Die Inseln warten…

Bereits als Kind hatte ich den Wunsch, mit meinem Leben Gott zu dienen. Da meine Paten damals als Missionare nach Papua Neuguinea gingen, stand für mich damit mein Lebenstraum fest: Missionarin in einem anderen Land, möglichst auf einer Insel. Gegen Ende meines Lehramtsstudiums durfte ich auf zwei kürzeren Einsätzen auf den Philippinen meine Auslandstauglichkeit testen. Dort erlebte ich auch, wie Gott mich heilte von meiner Überempfindlichkeit gegen die Sonne. In meiner Kindheit hatte ich regelmäßig bei höheren Temperaturen durch starke Sonnenstrahlung einen Sonnenstich bekommen. Nach der Ankunft in Surigao, Mindanao quälten mich wieder die Kopfschmerzen. Aber mein Team betete für mich und danach wurde es besser. In all den Jahren durfte ich an der Stelle viel Bewahrung erleben.

Nach diesem Einsatz im Jahr 1997 ging mein Referendariat langsam dem Ende zu und ich besuchte eine Gemeinde in Herrenberg. Dort war eine Missionarsfamilie zu Gast aus Tonga, einer kleinen Insel im Südpazifik. Sie erzählten sehr lebendig und anschaulich von ihrem Dienst dort, wobei die Kinder ebenfalls Zeugnis gaben und einen Stocktanz aufführten. Diese Familie imponierte mir und so sprach ich die Frau (Katrina) nach dem Missionsabend an, ob sie nicht Lehrer brauchen. Wir redeten kurz über ihren Plan im Jahr 1999 ein Jahr eine Auszeit vom Homeschooling zu machen. In dieser Zeit würde eine Lehrerin für ihre beiden jüngeren Kinder gebraucht. Mit einem Gebet und einer Visitenkarte verabschiedeten wir uns.

Mein Referendariat ging zu Ende und ich stand vor der Frage, was beruflich dran sein könnte. Lehrerin an einer christlichen Schule war eine Option, die sich aber zerschlug, weil zu dem Zeitpunkt eine ziemliche Lehrerschwemme war. So musste ich vertrauen, dass Gott einen Platz für mich hat, wo er mich gebrauchen wollte, was gar nicht so einfach war. Eines Tages saß ich so betend in meinem Zimmer. Da kam mir der Gedanke, in der Zeitung nachzuschauen, ob es dort ein Stellenangebot gäbe. Dies erschien mir logisch. Doch in der Zeitung dieses Tages fand ich ein Stellengesuch der ganz anderen Art. Die Losung des Tages war dort abgedruckt und da stand klar und deutlich: „Die Inseln warten auf deine Weisung“ (Jesaja 42,4) Seit jenem Abend mit der Familie aus Tonga waren bereits mehrere Monate vergangen. Und außerdem: wo war die Visitenkarte? Die fand sich allerdings mit einem Griff – das zweite Wunder an diesem Vormittag. Die Kontaktaufnahme über Fax gestaltete sich etwas herausfordernd, aber nach einigen Emails klappte die Kommunikation dann doch einigermaßen.

So packte ich im Januar 1999 meine Sachen und bestieg das Flugzeug. Die erste Etappe sollte mich bis Honolulu, Hawaii bringen, wo planmäßig jemand von „Jugend mit einer Mission“ mich in Empfang nehmen sollte, bevor ich zwei Tage später wieder nach Tonga weiterfliegen sollte. Mit zweistündiger Verspätung landete ich morgens um 3.30 Uhr in Honolulu und stellte fest: niemand war da, der mich abholen sollte. Wie es dann weiterging, ist eine andere Geschichte (https://wordpress.com/post/mitgotterlebt.org/528).

© Katharina Kopp

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