Der Wind

Das leise Säuseln seines Windes - 
Du kennst es wohl.
Das herannahende Sausen, das kräftige Blasen und Blustern...
Hörst du es rauschen?
Spürst du den Wind in allen Gliedern?
Siehst du wie die Palmen sich biegen im Wind?
Sie beugen sich sanft, geben nach.
Doch stehen sie fest, sind unbeugsam in jeder Lage.
Sag, kennst du auch das leise Säuseln seines Geistes?
... das stärker werdende Drängen?
Bist du bereit zu stehen wie die Palmen:
Seinem Drängen nachzugeben
und doch: niemals dich den Situationen zu beugen.
Niemals aufzugeben.
Der den Wind schickt 
ist Derselbe, der auch dir die Kraft gibt zu stehen.
Er wird nicht zulassen, dass der Wind zu stark wird.
Gib dich in seine Hand 
und vertraue:
Er wird nicht zulassen, dass du zerbrichst.
So, wie er die Palmen hält,
wird er auch dich halten und bewahren.
Und du kannst stehen
In Sturm und Wind.

Die Widerstandskraft der Palmen bei starkem Wind oder Sturm während meiner Zeit in Tonga veranlasste mich zu diesem Gedicht! Manchmal gab es ziemlich heftige Stürme, denen ich auf dieser flachen Insel ziemlich ausgesetzt war, zumal mein Häuschen zwischen Seitenwand und Dach recht durchlässig war. Dabei beobachtete ich, dass Palmen selten abbrechen, weil sie solch eine Biegsamkeit besitzen. Mögest du genauso wie diese Palmen in jedem Sturm standhaft bleiben! Mir hilft dazu die Verankerung in meinem Schöpfer, der mich immer hält und mich vor dem Zerbrechen bewahrt.

© Katharina Kopp, August 1999

Kathakritzelt.com hat diese Aktion ins Leben gerufen: Jeden Dienstag wird ein Gedicht aus eigener Herstellung veröffentlicht.

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Dein Poet

Zwei Elfchen zum Zweiundzwanzigsten

Sommer! 
Endlich da!
Erst drückend heiß,
Dann Blitz und Donner!
Gewitter.
Schuhwahl?
Sommerlich leicht?
Oder lieber regendicht?
Wie wird das Wetter?
Unbeständig!

© Katharina Kopp

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Autotausch

Die letzte Fahrt mit meinem geliebten Auto „Löwe“ war schon etwas traurig. 8 Jahre lang hatte er mich meist treu begleitet. Aber es war Zeit für ein anderes Auto. Einer Mitarbeiterin kaufte ich ihren Corsa ab, den sie ins Ausland nicht mitnehmen konnte. 

Dann hatte ich plötzlich zwei Autos. Was sollte ich mit meinem Astra machen? Ich hatte auf dem Herzen ihn günstig abzugeben an Menschen, die sich für Gottes Reich einsetzen. Aber an wen? Beim Nachdenken fielen mir zwei Kollegen aus meiner alten Heimat ein, die meist sehr alte Autos fuhren und demnächst in die Gegend kommen würden. Als ich sie anrief, meinten sie, es wäre erstaunlich. Sie hatten gerade überlegt, dass sie doch ein neues Auto brauchten, doch nicht so viel Geld investieren könnten. Beim Anblick des 16-jährigen Astra erschien ihnen dieser wie neu – gegenüber ihrem 33 Jahre alten VW. Über den Preis waren wir schnell einig. So fuhren sie ihn zurück in den Kreis Lörrach.

Wieder einmal bin ich fasziniert über Gottes Timing. Und hoffentlich dient das Auto ihnen noch ein paar Jahre. Und das hoffe ich auch für meinen roten Corsa.

Mein neuer Flitzer

Eine witzige Begebenheit: die Vorbesitzerin hatte ziemlich viele fromme Aufkleber auf dem Auto. Einige hatte ich entfernt, auch das große Kreuz auf der Motorhaube wollte ich noch entfernen. Nachdem ich das Auto zum ersten Mal beim Büro geparkt hatte und wieder rauskam, ging spontan ein Leuchten über mein Gesicht…

„Wie cool! Ein Auto mit nem Kreuz!“

Im nächsten Moment wurde mir bewusst, dass das ja meins war und ich gerade im Begriff war, das Kreuz zu entfernen. Tja, das wollte nicht mehr so recht passen. Als dann noch meine beiden kleinen Freunde vorbeikamen und die coolen Aufkleber bestaunten, war die Entscheidung gefallen: die Aufkleber bleiben! So fahre ich stolz mit diesem Zeugnis durch die Gegend: Jesus Christus – Liebe, Hoffnung, Rettung. Wie könnte ich das Kreuz aus meinem Leben entfernen, wo es doch die Basis meiner Hoffnung ist? Und mal wieder hörte ich das Lob aus dem Mund der Kinder – wie so ein Kind möchte ich sein und mich an Gottes Wirken freuen!!

(c) Katharina Kopp Juni 2022

Schlüssel auf dem Autodach…

Irgendwie war der Wurm drin. Am Mittwoch, 24.5. wollte ich mit zwei Kolleginnen im Dienstwagen zum Christival fahren. Doch einige Tage vorher wurde ein Schaden bekannt und das Auto musste repariert werden. Es war lange unklar, ob wir mit dem Auto fahren könnten. Viele Emails gingen hin und her.

Als wir dann am Mittwoch um 9 Uhr das Auto laden wollten, war nochmal etwas zu reparieren, sodass wir erst verspätet alles einpacken konnten. Der Ersatzschlüssel wurde aufs Dach gelegt. Mit viel Verzögerung kamen wir um 10 Uhr dann endlich los. Nachdem wir den Berg runter gefahren waren, bogen wir vom Kreisverkehr ab in Richtung Haiger. Plötzlich klapperte etwas. Obwohl wir stutzig wurden, fuhren wir weiter. Unterwegs wurde uns dann klar, dass wir vollkommen vergessen hatten, den Schlüssel vom Dach zu nehmen. War das das Klappern gewesen und der Schlüssel lag irgendwo am Straßenrand oder gar auf der Straße?

Wir beteten weiter, aber unsere Kollegen zu Hause konnten den Schlüssel nirgends finden. Besonders ungünstig war, dass das Autokennzeichen auf dem Schlüsselanhänger notiert war. Ein unehrlicher Finder hätte das Auto leicht klauen können. Auch ein neuer Zweitschlüssel wäre ziemlich teuer geworden.

Eine Woche später fuhr ich die Strecke auf dem Rückweg von Haiger bewusst langsam und betend, ob sich wohl der Schlüssel finden würde. Viel Glauben hatte ich nicht, aber eine ganz leise Hoffnung und Vertrauen in einen Gott, der Wunder tun kann. Da sah ich auf einmal etwas Schwarzes am Straßenrand. Also parkte ich das Auto und lief ein paar Meter zurück – die Augen auf den Straßenrand geheftet. Und was sah ich? Da lag tatsächlich ein Schlüssel im Gras! Das Schild war durch den Regen unleserlich geworden. Würde er überhaupt noch funktionieren? Bei der Rückkehr zum Wycliff Zentrum stellte sich heraus, dass er tatsächlich noch einwandfrei funktionierte, auch wenn er etwas verkratzt war.

Rufe mich an in der Not, so will ich dir große und unfassbare Dinge kundtun, die du nicht kennst! Jeremia 33, 3

(c) Katharina Kopp Juni 2022

Sehnsucht nach Gott

Meine Seele ist oft so zerrissen, 
Gott, dich suche ich von ganzem Herzen.
Doch oft finde ich nur trock'nes Wissen,
gepaart mit off'nen Fragen und Schmerzen.
So unklar ist oft, was du von mir willst. 
meine Ohren sind verwirrt zu hören.
Dann hab' ich Angst, dass du mich schiltst,
doch lass das niemals uns're Freundschaft stören.
Bitte lehr' mich deine Stimme kennen, 
unterscheiden, was von dir kommt und was nicht.
Nichts and'res will ich eigen nennen,
mein Blick sei ganz auf dich gericht'!
Lass du mich sehen, wer und wie du bist, 
du fernes, treues, unbegreiflich' Wesen,
der meine Schuld nach seiner Gnade misst,
dass meine kranke Seele kann genesen.
Du Vater aller Herrlichkeit, 
dich will ich seh'n in Ewigkeit!
Trost spendest du mir allezeit
und kleidest mich im Ehrenkleid.

(c) Katharina Kopp

Streben nach einem anderen Sein

Es obliegt der nach Gott dürstenden Seele, nicht auf eitlen Ruhm zu pochen, sondern ein anderes Sein anzustreben:
Gerne ungeehrt,
gerne ungefürchtet,
gerne allein,
gerne stille,
gerne niedrig,
gerne erhöht,
gerne vereint
ein Mensch zu sein.
Gerecht sein im Leben,
barmherzig sein in der Not,
getreu sein in der Gemeinschaft,
hilfsbereit sein im Verborgenen,
verschwiegen sein in Not und Elend,
erfüllt von der Wahrheit
und der Lüge Feind sein.
Mechthild von Magdeburg
Ja, Herr, dein Sein anzustreben, 
das ist mein Herzenswunsch -
doch sag ich dies' mit zartem Beben,
denn hier lieg' ich mit mir im Clinch.
So gerne wär' ich heilig, ungeehrt, 
und diente heimlich, still, verborgen,
doch oft ist das in Wirklichkeit verkehrt,
denn meine Sucht nach Ehre macht mir Sorgen.
Nur eines weiß ich ganz gewiss, 
mein eig'nes Streben führt zu nichts,
in meinem Innern ist ein Riss,
darin erkenne ich den Schein des Lichts.

(c) Katharina Kopp

Beter oder Täter?

Allein den Betern kann es noch gelingen, 
das Schwert ob unsern Häuptern aufzuhalten
und diese Welt den richtenden Gewalten
durch ein geheiligt Leben abzuringen.
Denn Täter werden nie den Himmel zwingen: 
Was sie vereinen, wird sich wieder spalten,
was sie erneuern, über Nacht veralten,
und was sie stiften, Not und Unheil bringen.
Jetzt ist die Zeit, da sich das Heil verbirgt, 
und Menschenhochmut auf dem Markte feiert,
indes im Dom die Beter sich verhüllen,
bis Gott aus unsern Opfern Segen wirkt
und in den Tiefen, die kein Aug’ entschleiert,
die trockenen Brunnen sich mit Leben füllen.

(c) Reinhold Schneider (1936)

Wer glaubt und betet, ist nie allein. Der christliche Glaube überwindet den Hass durch eine Liebe, die bis zur Feindesliebe geht. Dies ist die Stärke des Evangeliums.

https://m.noen.at/niederoesterreich/meinung/allein-den-betern-glaube-und-leben-kommentar-11443988

Elfchen zum 22.

Sturm 
Noch immer
Wie lange noch?
Im Auge des Sturms:
Stille!
Trüb 
Peitschender Regen
Wütende graue Wolken
Dann rotgelber, leuchtender Himmel:
Friede!

© Katharina Kopp

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rELEFANTes* Gedicht

Kennst du die Geschicht‘ vom kleinen Elefant? 
Ich halte die für ziemlich relevant.
Mit einer kleinen Schnur fesselte man ihn,
fest band man ihn an einen Pfosten hin.
Längst ist er mutig, groß und stark, 
sein Schrei erschüttert bis ins Mark.
Doch diese Schnur, sie schneidet ein.
Warum kann jetzt nicht frei er sein?
Denn diese kleine Schnur, sie hält ihn nicht. 
Alleine die Erinnerung trübt seine Sicht.
Dem Schicksal hat er längst schon sich ergeben,
und in Gefangenschaft fristet er so sein Leben.
So Vieles kann sie lehren, die Geschicht‘, 
und bringen dunkle Schatten an das Licht.
Es ist oft die Erinnerung, die schmerzt,
längst ist das Ursprungsübel ausgemerzt.
Doch wie oft schaffe ich es nicht, 
die innern Schnüre abzulegen,
und mich in Freiheit zu bewegen.
Dabei führt das mich an das Licht.
Wie werde ich sie los, die Schnur? 
Denn eigentlich stört sie mich nur.
Sie schneidet tief ein in mein Sein,
dabei bin ich doch nicht mehr klein.
Der Geist, der sollte längst regieren, 
warum kann ich das kaum kapieren?
Die Seele nimmt oft überhand,
blockiert den Weg ins neue Land.
Doch eines Tages steh' ich auf, 
und nehm' den Trennungsschmerz in Kauf!
Weit offen steht die Tür ins neue Leben,
noch manchen Stolp'rer mag es geben.
Doch auch der längste Weg muss mal beginnen, 
wer kleine Schritte geht, kann nur gewinnen.
Vertrauend nehm' ich seine Hand,
und er führt mich ins neue Land!

(c) Katharina Kopp

Nachlesen kann man diesen Sachverhalt auch hier: https://wirelesslife.de/elefanten-ketten/

* Entschuldigt die Rechtschreibung!!

Ein Riss in allem

„There’s a crack in everything. That’s how the light comes in.“

Leonhard Cohen
Ein Riss in allem - Zerrissenheit in mir. 
Fragen über Fragen, in jedem Satz:
Passe ich rein? Was soll ich hier?
Wo find' ich meinen eig'nen Platz?
Darf ich je sein, so wie ich bin?
Meine Macken und Kanten zeigen?
Oder lebe ich einfach so dahin?
Muss glatt und angepasst nur leiden?
Macken stören, verletzen, kränken, 
wollen Lebensfreude einschränken,
Beziehungen zerreißen,
vielleicht auch neue Wege weisen.
Das Licht bricht herein,
dort, wo die Beziehung zerbricht,
Dort, wo ich anfang' zu schrei'n,
seh' ich ein helles, strahlendes Licht.
Das Licht gibt seinen hellen Schein, 
es treibt die Finsternis hinaus,
in dunk'le Ritzen leuchtet es hinein,
und jagt die Schwermut einfach 'raus.
Ja, Risse haben echt ihr Gutes,
sie decken auf und geben frei den Blick.
Werd' darum wieder frohen Mutes!
Freu dich an jedem kleinen Glück!!
(c) Katharina Kopp