas. Obwohl wir stutzig wurden, fuhren wir weiter. Unterwegs wurde uns dann klar, dass wir vollkommen vergessen hatten, den Schlüssel vom Dach zu nehmen. War das das Klappern gewesen und der Schlüssel lag irgendwo am Straßenrand oder gar auf der Straße?

Wir beteten weiter, aber unsere Kollegen zu Hause konnten den Schlüssel nirgends finden. Besonders ungünstig war, dass das Autokennzeichen auf dem Schlüsselanhänger notiert war. Ein unehrlicher Finder hätte das Auto leicht klauen können. Auch ein neuer Zweitschlüssel wäre ziemlich teuer geworden.

Eine Woche später fuhr ich die Strecke auf dem Rückweg von Haiger bewusst langsam und betend, ob sich wohl der Schlüssel finden würde. Viel Glauben hatte ich nicht, aber eine ganz leise Hoffnung und Vertrauen in einen Gott, der Wunder tun kann. Da sah ich auf einmal etwas Schwarzes am Straßenrand. Also parkte ich das Auto und lief ein paar Meter zurück – die Augen auf den Straßenrand geheftet. Und was sah ich? Da lag tatsächlich ein Schlüssel im Gras! Das Schild war durch den Regen unleserlich geworden. Würde er überhaupt noch funktionieren? Bei der Rückkehr zum Wycliff Zentrum stellte sich heraus, dass er tatsächlich noch einwandfrei funktionierte, auch wenn er etwas verkratzt war.

Rufe mich an in der Not, so will ich dir große und unfassbare Dinge kundtun, die du nicht kennst! Jeremia 33, 3

(c) Katharina Kopp Juni 2022

Sehnsucht nach Gott

Meine Seele ist oft so zerrissen, 
Gott, dich suche ich von ganzem Herzen.
Doch oft finde ich nur trock'nes Wissen,
gepaart mit off'nen Fragen und Schmerzen.
So unklar ist oft, was du von mir willst. 
meine Ohren sind verwirrt zu hören.
Dann hab' ich Angst, dass du mich schiltst,
doch lass das niemals uns're Freundschaft stören.
Bitte lehr' mich deine Stimme kennen, 
unterscheiden, was von dir kommt und was nicht.
Nichts and'res will ich eigen nennen,
mein Blick sei ganz auf dich gericht'!
Lass du mich sehen, wer und wie du bist, 
du fernes, treues, unbegreiflich' Wesen,
der meine Schuld nach seiner Gnade misst,
dass meine kranke Seele kann genesen.
Du Vater aller Herrlichkeit, 
dich will ich seh'n in Ewigkeit!
Trost spendest du mir allezeit
und kleidest mich im Ehrenkleid.

(c) Katharina Kopp

Veränderung anstreben

Es obliegt der nach Gott dürstenden Seele, nicht auf eitlen Ruhm zu pochen, sondern ein anderes Sein anzustreben:
Gerne ungeehrt,
gerne ungefürchtet,
gerne allein,
gerne stille,
gerne niedrig,
gerne erhöht,
gerne vereint
ein Mensch zu sein.
Gerecht sein im Leben,
barmherzig sein in der Not,
getreu sein in der Gemeinschaft,
hilfsbereit sein im Verborgenen,
verschwiegen sein in Not und Elend,
erfüllt von der Wahrheit
und der Lüge Feind sein.
Mechthild von Magdeburg
Ja, Herr, dein Sein anzustreben, 
das ist mein Herzenswunsch -
doch sag ich dies' mit zartem Beben,
denn hier lieg' ich mit mir im Clinch.
So gerne wär' ich heilig, ungeehrt, 
und diente heimlich, still, verborgen,
doch oft ist das in Wirklichkeit verkehrt,
denn meine Sucht nach Ehre macht mir Sorgen.
Nur eines weiß ich ganz gewiss, 
mein eig'nes Streben führt zu nichts,
in meinem Innern ist ein Riss,
darin erkenne ich den Schein des Lichts.

(c) Katharina Kopp

Beter oder Täter?

Allein den Betern kann es noch gelingen, 
das Schwert ob unsern Häuptern aufzuhalten
und diese Welt den richtenden Gewalten
durch ein geheiligt Leben abzuringen.
Denn Täter werden nie den Himmel zwingen: 
Was sie vereinen, wird sich wieder spalten,
was sie erneuern, über Nacht veralten,
und was sie stiften, Not und Unheil bringen.
Jetzt ist die Zeit, da sich das Heil verbirgt, 
und Menschenhochmut auf dem Markte feiert,
indes im Dom die Beter sich verhüllen,
bis Gott aus unsern Opfern Segen wirkt
und in den Tiefen, die kein Aug’ entschleiert,
die trockenen Brunnen sich mit Leben füllen.

(c) Reinhold Schneider (1936)

Wer glaubt und betet, ist nie allein. Der christliche Glaube überwindet den Hass durch eine Liebe, die bis zur Feindesliebe geht. Dies ist die Stärke des Evangeliums.

https://m.noen.at/niederoesterreich/meinung/allein-den-betern-glaube-und-leben-kommentar-11443988