Streben nach einem anderen Sein

Es obliegt der nach Gott dürstenden Seele, nicht auf eitlen Ruhm zu pochen, sondern ein anderes Sein anzustreben:
Gerne ungeehrt,
gerne ungefürchtet,
gerne allein,
gerne stille,
gerne niedrig,
gerne erhöht,
gerne vereint
ein Mensch zu sein.
Gerecht sein im Leben,
barmherzig sein in der Not,
getreu sein in der Gemeinschaft,
hilfsbereit sein im Verborgenen,
verschwiegen sein in Not und Elend,
erfüllt von der Wahrheit
und der Lüge Feind sein.
Mechthild von Magdeburg
Ja, Herr, dein Sein anzustreben, 
das ist mein Herzenswunsch -
doch sag ich dies' mit zartem Beben,
denn hier lieg' ich mit mir im Clinch.
So gerne wär' ich heilig, ungeehrt, 
und diente heimlich, still, verborgen,
doch oft ist das in Wirklichkeit verkehrt,
denn meine Sucht nach Ehre macht mir Sorgen.
Nur eines weiß ich ganz gewiss, 
mein eig'nes Streben führt zu nichts,
in meinem Innern ist ein Riss,
darin erkenne ich den Schein des Lichts.

(c) Katharina Kopp

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