EINSAMKEIT

E   s schleicht die Stille um dich her. 
I   n dir drin scheint es ganz leer.
N   och immer hoffst du auf ein Wort!
S   o ganz allein bleibt dieser Ort.
A   m Leben geht es g'rad vorbei.
M   anch einem ist das einerlei.
K   ann das denn echt so sein?
E   s ist doch niemand ganz allein!
I   m Herzen spürst du, das ist wahr!
T   rost gibt es, das ist sonnenklar!

Mit diesen ersten Gedanken ist noch nicht alles erfasst. Hier folgen noch ein paar weitere Ermittlungen in dieser Thematik, begonnen mit dem Versuch eines Verhörs:

Was willst du hier? 
Was hast du noch an mir?
Hast du dich hier verirrt?
Das macht mich ganz verwirrt.
Eingeladen hab' ich dich doch nicht!
Was rede ich, erwart' ich etwa, dass da jemand spricht?
Doch beim genaueren Betrachten, 
da seh' ich nur nen Schatten,
ein vages, mag'res Grau'n.
Sie ist recht hässlich anzuschau'n.
Sieh' an, was für ein elend' Wesen! 
So mager wie ein alter Besen!
Nicht Haut, noch nicht mal Knochen,
Geschweige denn gar Fleisch zum kochen!

Und greif' ich hin, um sie zu fassen,
Muss ich die Hände sinken lassen,
Denn sie entwindet sich geschwind,
Ist flugs verflogen wie der Wind.
Wo ist sie hin, das kann nicht sein! 
Sie war mir stets verhasst und doch vertraut,
Und irgendwie ins Leben eingebaut.
War sie denn immer nur ein Schein?
Doch jetzt hüllt tiefer Fried' mich ein.
Die Türe schließ' ich leis', 
Und ahne tief in mir, ich weiß:
Sie ist nicht besser dran als ich.
Denn sie hat niemand als nur sich.
Wenn ich es jetzt so recht bedenke, 
Dann tut sie mir auf einmal leid.
So einsam ist sie und alleine.
Drum sucht sie sich stets "arme Schweine"*,
Die suhlen sich im Selbstmitleid.
*Verzeiht, verdient habt ihr Beileid!
So oft fall' selber ich in diese Falle,
Vielleicht tun wir das manchmal alle?
Mein Rat an mich und dich, 
wenn du mit diesem Wesen kämpfst,
Das immer wieder Leben dämpft:
Lass dich nicht länger quälen!
Denn dieser elendige Knilch,
Der wird dir sicher niemals fehlen!
D'rum jenen Wicht ins tiefe Meer versenke, 
Dies' Wesen braucht keine Geschenke.
Doch einer wacht und ruft:
Komm her, ich bin bei dir statt diesem Schuft!!

Was als harmloses Analysieren begann, erwies sich als sehr spannender Vorgang, bei dem  dieses Wesen sich ganz unerwartet tatsächlich nach und nach verflüchtigte und schließlich in Luft auflöste. Es ließ sich auch nicht mehr greifen, war wie vom Erdboden verschluckt… vielleicht tatsächlich im Meer versenkt? Ob es dort bleiben wird? Spannend, was aus solchen Phänomenen wird, wenn man mal versucht, das scheinbar Ungreifbare zu erforschen!

(c) Katharina Kopp

2 Kommentare zu „EINSAMKEIT

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