Beschenkt

Oft übersehe ich die kleinen Dinge, die den Alltag bereichern. Aber es tut gut, diese bewusst anzuschauen. Dazu hilft ein Tagesrückblick, den schon Ignatius von Loyola praktizierte und ausführlich beschreibt.

In jedem Moment, wo ich Gott finden will, finde ich ihn.

Beim sogenannten „Gebet der liebenden Aufmerksamkeit“ geht es darum, sich am Tagesende prüfenden Fragen zu unterziehen und diese mit Gott anzuschauen, z.B.:

Wann war ich heute so richtig lebendig? Welchen Moment siehst du als den schönsten?

Was passiert in mir? Was ist in meinem Herzen? Warum fühle ich so?

Wo war ein Moment der inneren oder äußeren Verwüstung? Wie gehe ich damit um?

Wie dient mir das in meinem Reifungsprozess?

Welchen Zuspruch bekomme ich?

Was war das Besondere?

Wo wurde ich beschenkt?

Challenge: Wähle am Ende des Tages eine oder mehrere Fragen aus und denke darüber nach! Gehe in Gedanken deinen Tag durch und notiere, was dir auffällt. Wenn du magst, teile wertvolle Erkenntnisse hier.

Es gibt Tage, da weiß ich sofort, welches der schönste Moment war, manchmal muss ich länger nachdenken. Wenn ich an weniger schönen Momenten hängen bleibe, merke ich: da sollte ich noch aufräumen. Vielleicht bekomme ich einen göttlichen Zuspruch in diesem „Moment der Verwüstung“. Oder ich muss mit einem anderen Menschen noch etwas ins Reine bringen. Am besten notiere ich das gleich im Kalender.

Beschenkt wurde ich

  • vor vielen Jahren als ein Pfau eine Feder vor mich hin warf, um die ich gerade in meinem Herzen gebetet hatte.
  • durch die Erkenntnis, dass ich ohne meinen himmlischen Vater nichts tun kann.
  • durch eine wertschätzende Begegnung.
  • als ich im Schwarzwald Kängurus entdeckte.
  • durch Versorgung in vielen kleinen und großen Anliegen
  • wenn ich Gottes Nähe so real spüre und mich von ihm umarmen lasse

Ich spüre Gottes Liebe, wenn er meinen zaghaften Wünschen entspricht. Und du?

(c) Katharina Kopp

4 Kommentare zu „Beschenkt

  1. du hast es schon gesagt:

    durch Versorgung in vielen kleinen und großen Anliegen.

    dir will ich zusichern : wünsche weniger zaghaft und mit mehr Mut! Er würde dir ja kein 🐊 geben, wenn du ihn um eine 🐈 bittest.

    Gefällt 1 Person

    1. Ja, er versorgt mit allem, was ich wirklich brauche. Aber er ist mehr daran interessiert, meinen Charakter zu schleifen als meine Wünsche alle zu erfüllen. Oft besteht das Geschenk auch in der Erkenntnis darüber, wo es noch eine Angleichung braucht an das, was ich eigentlich sein möchte.

      Gefällt 2 Personen

      1. Dem kann ich aus eigener Erfahrung widersprechen.
        In der Charakterfrage hast du natürlich recht, aber er schenkt auch Dinge, die einfach Spaß machen (oder das Herz erwärmen).
        Er ist doch dein liebender Vater und nicht bloß dein Lehrer!

        Gefällt 1 Person

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