Verliebt?

Was ist das? 
Ein Gefühl aus weiter Ferne.
Wo kommt das her?
Ist es von dir?
Ein Hoffnungsschimmer?
Zu oft enttäuscht 
Um einfach frei zu hoffen.
Zu viel gegrübelt und gebremst.
Der Verstand hat zu viel bestimmt und abgewehrt,
Gefühle einfach weggedrückt.
Doch jetzt hat sich etwas 
ins Herz geschlichen.
Was ist das?
Liebe oder doch nur Illusion?
Darf es sein oder ziehe ich zurück?
Gewinnt die Angst - mal wieder?
Was aber wenn? 
Ich gebe mich voll rein.
Zeige ihm, dass ich ihn mag,
Dass er mir wichtig ist,
Dass ich gerne um ihn bin.
Er erwidert es, sucht meine Nähe.
Beziehung
Verbindlichkeit
Zugehörigkeit
Treue.
Es fühlt sich so gut an. 
Ist das nur leere Chemie?
Attraktion -
Sehnsucht nach Erlösung aus dem Single Dasein?
Dem Fluch des Alleinseins -
Oder echte Liebe?
Bereitschaft, mich hinzugeben?
Bereitschaft, auch für die ganz harten Fragen? 
An guten wie an bösen Tagen.
Dran zu bleiben, auch wenn es schmerzt.
Angst vor Nähe und Hingabe, vor der eigenen Courage, sowas auch nur zu denken.
Bereits dieser Gedanke ist ein Akt in sich.
Ob die Umsetzung in die Tat folgt, bleibt abzuwarten, 
Ist aber auch nicht der entscheidende Punkt.
Festhalten will ich:
ich liebe.
Heute - jetzt.
Morgen ist Zukunftsmusik.
Hoffentlich wird es Musik sein -
eine fröhliche Melodie mit wenigen Moll Klängen.

(c) Katharina Kopp

Geplatzt…

Mal wieder 
Zerstört...
Ein Traum
geplatzt!
Und jetzt?
Antwort gibt es
Nur bei dir!
Und es gibt immer... 
einen neuen Traum. 
Höre niemals auf 
zu träumen!! 
Auch wenn jeder einzelne 
Traum zerplatzt
Wie eine Seifenblase!

© Katharina Kopp

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Nachbarschaft

Vor fast einem Jahr war ich in dieses Dorf gezogen – mal wieder eine neue Situation, wo ich die Neue, die Unbekannte war. Wie gerne wäre ich einfach Teil eines festen Kontextes gewesen, aber es war mir selten vergönnt. Und während Corona umzuziehen ist da nicht gerade förderlich – wobei ich es verhältnismäßig gut getroffen habe.

An dem Tag jedoch ging es mir nicht gut. Große Lebensfragen bewegten mich und mal wieder. Ich fühlte mich wie im Schleudergang der Waschmaschine. Geschlafen hatte ich auch nicht so besonders gut und mein Magen war eher unschlüssig, ob da noch etwas zu Essen reingehörte oder besser nicht. Gegen Abend kam an diesem trüben Tag doch noch die Sonne raus und ich raffte mich zu einem Spaziergang in meinem Lieblingswald auf. Ein ganzes Stück spazierte ich durch einen kleinen Bach. Es tat gut. Vielleicht würde ich zu Hause doch noch etwas essen. Aber ich war nicht darauf vorbereitet, was mich bei meiner Rückkehr ins Dorf erlebte.

In meinem Lieblingswald

Bereits in den vergangenen Monaten hatte ich immer wieder abends schöne Bläserklänge gehört, die die alten Hymnen spielten, die mir gut bekannt waren. Mir wurde gesagt, eine Familie in der Nachbarschaft würde da musizieren. Und dann sah ich auf meinem Rückweg vom Spaziergang drei Menschen mit ihren Blasinstrumenten auf dem Rücken und sprach sie an auf die schönen Klänge. Im kurzen Gespräch luden sie mich ein mitzukommen, sie würden gleich spielen. Ok, dachte ich, kann ich ja kurz machen. Sie würden für einen Geburtstag musizieren. Als sie jedoch ein Gartentor öffneten und hineingingen, wurde ich doch unsicher. Ich kannte diese Leute nicht und sie luden mich in einen unbekannten Garten ein. Das war mir doch etwas unangenehm. Aber ich wagte es. Und so fand ich mich in einem wunderschön vorbereiteten Garten wieder und staunte. Es war wie ein Märchen und ich fragte mich, wie ich dorthin gekommen war. Gekleidet war ich für einen Spaziergang recht ordentlich, aber nicht für eine Geburtstagsparty. Was tat ich hier?

Dann begannen die Bläser zu spielen. Manche Lieder konnte ich mitsingen, es war eine reine Freude, solch schöne Musik zu genießen in einer musikarmen Zeit. Mein trauriges Herz begann aufzutauen. Nach dem Musizieren hatte ich mir fest vorgenommen, nach Hause zu gehen, um endlich etwas zu essen. Aber es sollte noch besser kommen! Ich wurde so herzlich eingeladen, dass mein Widerstand schwand und ich mich dem weiteren Geschehen hingab. Nette Gespräche mit den Gastgebern und weiteren bisher Unbekannten ergaben sich und auch etwas zu essen fand sich. Ich lernte Menschen kennen, die in meiner unmittelbaren Umgebung leben und mich freundlich und interessiert aufnahmen. Obwohl wir uns nicht kannten, erlebte ich auf einmal Begegnung, die ich nicht erwartet hatte und die mein Herz auf ganz unerwartete Weise erwärmte. So ging ich einige Stunden später als gedacht mit neuer Hoffnung erfüllt wieder nach Hause. Etliche neue Bekanntschaften und das Gefühl, ein Stück Heimat gefunden zu haben.

Dieses Erlebnis liegt bereits einige Wochen zurück, aber immer wieder denke ich gerne an den Abend zurück. Eines der vielen Erlebnisse, die mich lehrten: die Siegerländer sind viel freundlicher als ihr Ruf.

(c) Katharina Kopp im August 2021

Heute

Heute 
Ist sonnig
Alles ist gut
Kein Regen, nur Sonne.
Danke!
Gestern 
War Regen
Vorbereitung für Kommendes Voraussetzung damit Frucht wächst.
Hoffnung!
Frucht 
Braucht Regen,
Ernte braucht Sonne.
Ständiger Wechsel der Jahreszeiten
Zukunft!
Wechsel 
Im Leben
Frost und Hitze
Beides will ertragen sein.
Geduld!
Morgen - 
Was kommt?
Saat oder Ernte?
Ständiges Auf und Ab.
Ewigkeit!

(c) Katharina Kopp

Hören und Verstehen

Einer war taub und stumm. 
Hielt man ihn für dumm?
Erbarmen hat einer - 
nimmt ihn beiseite,
wendet sich ihm zu.
Erbarmen löst Fesseln, 
stellt wieder her,
was zerstört war.
Hörende Ohren für Taube, 
Richtige Rede für Sprachlose,
ALLES macht er wohl.
Sprachlos auszudrücken, 
was im Herzen ruht.
Taub für das,
was den anderen bewegt.
In sich verborgen, 
wie eingeschlossen,
verschlossen,
abgeschlossen und
unzugänglich für andere.
Doch einer sieht und hört, 
versteht das Unausgesprochene,
das Unaussprechliche,
Verworrene.
Er blickt dahinter.
Gestörte Beziehung
heilen lassen -
mit Gott!
Er hat ALLES WOHL gemacht.

(c) Katharina Kopp

Gedanken aus einer Zeit „Bibel teilen“ zu Markus-evangelium 7, 31-37. Er stellt alles wieder her, sogar taube Ohren werden aufgetan und gefesselte Zungen lösen sich.

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Regen

Das Thema ‚Regen ‚ verfolgt mich diesen ‚Sommer‘. Gestern gab es ca vier heftige Regengüsse. Dazwischen schien jeweils die Sonne. Ein krasses Hin und Her. Zum Glück war ich jeweils angemessen geschützt. Und die Natur dankt bedankt sich mit frischem Grün.

Doch nicht nur in der Natur, auch im Leben begegnen mir teilweise heftige Regengüsse. Dazu lief mir neulich ein toller Liedtext über den Weg, den ich hier gerne mit euch teile:

Wir beten für Segen 
Für Frieden hier
Trost für Familien
Und Schutz in jeder Nacht

Wir wollen Heilung
Gutes nur von dir
Und das deine starke Hand
Das Leben leichter macht

Die ganze Zeit
Hörst du uns wirklich zu
Denn du liebst und so sehr
Und gibst uns um so mehr

Doch was wenn durch Regen erst der Segen
Wenn erst durch Tränen Heilung kommt
Was wenn erst 1000 wache Nächte
Mir dann zeigen du bist da
Wenn im Leid
in Wirklichkeit
Viel mehr deine Gnade wohnt

Wir beten für Weisheit
Um dich zu hören
Doch wir sind enttäuscht wenn wir
Dich dann nicht nahe spüren

Wir zweifeln deine Güte
Deine Liebe an
Dein Wort hat es versprochen
doch wir denken kaum daran

Alle Zeit
Hörst du Herr unser Flehen
Und sehnst dich danach dass wir dir
Ganz vertrauen

Doch was wenn durch Regen erst der Segen
Wenn erst durch Tränen Heilung kommt
Was wenn erst 1000 wache Nächte
Mir dann zeigen du bist da
Wenn im Leid
in wirklichkeit
Viel mehr deine Gnade wohnt

Wenn Freunde gehen
Wenn Dunkelheit gewinnt wird klar
Der Schmwerz erinnert mich
Hier bin ich
Bin ich nicht daheim
Bin ich daheim?

Doch was wenn durch Regen erst der Segen
Wenn erst durch Tränen Heilung kommt
Was wenn erst 1000 wache Nächte
Mir dann zeigen du bist da

Wenn meine größten Illusionen
Und die Schmerzen dieser Zeit
Nur ein Zeichen des Verlangens sind
Das diese Welt nicht stillen kann

Wenn im Leid
in Wirklichkeit
Im Regen, Sturm,
in harter Zeit
Viel mehr deine Gnade wohnt

Quelle: Musixmatch

Songwriter: Laura Story / Manuel Trautmann / Esther Und Thomas Lütze

Hier der Link zum Lied: https://youtu.be/gsUZc5lXLto

Möge der Regen in deinem Leben Segen bewirken! 
Mögen deine Tränen Heilung mit sich bringen!
Und möge dein Verlangen nach einem echten 'Daheim' gestillt werden!

Das Titelbild ist von meiner lieben Freundin Heike, die auf ihrem Blog gute Gedanken zum Regen teilt: https://jesusbringtleben.com/2021/08/06/regen-sie-sich-auf-uber-regen/

© Katharina Kopp

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Menschen wie Tiere

Eigentlich sind Menschen wie Tiere – gewissermaßen. In diesem Gedicht versuche ich, so einige Charaktere darzustellen. Für den Anfang mal sechs verschiedene, vielleicht kommen noch mehr dazu.

Der Igel - hübsch und niedlich anzuschaun, 
die Stacheln kräftig, sich zu wehrn,
die Feinde zünftig in die Flucht zu haun.
Es tut dir besser, du betrachtest ihn von fern.
Der Adler hoch am Himmel schwebt, 
die Welt hier unten kennt er kaum,
weil er in seinen Höhen lebt,
den Überblick behält er stets im Raum.
Der Spatz zufrieden seine Speise sucht, 
nimmt dankbar, was er finden kann,
ihn stört es nicht, wenn man ihm flucht,
mit seiner Schlichtheit zieht er dich in Bann.
Der Löwe - stolz und ungezähmt, 
der mächt'ge König aller Tiere,
triffst du ihn unverhofft, bist du wie gelähmt,
doch bitte trotzdem nicht den Mut verliere! 
Der Elefant - behäbig und sehr schlau.  
Sein Rüssel dient als langer Arm.
Er täuscht mit seiner dicken Haut,
Darunter ruht ein zart' Gemüt.
Delfin scheint eine Frohnatur, 
schwimmt flink im Wasser hin und her,
springt in die Luft - wie macht er das nur?
Besonders Kinder lieben ihn so sehr.

© Katharina Kopp

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HIMMEL (2009)

H   ERRLICHKEIT ohne Ende. 
I   mmer mit Ihm zusammen sein.
M   uss ich noch lange warten?
M   eine Freunde werden auch dort sein.
E   ine Wohnung bereitet er mir dort.
L   eben hier ist nur ein schwacher Abglanz des Ewigen.
Zeilen aus einem alten Lied: Es gibt ein Ort mit goldnen Strassen, 
voller Herrlichkeit unsres Herrn.
Es gibt ein Weg, der dort hin führt,
dort zu leben in Ewigkeit.
Wir streben unsrer ewgen Heimat zu,
laufen und ermatten nicht.
Er bereitet diesen Ort,
er hält, was er verspricht.
Ewige Heimat, herrlicher als alles, was ich erdenken könnte.

Meine ewige Heimat, nach der ich mich oft sehne: Kein Ort auf dieser Erde noch so schön, reicht an diese Herrlichkeit ran. Badezimmer mit edlem Marmor und goldenen Armaturen – kein Vergleich!

Himmel – meine Heimat! Ich stelle mir zur Zeit immer wieder vor, wie es dort wohl sein wird. Für mich gehört dazu ein Badezimmer mit Waschbecken und Spiegel sowie großer Badewanne. Außerdem ein Studierzimmer mit viel Raum für Bücher sowie ein Wohnzimmer (ohne Fernseher!!!), wo man einfach miteinander Gemeinschaft haben kann. Und ein Schlafzimmer mit einem Himmelbett. Nein, in der Bibel habe ich das nicht gefunden, aber Jesus ist schon seit 2000 Jahren daran, mir dort eine Wohnung vorzubereiten. Ich freue mich sehr darauf. Werde ich dich dort wiedersehen? Ich würde mich sehr freuen!

(c) Katharina Kopp, Samoa 3.11.2009

Nach-Urlaubs-Blues

Traumhafter Urlaub, 
Die Seele baumeln lassen.
Echte Erholung.
Sonniger Himmel, 
idyllische Landschaften,
Leben genießen.
Wasser und Wälder, 
Schmetterlinge flattern
Machen mein Herz froh.
Auf einmal ist's vorbei. 
Eben noch froh und munter,
im Alltag ankommen.
Jetzt ist's Realität, 
die Arbeit hat mich wieder,  
Wochenende naht. 

© Katharina Kopp

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Reise von Binz (Rügen) nach Burbach (Kr Siegen)

  • ein Ereignis in mehreren Akten

Vorgeschichte

Rügen mit Rad und Bahn – klingt nach einer guten Idee! Sehr gerne habe ich im Urlaub mein eigenes Rad dabei, da ich mich darauf verlassen kann, dass es funktioniert und unterwegs keine unliebsamen Überraschungen beim Radeln passieren. Andere Überraschungen warten jedoch auf mich, die ich nicht beeinflussen kann

1. Akt: Reisebuchung und Umbuchung

Im März melde ich mich auf eine zweiwöchige Freizeit von 10.-24.7. in Binz auf Rügen an und buche ein Bahnticket für mein Rad und mich. Relativ einfacher Vorgang, vielfach erprobt! „Erledigt!“ So denke ich.

Einige Wochen später kommt die Mitteilung der DB, meine Verbindung für die Rückfahrt von Binz nach Burbach sei gestrichen, ich möge mir eine neue Verbindung heraussuchen. Beim dem Versuch, stelle ich fest, dass es nicht möglich ist, online eine Alternative zu buchen mit Fahrradmitnahme, die ja reserviert werden muss. Auf weitere Details der Bahn warte ich vergeblich. Schließlich rufe ich bei der Bahn an. Es dauert schlappe 45 Minuten in der Warteschlaufe bis ich endlich einen Mitarbeiter in der Leitung habe. Da er mich weiterverbinden muss warte ich weitere 10 Minuten bis ich einen zuständigen Mitarbeiter in der Leitung habe. Dieser hört sich meine Situation an – und wieder warte ich 10 Minuten bis ich die Information erhalte, ich müsse das Ticket im Reisezentrum ändern. Aha! Endlich eine hilfreiche, wenn auch nicht erfreuliche Information. Die Änderung könne ich ja bei meiner Ankunft in Binz erledigen. Dass bis dahin alle Züge mit IC/ICE mit Fahrradmitnahme bereits vollständig ausgebucht sein werden, wird ignoriert.

Mir ist jetzt aber klar, dass dringender Handlungsbedarf besteht.  Im nächstgelegenen Reisezentrum in Siegen werden mir Möglichkeiten aufgezeigt, wie ich am Samstag Abend in Dillenburg, Haiger oder Gießen sein könne. Bis Burbach gäbe es nichts mehr an dem Tag. Dass ich am Ende meines Urlaubs nachts nicht mit dem Rad und Gepäck bis Burbach radeln kann und will, wird dabei geflissentlich übersehen. Meine Fahrkarte hatte ich bis Burbach gebucht und dort möchte ich auch hin, sonst hätte ich ja anders gebucht. Mit der Zeit bekomme ich das Gefühl, der Bittsteller zu sein, der froh sein kann, überhaupt eine Alternative zu erhalten zu meinem ursprünglich gebuchten und bezahlten Zug. Nach langer Verhandlung findet sich eine Möglichkeit, einen Tag später von Lüneburg nach Frankfurt/M einen ICE zu reservieren mit anschließender Nutzung des Nahverkehrs bis Burbach. Bis Lüneburg kann ich mit Regionalzügen fahren, in Lüneburg bei meinem Bruder übernachten. Soweit der Plan! Mal sehen, ob das klappt!

Wohlvertraute Ortsnamen

2. Akt: Rückreise von Binz nach Lüneburg

Über meine Fahrt von Burbach nach Binz hatte ich bereits geschrieben. Nach zwei wunderschönen Urlaubswochen trete ich also am Samstag, 24.7. die Rückfahrt an, wie geplant mit den Regionalzügen. Auf meine Frage nach Bestätigung des Zugausfalls auf dem Fahrgastrechte – Formular wird mir zunächst mitgeteilt, ich hätte ja gar keine Fahrkarte für den Nahverkehr. Ich staune und bin leicht verwirrt! „Ah, wenn der Zug ausgefallen ist, ist die Zugbindung hinfällig.“, fällt dem Mitarbeiter dann auf. „Da habe ich ja Glück gehabt!“ (Ironie off) Die weitere Fahrt mit Regionalzügen nach Lüneburg über Rostock funktioniert relativ problemlos – außer, dass ich unterwegs mein Fahrradschloss verliere und in Lüneburg ein neues kaufen muss. Erster Teil der Reise geschafft! Die private Übernachtung klappt auch problemlos – Hotel zu finden wäre zur Hochsaison auch problematisch gewesen. Und wer hätte die Rechnung bezahlt? Hotel „Vitamin B“ ist immer noch am besten! Immerhin komme ich so zu einer kurzen, aber sehr netten Begegnung mit meinem Bruder und seiner Frau in ihrem traumhaften neuen Haus.

Zwischenstopp

3. Akt: Werde ich diese Nacht im eigenen Bett schlafen können?

Am 25.7. treffe ich mit ihrer Begleitung rechtzeitig um 13.30 Uhr in Lüneburg ein, um für den Zug um 13.59 rechtzeitig da zu sein. Es kommt zu einer Zugverspätung, weil der Zug nicht rechtzeitig bereitgestellt wurde. „Gut“, denke ich, „in Frankfurt habe ich immerhin 40 Minuten Umsteigezeit.“ Ich kontrolliere online meine Verbindung, die mir im Reisezentrum gegeben wurde – vergeblich! Der für 18.20 Uhr angegebene Zug von Frankfurt nach Dillenburg findet sich nicht. Plötzlich sind alle Verbindungen zwischen Frankfurt und Burbach von 17.50 bis 23.00 gestrichen. Verwirrung macht sich breit. Kann das sein? Softwarefehler? So beginnt die verzweifelte Suche nach einer Verbindung, die mich an demselben Abend nach Burbach führt. Obwohl ich leidenschaftliche und erfahrene Zugfahrerin bin, finde ich keine passende Verbindung. „Na gut“, denke ich, „dafür sind ja Zugbegleiter da.“ So suche ich eine Person mit Bahnuniform und stelle ihr mein Problem vor. Sie recherchiert. Mehr Informationen als ich im Internet finden kann, würde sie auch nicht finden. Mir sinkt der Mut und ich frage mich langsam, ob ich hier im falschen Film bin. Sie findet tatsächlich keine Verbindung bis Burbach, nur eine bis Dillenburg und meint beiläufig, sie könne mir da sonst auch nicht weiterhelfen. Ich solle in Frankfurt im Reisezentrum nachfragen. Aha! Aus Erfahrung weiß ich um die Wartezeiten im Reisezentrum und um die hohe Wahrscheinlichkeit, dabei den Zug zu verpassen, den man hätte nehmen können. Auf die Bitte, mit ihrem Chef zu sprechen meint sie, der wäre im anderen Zugteil – für mich also unerreichbar. Dies kümmert sie offensichtlich nicht. Der Fall ist für sie erledigt. Gut, ich setze mich wieder an meinen Platz und recherchiere weiter nach Möglichkeiten, bis Burbach zu kommen. Nichts!!!

Ein weiterer Gang zum Bistro in meiner Nähe. Dieses Mal treffe ich auf eine Mitarbeiterin der Gastronomie, die sich als hilfsbereit und verständnisvoll erweist. Sie recherchiert und findet nochmal dieselbe Verbindung nach Dillenburg. Anschluss nach Burbach wiederum Fehlanzeige. Ich erwähne die Möglichkeit, in dieser Situation dann ausnahmsweise einen IC mit dem Rad zu nutzen, den ich nicht gebucht hatte – nach meinen Recherchen die einzige Möglichkeit, an dem Abend noch nach Burbach zu kommen. Dies wird jedoch ignoriert. Gut, ich ergebe mich in mein Schicksal und rufe meine Freundin an mit der Bitte, mich in Dillenburg abzuholen. Dazu gehe ich erneut Richtung Bistro und nehme mit viel Abstand zu anderen Personen meine Maske ab, um neben den Zuggeräuschen ein verständliches Gespräch führen zu können. Die Bistromitarbeiterin (der meine Lage ja durchaus bekannt ist) weist mich darauf hin, auch zum telefonieren müsse ich die Maske tragen. O ja! „The rules must be obeyed!“ Was wäre Deutschland ohne Regeln!? Schließlich habe ich jetzt eine Möglichkeit gefunden, noch nach Hause zu kommen gefunden.

Über die äußerst unfreundliche Mitarbeiterin, die später mein Ticket kontrolliert, möchte ich eigentlich lieber schweigen. Ich teile ihr mit, dass mein Zug ausgefallen sei und ich wohl zwei Tage später ankomme als geplant. Ihre Antwort: „Ok.“ Ich meine nur: „Nein, das ist nicht ok.“ Darauf beginnt sie, mir Vorwürfe zu machen. Mein eigentliches Anliegen ignoriert sie. Hatte ich etwa auf Unterstützung oder Verständnis gehofft? Vergebens! Bisher kaum ein Mitarbeiter der DB, den es im Geringsten interessiert hat, dass es der Bahn nicht gelungen ist, mich innerhalb von zwei Tagen an meinen Zielort zu bringen.

Oase in Rostock

4. Akt: Frankfurt – ein Hoffnungsschimmer

In Frankfurt trifft mein ICE kurz vor 18 Uhr mit 25 Minuten Verspätung ein. Ich schaue nochmal auf dem Fahrplan nach Zügen in Richtung Dillenburg und kaufe etwas zu essen und zu trinken. Eigentlich soll der Zug um 18.20 fahren, aber auf der Anschlagtafel finde ich ihn nicht. Da sehe ich auf einmal einen Zug mit der Aufschrift „Dillenburg“ – eigentlich mehr zufällig! Ich frage Passanten, wann dieser Zug fährt. „Jetzt“, ist die Auskunft. Ohne lange zu überlegen nehme ich den nächsten Eingang und betrete den Zug mit Fahrrad und Gepäck. Wenig später fährt er los. War das jetzt klug? Das Radabteil wäre einige Meter weiter vorne gewesen. Mein Rad steht sehr ungünstig mitten im Gang und blockiert den Weg für Passanten. Ständig muss ich es verschieben und festhalten, damit es nicht umfällt. Aber jetzt kann ich nicht einfach den Zug verlassen, um es zum nächsten Eingang zu schieben, womöglich fährt der Zug weiter während ich mit dem Rad draußen bin. Eigentlich wäre der spätere Zug schneller gewesen und früher in Dillenburg gewesen – zumindest laut Fahrplan.

Aber endlich gibt es doch noch einen Hoffnungsschimmer und Aufklärung der Problematik! Ein Mitarbeiter der Bahn erscheint und unterstützt mich dabei, mein Rad am nächsten Halt zum passenden Eingang zu schieben. Dort kann ich es sicher abstellen ohne dabei andere Personen zu behindern. Der Mitarbeiter erklärt mir auch, dass momentan viele Züge tatsächlich nicht fahren oder Schienenersatzverkehr besteht aufgrund von Baustellen. Auch der Zug um 18.20 Uhr wäre nicht gefahren. Aha! Endlich mal eine verlässliche Information an diesem Tag. Es ist aber erstaunlich, wie lange es dauerte, bis solch eine grundlegende Information zum Reiseverlauf bei mir ankommt. Als ich ihm anbiete, ihm noch meine Fahrkarte zu zeigen meint er nur „Die Fahrkarte glaube ich ihnen auch so.“ Wie so ein kleiner Akt der Freundlichkeit doch noch die Situation retten kann!

Sank ju for trafelling wis Deutsche Bahn! – Vielen Dank, dass Sie mit der Deutschen Bahn reisen! … Ich überlege es mir nochmal!

In Dillenburg komme ich tatsächlich auf Gleis 1 an und meine treuen Freunde erwarten mich bereits, um mich nach Hause zu fahren!

Fazit:

  • u Den schönen Urlaub lasse ich mir nicht durch eine holprige Heimfahrt nehmen.
  • Es macht einen Unterschied, ob man Menschen freundlich begegnet oder nicht.
  • Wer mit der Bahn fährt, sollte sich immer auf Überraschungen einstellen.
  • Während andere ihr Haus in den Fluten verloren haben, ist dieses Erlebnis doch eine relative Bagatelle, die sich in meine übrigen Reiseabenteuer einreiht.
  • Das Wichtigste im Leben sind funktionierende Verbindungen – dabei sind Freunde und Familie meist hilfreicher als Institutionen.
  • Urlaub haben ist schön, aber reisen kann anstrengend und herausfordernd sein.
  • Zu Hause ist es doch am schönsten.

(c) Katharina Kopp